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18 (1835) Reußen bis Rzewuski
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6 Revolution, bologiiesische, v. 1831

gegen die Ordnung der Welt und unmög,lich ist. Die R.n haben allenthalben alsobaldaufgehört, sobald die Machthaber dem Geisteder Zeit nachgaben und auf da« öffentlicheVertrauen der Staatsbürger eine neue Ord.nung der Dinge zu gründen begannen. Ei-ne« der wichtigsten Probleme der Staat«,kunst ist daher die Aufgabe, R.n zu ver-hüten, die sich dadurch sicher lösen läßt,daß der Staat sich selbst fortwährend re-formjrt und dadurch jede Stockung seinerSäfte vermeidet und keine Anhäufung vonKrankheitsstoffen zuläßt. Ein Staat istim Grunde so unsterblich wie ein Volk,da« sich fortwährend durch da« Geboren-werden seiner Staatsbürger regenerirt.Sorgt er durch Reformen wahrhaft fürseine Gesundheit, so wird er wenigstens ankeiner innern Krankheit sterben. Dennbann kann Niemand die Lust zu einer R.anwandeln, und wo dies ja geschieht, dawird er keine Unterstützung bei dem zufrie,denen Volke finden. Die Geschichte hatnur selten das Beispiel eines Volkes auf-zuweiten, das (wie 1830 die Belgier ge-gen die milde holländische Regierung) sichgegen eine gute Regierung empört hätte.Schriften: Locke, über Glaubens und Ge-wissensfreiheit, Braunschweig 1827; Hei-denreichs Versuch über die Heiligkeit de«Staate« und die Moralität der R., Leipz.1794; Erhard, über das Recht de« Vol-ke« zu einer R., Lena und Leipzig 1795;Wohlfarth, über Preßfreiheit, Protestan-tismus, Revolution re- und in den Annalender christlichen Kirche rc. 1831, 1. Jahrg.3 Bd. I. Heft ff. Mehrere der jüngstenFlugschriften. Bildlich spricht man 3) voneiner sittlichen R., die so viel al«Durchbruch einer andern Sinnesart ist, s.Besserung und Durchbruch. Unter 4) wis,senfchaftlicher R. versteht man jeneschnelle Umwälzung der vorhandenen Systemeu. Begriffe durch Männer, welche zu neuenüberraschenden Entdeckungen, wie z. B.Kants Philosophie, Galilei'« Sonnensy-stem rc- führten. (T^eL)

Revolution, bolognesische, von1831 (Gesch.), s. unter Zeitereignisse seitBeginn dieser Werks.

Revolution, französische(franz. Gesch.). I. Vorzeichen undAnlaß der R. Vor Allem war «Swohl die tieie Verderbniß de« geselligenZustande« der damaligen höheren WeltFrankreich«, die weiter vorgeschritteneBildung der Gesammtmafse de« Vol.kr« und di« wechselseitigen Beziehungen die-ser beiden Stände auf einander, welchedie R. hervorriefcn. Die Gittenverderbnißdes Hofe«, des Adel« und der Geistlichkeithatten seit den glänzenden Zeiten Ludwig«(s. d. 26) XIV- mit furchtbaren Schrit-ten zugenommen. Die Regentschaft und

Revolution, französische

Ludwig« (s. d. S6) XV. schmähliche Regie,rung, die Maitressenherrschaft, die wach-sende Pracht de« HofS, hatten jene nurnoch mehr gesteigert und anderes Elendmannigfacher Art über da« Land gebracht.Denn die große Schuldenlast, bereits durchLudwig- XIV. lange, kostspielige Erobe«rungSkriege aufgehäuft, wuchs unter seinenNachfolgern durch falsche Politik, übermä-ßig« Heervermehrung, verkehrtes Sperrsy-stem beim Handel im Aus - und Jnnlande,durch Anhäufung großer Reichthümer bei Ein-zelnen u. Bevorrechteten, falsche u. trau-rige Finanzsysteme und grenzenlose Ver-schwendung zu einer so ungeheuren Größe,daß späterhin ein Staatibankerott unver-meidlich erfolgen mußte. Eine Hauptur-sache der steigenden Finanzvcrwirrung warvorzüglich die ungleiche Verthcilung derStaatslasten, das drückendste und aufrei-zendste Uebel unter alle». Denn ein Theikder Steuern war von der Art, daß Adel u.Geistlichkeit als solche, durch Vorrechte da«von be'reit blieben, ein anderer von der Ra-tur, daß er die Reichen, den Adel und denKlerus weit weniger drückte als den Mittel,stand u. die Armen. Rechnet man nun dieFrohnden, die grundherrliche Lasten u. s. w.,nebst den Privilegien dazu, so sieht manleicht, daß der größte Theil der Lasten demBürger und vor allem dem Bauer zufiel,besonders, da die bedeutendsten AbgabenVerbrauchssteuern waren. Die Roth mehrtesich noch durch die thörigte Finanzverwal»tung, denn in verschiedenen Provinzen wa»ren oft dieselben Gegenstände verschiedenbelastet, was außer finanziellen Nachthei-len, durch Schleichhandel das sittliche Ver-derben im Volke, welches durch Ludwigs XIV»Heuchelei u. innere Religionsverachtung, dieRegentschaft u. Ludwigs XV- Schwäche, ge-nug gesteigert war, noch förderten. EinigeProvinzen zahlten für Befreiung von einzel»neu Steuern eine Abfindungssumme, u. an-dere in Bausch und Bogen etwas statt al-ler Steuern ohne Berechnung. Besonder-übel aber war da« Landvolk daran, da-gezwungen war alle Staatslasten zu tragenu. außerdem noch von der Bürde der Leib»,Lehn« - und Grundherrlichkeit darnieder ge-drückt ward, ohne den mindesten Antheilan den Rechten der Staatsbürger zu ha-ben. Dies« waren eigentlich nur In denHänden Bevorrechteter, welche die Wohl»thaten der bürgerlichen Gesellschaft au«.schließend genossen, ohne sie durch einenpaßlichen Beitrag zu den Etaatslasten zuverdienen. Sie allein konnten zu den höch-sten Ehrenstellen de« Staats gelangen, siewaren einzig fast im Besitze der Rcichthü»mer, die sie in entnervenden Wollüsten inder Hauptstadt vergeudeten, während da« inElend versunkene Volk unter den Lasten fasterlag. Eben so stand er um die hohe und