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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Christian Buddenbrook aber, sein Freund, der-selbe, der einst entschlossenen Schrittes zu Mademoi-selle Meyer-de la Grange gegangen war, ihr seinBlumenbouquet gegeben und zu ihr gesagt hatte:O, Fräulein, wie schön haben Sie gespielt!"Christian hatte sich infolge seines Charakters undseiner langen Wanderjahre zu einem Suitier vonviel zu naiver und unbekümmerter Art entwickelt,und war in Herzenssachen so wenig wie im Übrigengeneigt, seinen Empfindungen Zwang anzuthun, Dis-kretion zu üben, die Würde zu wahren. Über seinVerhältnis zu einer Statistin vom Sommertheaterzum Beispiel amüsierte sich die ganze Stadt, undFrau Stuhl aus der Glockengießerstraße, dieselbe, diein den ersten Kreisen verkehrte, erzählte es jederDame, die es hören wollte, daßKrischan" wiedereinmal mit Der vomTivoli" auf offener, hell-lichter Straße gesehen worden sei.

Auch das nahm man nicht übel. . . Man warvon einer zu biderben Skepsis, um ernstlich mora-lische Entrüstung an den Tag zu legen. ChristianBuddenbrook und etwa Konsul Peter Döhlmann, densein gänzlich daniederliegendes Geschäft veranlaßte,in ähnlich harmloser Weise zu Werke zu gehen, warenals Amüseurs beliebt und in Herrengesellschaft ge-radezu unentbehrlich. Aber sie waren eben nichternst zu nehmen; sie zählten in ernsthaften An-gelegenheiten nicht mit; es war bezeichnend, daßin der ganzen Stadt, im Klub, an der Börse, amHafen, nur ihre Vornamen genannt wurden:Kri-