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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Jugendsünden. Er wußte wohl, daß seine Vaterstadt,diese Hafen- und Handelsstadt, in der die geschäft-lich hochachtbaren Bürger mit so unvergleichlichehrenfester Miene das Trottoir mit ihren Spazier-stöcken stießen, keineswegs die Heimstätte makelloserMoralität sei. Man entschädigte sich hier für seineauf dem Comptoirbock seßhaft verbrachten Tage nichtnur mit schweren Weinen und schweren Gerichten...Aber ein dicker Mantel von biederer Solidität be-deckte diese Entschädigungen, und wenn es KonsulBuddenbrooks erstes Gesetz war,die äsllors zu wah-ren", so zeigte er sich in dieser Beziehung durch-drungen von der Weltanschauung seiner Mitbürger.Ter Rechtsanwalt Gieseke gehörte zu denGelehr-ten", die sich der Daseinsform derKaufleute" be-haglich anpaßten, und zu den notorischenSuitiers",was ihm übrigens jedermann ansehen konnte. Aber,wie die übrigen behäbigen Lebemänner, verstand eres, die richtige Miene dazu zu machen, Ärgernis zuvermeiden, und seinen politischen und beruflichenGrundsätzen den Ruf unanfechtbarer Solidität zuwahren. Seine Verlobung mit einem FräuleinHuneus war soeben xubliguo geworden. Er erhei-ratete also einen Platz in der ersten Gesellschaft undeine bedeutende Mitgift. Er war mit stark unter-strichenem Interesse in städtischen Angelegenheitenthätig, und man sagte sich, daß er sein Augenmerkauf einen Sitz im Rathause und zuletzt wohl auf denSessel des alten Bürgermeisters Doktor Oeverdieckgerichtet halte.