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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Ihre Lage war nicht länger haltbar. Auch sie gerietin Bewegung, und, um die Furcht zu verbergen,die sie vor ihm empfand, ward sie laut und zornig.Lie schnellte empor, sie ließ die Füße vom Bettehinuntergleiten, und mit hitzigen Wangen, zusam-mengezogenen Brauen und raschen Kopf- und Hand-bewegungen fing sie an:

Skandal, Thomas . . .?! Du magst mir be-fehlen, keinen Skandal zu machen, wenn man michmit Schande bedeckt, mir ganz einfach ins Gesichtspeit?! Ist das eines Bruders würdig? . . . Ja,diese Frage mußt du mir gefälligst erlauben! Rück-sicht und Takt sind gute Sachen, bewahre! Aberes giebt eine Grenze im Leben, Tom und ichkenne das Leben, so gut wie du wo die Angstvor dem Skandale anfängt, Feigheit zu heißen, ja!Und ich wundere mich, daß ich dir das sagen muß,die ich bloß eine Gans und ein dummes Ding bin...Ja, das bin ich und verstehe es gut, wenn. Perma-neder mich nie geliebt hat, denn ich bin alt und einhäßliches Weib, das mag sein, und Bäbett ist sicher-lich hübscher. Aber das enthob ihn nicht der Rück-sicht, die er meiner Herkunft und meiner Erziehungund meinem Empfinden schuldete! Du hast nichtgesehen, Tom, in welcher Weise er diese Rücksichtvergaß, und wer es nicht gesehen hat, der weißgar nichts, denn erzählen läßt es sich nicht, wiewiderlich er war in seinem Zustande. . . Und duhast das Wort nicht gehört, das er mir, mir, deinerSchwester, nachgerufen hat, als ich meine Sachen