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besuchte ihre ehemalige Pflegerin zuweilen in demroten Häuschen, am Mühlenbrink Nr. 7, das nochimmer von einer Anzahl junger Mädchen belebtwurde, obgleich die Pension anfing, langsam ansder Mode zu kommen; und auch das tüchtige alteMädchen ward hie und da in die Mengstraße auseinen Rehrücken oder eine gefüllte Gans gebeten.Tann erhob sie sich aus die Zehenspitzen und küßteTony gerührt, ausdrucksvoll und mit leise knallendemGeräusch auf die Stirn. Was ihre ungelehrteSchwester, Madame Kethelsen anging, so begann sieneuerdings, mit großer Schnelligkeit taub zu wer-den und hatte fast nichts von Tonys Geschichte ver-standen. Sie stieß bei immer unpassenderen Gelegen-heiten ihr unwissendes und vor unbefangener Herz-lichkeit fast klagendes Lachen aus, sodaß Sesemi sichbeständig genötigt sah, auf den Tisch zu pochen und„Nally!" zu rufen ...
Die Jahre schwanden dahin. Ter Eindruck, dendas Erlebnis von Konsul Buddenbrooks Tochter inder Stadt und in der Familie hervorgerufen hatte,verwischte sich mehr und mehr. Tony selbst wurdean ihre Ehe nur dann und wann erinnert, wennsie im Gesicht der gesund Heranwachsenden kleinenErika diese oder jene Ähnlichkeit mit Bendix Grün-lich bemerkte. Aber sie kleidete sich wieder hell,trug ihr Haar wieder über der Stirn gekraust undbesuchte wie ehemals Gesellschaften in ihrem Be-kanntenkreise.
Immerhin war sie recht froh, daß ihr Gelegenheit