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es wäre die höchste Undankbarkeit! Aber wie es imLeben so ist, weißt du ..."
Hauptsächlich aber ärgerte sie sich über den immerreligiöseren Geist, der ihr weitläufiges Vaterhauserfüllte, denn des Konsuls fromme Neigungen tratenin dem Grade, in welchem er betagt und kränklichwurde, immer stärker hervor, uud seitdem die Kon-sulin alterte, begann auch sie an dieser GeistesrichtungGeschmack zu finden. Die Tischgebete waren stetsim Buddenbrook'schen Hause üblich gewesen; jetzt aberbestand seit längerer Zeit das Gesetz, daß sich mor-gens und abends die Familie gemeinsam mit denDienstboten im Frühstückszimmer versammelte, umaus dem Munde des Hausherrn einen Bibelabschnittzu vernehmen. Außerdem mehrten die Besuche vonPastoren und Missionären sich von Jahr zu Jahr,denn das würdige Patrizierhaus in der Mengstraße,wo man, nebenbei bemerkt, so vorzüglich speiste, warin der Welt der lutherischen und reformierten Geist-lichkeit, der inneren und äußeren Mission längst alsein gastlicher Hafen bekannt, und aus allen Teilendes Vaterlandes kamen gelegentlich schwarzgekleideteund langhaarige Herren herbei, um ein paar Tagehier zu verweilen ... gottgefälliger Gespräche, einigernahrhafter Mahlzeiten und klingender Unterstützungzu heiligen Zwecken gewiß. Auch die Prediger derStadt gingen als Hausfreunde aus uud ein ...
Tom war viel zu diskret und verständig, umauch nur ein Lächeln sichtbar werden zu lassen, aberTony moquierte sich ganz einfach, ja, sie ließ es sich