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1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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Jede Dame sagte zur Konsulin Buddenbrook oderihrer Tochter:Was sür eine Mamsell haben Sie,Liebe! Gott, die Person ill goldeswert, was ichIhnen sage! Zwanzig Jahre! ... und sie wird mitsechzig und länger noch rüstig sein! Diese knochigenLeute ... und dann die treuen Augen! Ich beneideSie, Liebe!" Aber Jda Jungmann hielt auchauf sich. Sie wußte, wer sie war, und wenn aufdem Mühlenwall sich ein gewöhnliches Dienstmädchenmit ihrem Zögling auf der selben Bank niederließund von Gleich zu Gleich ein Gespräch beginnenwollte, so sagte Mamsell Jungmann:Erikachen,hier zieht's" und ging von dannen.

Tony zog ihre kleine Tochter zu sich heran undküßte sie auf eine der rosigen Bäckchen, worauf dieKonsulin ihr mit etwas zerstreutem Lächeln die Hand-fläche entgegenstreckte ... denn sie beobachtete ängst-lich den Himmel, der dunkler und dunkler wurde.Ihre linke Hand fingerte nervös auf dem Sofa-Polster, und ihre Hellen Augen wanderten unruhigseitwärts zum Fenster.

Erika durste sich neben die Großmutter setzen,und Jda nahm, ohne die Rückenlehne zu benützen, aufeinem Sessel Platz und begann zu häkeln. So saßenAlle eine Weile schweigend und warteten auf denKonsul. Die Luft war dumpf. Draußen war dasletzte Stück Blau verschwunden, und tief, schwer undträchtig hing der dunkelgraue Himmel hernieder. DieFarben des Zimmers, die Tinten der Landschaftenauf den Tapeten, das Gelb der Möbel und der Vor-