Möbeln, in dem dichten, süßen und schweren Dunstvon feinen Speisen, Parfüms, Weinen, Kaffee, Ci-garren und den Blumen der Toiletten und Tafel-aufsätze, ihre Hände gedrückt und gesagt:
„Sehr brav, Gerda! Wir haben uns nicht zuschämen brauchen. Dergleichen ist sehr wichtig. . .Ich habe gar keine Lust, mich viel mit Bällen abzu-geben und die jungen Leute hier umherspringen zulassen; dazu reicht auch der Raum nicht. Aber dengesetzten Leuten muß es schmecken bei uns. So einDiner kostet ein wenig mehr . . . aber das ist nichtübel angelegt.
„Tu hast recht," hatte sie geantwortet und dieSpitzen geordnet, durch die ihre Brust wie Marmorhindurchschimmerte. „Auch ich ziehe durchaus dieTiners den Bällen vor. Ein Tiner wirkt so außer-ordentlich beruhigend. . . Ich hatte heute Nach-mittag musiziert und fühlte mich ein wenig merk-würdig . . . Jetzt ist mein Gehirn so tot, daß hierder Blitz einschlagen könnte, ohne daß ich bleich oderrot würde."
Als um halb 12 Uhr heute der Konsul sich nebenseiner Mutter am Frühstückstische niederließ, las sieihm folgenden Brief vor:
München, d. 2. April 1857.
Am Marienplatz Nr. 5.
Meine liebe Mama,
ich bitte um Verzeihung, denn es ist eine Schande,daß ich noch nicht geschrieben habe, während ich doch