Druckschrift 
1 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

das zu hören zu bekommen, Armgard, denn du blickstihn beständig mit deinen blauen Augen an, als ob..

Liebst du ihn?" fragte Tony.Mein Schuh-band geht einfach nicht auf, bitte Gerda ... so!nun! Liebst du ihn, Armgard? Heirate ihn doch;es ist eine sehr gute Partie, er wird Professor amGymnasium werden."

Gott, ihr seid scheußlich. Ich liebe ihn garnicht. Ich werde sicherlich keinen Lehrer heiraten,sondern einen Landmann ..."

Einen Adligen ?" Tony ließ den Strumpf sin-ken, den sie in der Hand hielt, und blickte gedanken-voll in Armgards Gesicht.

Tas weiß ich noch nicht; aber ein großes Gutmuß er haben ... Ach, wie freue ich mich darauf,Kinder! Ich werde um fünf Uhr aufstehen und wirt-schaften ..." Sie zog die Bettdecke über sich undsah träumend zum Plafond empor.

Vor ihrem geistigen Auge stehen fünfhundertKühe," sprach Gerda und betrachtete ihre Freundinim Spiegel.

Tony war noch nicht fertig; aber sie ließ ihrenKopf im voraus aufs Kissen sinken, verschränkte dieHände im Nacken und betrachtete auch ihrerseitssinnend die Zimmerdecke.

Ich werde natürlich einen Kaufmann heiraten,"sagte sie.Er muß recht viel Geld haben, damitwir uns vornehm einrichten können; das bin ichmeiner Familie und der Firma schuldig," fügte sie