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Gleich, als ihr Bruder, der Konsul, sie vom Bahn-höfe abgeholt hatte — sie war von Büchen gekommen
— und mit ihr durch das Holstenthor in die Stadtgefahren war, hatte er nicht umhin gekonnt, ihrdas Kompliment zu machen, daß — nächst Klothilden
— sie doch noch immer die Schönste in der Familie sei,worauf sie geantwortet hatte:
„O Gott, Tom, ich hasse dich! Eine alte Frauin dieser Weise zu verhöhnen . .
Aber es hatte trotzdem seine Richtigkeit: Ma-dame Grünlich konservierte sich aufs Vorteilhafteste,und angesichts ihres starken aschblonden Haares, daszu beiden Seiten des Scheitels gepolstert, über denkleinen Ohren zurückgestricyen und auf der Höhe desKopfes mit einem breiten Schildkrotkamm zusammen-gefaßt war, — angesichts des weichen Ausdrucks, derihren graublauen Augen blieb, ihrer hübschen Ober-lippe, des feinen Ovals und der zarten Farben ihresGesichtes hätte man nicht auf dreißig, sondern aufdreiundzwanzig Jahre geraten. Sie trug höchst ele-gante herabhängende Ohrringe von Gold, die inetwas anderer Form schon ihre Großmutter getragenhatte. Eine lose sitzende Taille aus leichtem, dunklenSeidenstoff mit Atlasrevers und flachen Epaulettesvon Spitzen gab ihrer Büste einen entzückenden Aus-druck von Weichheit. . .
Sie befand sich in bester Laune, wie gesagt, underzählte Donnerstags, wenn Konsul Buddenbrooksund die Damen Buddenbrook aus der Breitenstraße,Konsul Krögers, Klothilde und Sesemi Weichbrodt