Druckschrift 
8 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 8 / G bis Hältiges Gestein
Entstehung
Seite
732
Einzelbild herunterladen
 

732 Hadrianuö TyriuS

Einfluß auf die Regierung verlieh (vgl.Consistorium 1). Gleich bei seinem Re-gierungsantritte ließ er Senat und Volkin ihrem Recht und Ansehn, erleichterteAbgaben und Pflichtdienste, war streng inGerechtigkeit und Polizei, gab alle Erobe-rungen jenseits des Euphrat zurück undmachte so, nach Augusts Vorschrift, diesenFluß wieder zur Grenze des Reichs undverschaffte durch Abkaufung des Friedensvon den in Jllyrien eingefallnen Sarma-tcn seinem Lande Ruhe. UnsterblichenRuhm erwarb er sich durch das LäicruiiiPerpetuum (s. d.), durch Abschaffung derMenschenopfer u. Einstellung der Ehristen-ver'olgungen. 121 trat er eine (17jLhrige)Reise durch fast alle Provinzen feines Rei-ches an (die schon zahllose Städtcmünzenbezeugen), und zwar zu Fuß, oft mit ent-blößtem Haupts in strenger Kälte u. bren-nender Hitze. Zn Britannien ließ er eineMauer (bei Newcastle) gegen die nördlichenBarbaren, Pikten und Scoten, ziehen, inGallien zu NemausuS (Nimes) der Plotinazu Ehren eine prächtige Bast ica und ein(noch stehendes) Theater errichten, in Spa-nien kam er durch einen wahnsinnigenSklaven in Lebensgefahr, in Griechenlandließ er in Athen (seiner Lieblingsstadt) sichin die cleusinischen Mysterien einweihen,verschönerte diese Stadt mit vielen Ge-bäuden (Hadrianische Phyle) undvollendete den 560 vorher angefanqenenTempel des olympischen Jupiter, in Klein-Allen stellte er die durch ein Erdbeben zer-störten Städte Nikäa, Cäsarea und Riko-media wieder her (daher sein BeinamelostitutorLitflpnise), in Aegyp-ten,, wo er seinen Ankinous (s. d. 3) ver-lor, verschönerte er Alexandria und ließPompejus Grabmal erneuern, in Palästinaerbaute er Aelia (s. d. 1), in Sicilien be-stieg er den Aetna u. s. w. Endlich-thigte ihn schwächliche Gesundheit zur Ru-he, und die empfindlichsten Körperschmerzenreizten ihn oft zu Versuchen des Selbstmor-des und zu Grausamkeiten. Sein Adop-tivsohn Antoninus (s. d. 1, -») schützte nochManchen vor des Vaters Zorn. H. wardin der von ihm erbauten Males (s. II->.ärioiii moles) 138 begraben. Sein Nach-folger war, da der schöne Commodus (s. d.1) gestorben war, Antoninus. (.6-7,.)

HadLiänus TyriUS (a. Lit.), so v.w. Adrianus 1).

Hädrias (a. Geogr-), so v. w. Athesis.Hadrumeton, so v. w. Adrumelum.H » <1 r i » c i a u m m » re, 1) in

der weitern Bedeutung das Meer, wel-ches die ganze Ostseile Italiens bis nachSicilien bespült, in der engern 2> bloßdessen nördlicher Theil oder das adriatischeMeer in seinen jetzigen Grenzen, wo danndie Meerenge von Hydruntum das Msro

Hadschi Kaylfa

Hastriationm vom Maro ffanium trennt.ES hat wahrscheinlich den Namen von derLandschaft o womit Herodot da«

Küstenland um die Mündung des Padasbezeichnet, so wie auch deren BewohnerHadrian es geheißen zu haben scheinen.Vgl. Adriatisches Meer.

Hads (Geogr.), Herred im Amte undStifte Aarhuus tKönigr. Dänemark); hat4» QM., 7200 Ew.z dazu die InselnAlrie, Endelave u. a.

Hadschadsch Jbn Jusuf Takfy(türk. Gesch.), Feldherr des Khalifen Ab-dal Malek, des 5. der Ommiaden, zu An-fänge des 8. Jahrh. n. Ehr., ausge-zeichnet durch Grausamkeit und Tapferkeit.Er ließ zur Befestigung der Herrschaft derOmmiaden 120.000 bedeutende Personenbinrichten und 80,000, unter denen 30,000Frauen waren, in die Gefängnisse werfen.Er war Befehlshaber von Arabien undvom arabischen Irak und Besieger des Ab,dallah Ben Zobakr, welcher den Titel einesKhalifen angenommen hatte. (77V)

Hadschäja, al (Geogr.), Beduinen-stamm in der arabischen Landschaft Ned-scha«; leben am Euphrat, sind ungefähr4000 Köpfe stark.

Hadsch ar (Geogr.), so v. w. Lachsa.

Hadschar al Assovad (muhamed.Relig.), 1) ein schwarzer Stein (viel-leicht ein Meteorstein), besonder- aber2) ein schwarzer, angeblich vom Him,mel gefallner Stein an einem von denPfeilern der Halle zu Mekka an derKaaba befestiget. Er war 22 Jahre inden Händen der Karmathen, wurde 951 n.Ehr- an den Khalifen Mathi nach Bagdadgeliefert, ein Stück davon in dessen Palast,thor eingemauert, welches alle Eintretendeküssen mußten, das Uebrige kam nach Mekka.

Hadsche (muhamed. Relig.), 1) über-haupt Pilgerschafl; 2) die Wallfahrt nachMekka; davon Hadschi, die Pilgrimme,welche die Wallfahrt nach Mekka gemachthaben; 3) auch die griechischen und arme-nischen Christen, welche die Pilgerfahrtnach Jerusalem zum heiligen Grabe ge-macht haben. (77V)

Had scher (Geogr.), Stadt in der ara,bischen Provinz Belad el Haram, hatSchloß, liegt an der Karavanenstcaße vonDamaskus nach Mekka. Hadschid, klei-ner republikanischer Staat in der arabi-schen Landschaft Jemen.

Hadschi Khalfa (H. Khalyfah,mit dem Beinamen Kativ Tscheleby),Bibliograph, geb. zu Constanssnopel zuEnde des 16. Jahrh.; verwaltete unterAmurath IV. einige wichtige Aemter undst. 1647. Man hat von chm: eine orien-talische B'bliothek in arabischer Sprache,oder Lebensbeschreibung berühmter persi-scher, türkischer und arabischer Dichter,

Gelehr-