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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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hänge, waren erloschen, die Nuancen in Tonys Kleidespielten nicht mehr, und die Augen der Menschenwaren ohne Glanz. Und der Wind, der Westwind,der eben noch drüben in den Bäumen auf dem Ma-rienkirchhof gespielt hatte und den Staub auf derdunklen Straße in kleinen Wirbeln umhergetriebenhatte, regte sich nicht mehr. Es war einen Augen-blick vollkommen still.

Da, plötzlich, trat dieser Moment ein ... ereignetesich etwas Lautloses, Erschreckendes. Die Schwüleschien verdoppelt, die Atmosphäre schien einen, sichbinnen einer Sekunde rapide steigernden Druck aus-zuüben, der das Gehirn beängstigte, das Herz be-drängte, die Atmung verwehrte ... drunten flatterteeine Schwalbe so dicht über der Straße, daß ihreFlügel das Pflaster schlugen ... Und dieser unent-wirrbare Truck, diese Spannung, diese wachsendeBeklemmung des Organismus wäre unerträgllich ge-worden, wenn sie den geringsten Teil eines Augen-blicks länger gedauert hätte, wenn nicht auf ihremsofort erreichten Höhepunkt eine Abspannung, einÜberspringen stattgefunden hätte ... ein kleiner, er-lösender Bruch, der sich unhörbar irgendwo ereig-nete und den man gleichwohl zu hören glaubte ...wenn nicht in dem selben Moment, fast ohne daß einTropfenfall vorhergegangen wäre, der Regen her-niedergebrochen wäre, daß das Wasser im Rinnsteinschäumte und auf dem Bürgersteig hoch empor-sprang . . .

Thomas, durch Krankheit daran gewöhnt, die