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Darf ich mein Mündel nicht sehen? Ein bißchenzu ernst das gute Kind ..."
Clara ward gerufen. Schwarz und bleich erschiensie langsam, mit traurig zurückhaltenden Bewegun-gen. Sie hatte die Zeit nach ihres Vaters Tode fastunaufhörlich mit Beten auf ihrem Zimmer verbracht.Ihre dunklen Augen waren unbeweglich; sie schienerstarrt in Schmerz und Gottesfurcht.
Lncle Justus, galant wie er war, schritt ihr ent-gegen und verbeugte sich beinahe, als er ihr dieHand drückte; dann richtete er einige wohlgesetzteWorte an sie, und sie ging wieder, nachdem sie vonder Konsulin einen Kuß auf ihre unbeweglichenLippen entgegengenommen hatte.
„Wie geht es dem guten Jürgen?" begann dieKonsulin aufs Neue. „Wie fühlt er sich in Wis-mar ?"
„Gut," antwortete Justus Kwöger, indem er sichmit einem Achselzucken wieder niedersetzte ... „Ichglaube, er hat nun seinen Platz gefunden. Er istein braver Junge, Bethsy, ein Junge von Ehre;aber... nachdem ihm das Examen zweimal mißglückt,war es das Beste ... Die Jurisprudenz machte ihmselbst keinen Spaß, und die Position an der Post inWismar ist ganz acceptable. . . Sage mal, ich höre,dein Christian kommt?"
„Ja, Justus, er wird kommen, und Gott behüteihn auf der See! Ach, es dauert so fürchterlich lange!Obgleich ich ihm am nächsten Tage nach Jeans Todegeschrieben habe, hat er den Brief noch lange nicht,