Revolution
nielskörper, tm Gegensatz z» ihrer Axenbe«wequng, dann und gewöhnlicher 2) die ge.waltlame Umformung, die mit mächtigenErschütterungen aller Verhältnisse betzleiteteUmwälzung einer Staats- oder Kirchen-verfassung, weshalb man auch die Kirchen.Verbesserung des 16. Jahrdunderts, inso-fern sie gewaltsam vor sich ging, eine Kir.chenrevolukion nennen könnte. D!e R. un-terscheidet sich daher wesentlich von einerReform (s.d.), welche sich.zrls ein allmähli«ges Umbilden, als ein successiveS kundgibt, während crstere in einer gewaltsamenExplosion, in einem schnellen Umstürzen derbisherigen Ordnung der Dinge besteht. EineR. kann eben so gut vom Regenten alsvom Volke ausgehen; immer aber wird siemit Nachthcilen verbunden sein, welche dieHoffnungen der Gegenwart und vielleichtmehrerer Generationen durch Anarchie undBürgerkrieg vereiteln, und die an sich ge.rechteste R. verletzt so viele Recht«, daßMoral u. Klugheit nicht genug vor R.nwarnen u. dieselben blos nach dem völligenVerbrauch anderer Mittel als mosteramen»nculpot-e turelas billigen können. Lautder Geschichte sind indeß bei weitem diemeisten R.n von dem Volke ausgegangen,wenn Fürsten, Adel und Priesterschaft dendurch die öffentliche Meinung gefordertenund durch die fortgeschrittene Civilisationoder Veränderung der politischen Verhält-nisse zum Bedürlniß gewordenen Reformenallzulange widerstanden und dem Volke dieHoffnung benahmen, auf gütlichem Wegeeine Verbesserung der drückenden Verhält-nisse zu erzielen. Auch ist es unverkennbar,daß die Völker nur selten ohne die drin-gendsten Ursachen zu R.n geschritten sind.Die Menschen handeln dann instinctmäßig.Jemehr «ine Siaatsvcrfaffung, indem sicReformen widerstrebt, mit dem Geiste derZeit in Widerspruch tritt; desto mehr häuftsich der entzündliche Stoff, und die Ex-plosion erfolgt dann, wenn ein einzigerFunke eine Mine zündet, oft auf Veran-lassungen, die man an sich für höchst un-bedeutend halten mußte. Je entschiedenernämlich Staatsversaffungen den Ansichtenund Grundgesetzen einer Zeit entgegentretcn;desto mehr sinkt die Achtung vor den beste-henden Gesetzen, desto weniger von derenHeiligkeit u. Nützlichkeit sich Jemand mehrüberzeugen kann, desto mehr verlieren dieBeamten das Vertrauen des Volkes, destomehr schwindet der Patriotismus; es tritteine Gewitterstille ein, der erst leises, dannlaute« Murren, u. dann plötzlich die Thalfolgt, indem die Mehrzahl ohne V rabre-bung übereinst'mmt. Auf diese Weise sindnamentlich die R. der jünaern Zeit entstan-den, z. B- in Amerika, Frankreich, Spa-nien, Polen rc. Sobald man die Fragenach dem Warum? zum Rachtheil der be-.
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stehenden Verfassung beantwortet, tretenjene Katastrophen immer um so eher ein,je mehr di« Machthaber und die bevorzug-ten Stände, welche bei der durch Gewohn-heit geheiligten Ordnung der Dinge ihreRechnung fanden, dem Strom der Zeit Wi-derstand zu leisten suchen. Die Völker er-blicken dann in ihren Fürsten nicht mehrdie Väter des Landes, sondern Despoten,deren Joch man je eher je lieber abwerfcnmüsse. Und wie die Macht der Staats-gewalt nur auf dem Vertrauen und derLiebe der Regierten zu den Regierenden,die Achtung vor den Gesetz aber nirgendsanders als in der Ueberzeugung von desGesetzes Gerechtigkeit und Nützlichkeit be-steht; so ist jede Mahnung an die Pflichtdes Gehorsams vergeblich, sobald jene Be-dingungen gesunken sind. Je mehr die Völ-ker gereizt sind, desto leidenschaftlicher sindauch ihre Raiftnnements über die Maßre-geln der Regierung, deren bester Willedann verkannt wird. Die Philosophen, dieman als Hauplurheber der französischen R.angcklagt hat, können allerdings freiereIdeen verbreiten und andere Ansichten überden Staat begründen, und namentlich ha-ben dies d!e französischen Philosophen ge-than, inzwischen die Erregung von R n liegtso sehr außer ihrer Sphäre, daß sie ihreZwecke gewiß immer am Liebsten auf demWege der Wissenschaft zu erreichen suchen,und nicht zur R. auffordern. Und wennauch der Philosophie oder der Civilisationdes 18. und IS. Jahrhunderts ein Antheilan brn R.n derselben in sofern nicht abge-stritten werden kann, als sie durch ihre Un-tersuchungen über Bestimmung und Wesendes Staates manchen alten Mißbrauch auf,deckte», und wichtigere Ideen in den Umlaufsetzte, so lange ihnen nicht nachgewftftnwerden kann, daß sie gerade hier zu Em-pörung reizten, waS schwerlich der Fallsein wird; so lange wird auch jener Vor-wurf von ihnen auf die zurück fallen, wel-che, der Vernunft und den Gewissen zumTrotz, so wie aus persönlichen Rücksichten,dem Bessern jeden Widerstand entgegensetz,ten. Die Philosophie that nur ihre Pflichtund erfüllte die, ihr in Gottes sittlicherWeltordnung angewiesene Bestimmung, in-dem sie durch freie Forschung die Wissen-schaft vom Staate zu berichtigen und Auf-klärung zu verbreiten suchte. Denn daSist einmal die Bestimmung der Menschheit,daß sie dem unendlichen Ziele der Voll,kommcnheit in jeder Beziehung nachringe.Die Staatsgewalt dagegen verletzte ihrePflicht und handelte unklug, wenn siedringend gewordene Reformen verschmähteu., statt dess Staat selbst vorwärts zu füh,rcn, denselben zurückhftlt oder gar zurück«zuführen suchte, was, da der Staat eben auSvernünftig-sittlichen Wesen gebildet wird,
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