und Abwesenheit machte, obgleich er stets aufmerk-sam prüfend bei der Sache war.
Thomas Buddenbrook, in so jungen Jahren be-reits der Chef des großen Handlungshauses, legtein Miene und Haltung ein ernstes Würdegefühl anden Tag; aber er war bleich, und seine Hände imBesonderen, an deren einer nun der große Erb-Siegelring mit grünem Steine glänzte, waren weißwie die Manschetten, die aus den schwarzen Tuch-ärmeln hervorsahen, — von einer frostigen Blässe,die erkennen ließ, daß sie vollkommen trocken und kaltwaren. Tiefe Hände, deren schön gepflegte, ovaleFingernägel dazu neigten, eine bläuliche Färbungzu zeigen, konnten in gewissen Augenblicken, in ge-wissen, ein wenig krampfhaften und unbewußtenStellungen einen unbeschreiblichen Ausdruck vonabweisender Empfindsamkeit und einer beinahe ängst-lichen Zurückhaltung annehmen, einen Ausdruck, derden ziemlich breiten und bürgerlichen, wenn auchsein gegliederten Händen der Buddenbrooks bis dahinfremd gewesen war und wenig zu ihnen paßte . . .Toms erste Sorge war, die Flügelthür zum Land-schaftszimmer zu öffnen, um die Wärme des Ofens,der dort hinter dem schmiedeeisernen Gitter brannte,dem Saale zugutekommen zu lassen.
Tann wechselte er einen Händedruck mit Kon-sul Kröger und nahm, Herrn Marcus gegenüber,Platz an der Tafel, wobei er seine Schwester Tonymit erhobener Augenbraue ziemlich verwundert an-