Druckschrift 
1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
353
Einzelbild herunterladen
 

353

Kundgebungen seiner Nerven zu beobachten, hattesich in dieser seltsamen Sekunde vorgebeugt, eineHandbewegung nach dem Kopfe gemacht und dieCigarette fortgeworfen. Er sah im Kreise umher,ob auch die Anderen es gefühlt und beachtet hätten.Er glaubte etwas bei seiner Mutter bemerkt zu haben;den Übrigen schien nichts bewußt geworden zu sein.Jetzt blickte die Konsulin in den dicken Regen hinaus,der die Marienkirche völlig verhüllte, und seufzte:

Gott sei Tank."

So," sagte Tom.Das kühlt in zwei Minuten.Nun werden draußen die Tropfen an den Bäumenhängen, und wir werden in der Veranda Kaffeetrinken. Thilda, mach' mal das Fenster auf."

Das Geräusch des Regens drang stärker herein.Er lärmte förmlich. Alles rauschte, plätscherte, rie-selte und schäumte. Ter Wind war wieder aufge-kommen und fuhr lustig in den dichten Wasserschleier,zerriß ihn und trieb ihn umher. Jede Minute brachteneue Kühlung.

Ta kam Line, das Folgmädchen Line im Lauf-schritt durch die Säulenhalle und fuhr so heftig insZimmer herein, daß Jda Jungmann beschwichtigendund vorwurfsvoll ausrief:

Gott, ich sage! ..."

Lines ausdruckslose blaue Augen waren weit auf-gerissen, und ihre Kinnbacken arbeiteten eine Weilevergebens. . .

Ach, Fru Konsulin, ach nee, nu kamen's man

Mann, Buddenbrooks. I. 23