Druckschrift 
8 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 8 / G bis Hältiges Gestein
Entstehung
Seite
707
Einzelbild herunterladen
 

Haag

-er schon Cicero, or»t. 4? , klagt und Ca-tull ein eigenes Epigramm so. 83) schrieb),entstanden Schreibungen wie pulester,rriurnpflus etc., statt pulcer, triumpu»eto.» die aber, so wie die der lateinischenSprache ganz fremde Schreibung 6raoeflus,Ilaactius oro., später als einzig richtig an,genommen galten. In der böhmischen, wen-dischen u. in der slavischen Spräche klingtdas H am Anfang der Wörter, des. vorl und r, häufig wie G oder GH, z. B.Illubo», Glubosch, Hospostar, Ghospo-dar (daher Glauchau, au« Iliucflo-evs ent-standen), ja im Russischen hat G und Hnur einerlei Zeichen. In der ältesten frän-kischen Mundart stand H oft vor Wörtern,die mit l, r u. w anfangen, wo es spä-ter theils verschwand, theilS in CH oder Küberging, z. B. Hlothar, Hrudolf, H!o.dowig rc (Lothar, Rudolf, Ludwig rc).2m Englischen, wo es Ehtsh heißt, wirdes in allen echtenglischen Wörtern wie imLeutschen ausgesprochen; nur in den au«dem Lateinischen und Französtschen abgelei-teten Wörtern ist es meist stumm, z. B.Iranour (anner), dagegen Irolä (hvhld).2m Französischen ist II (Asch) größtentheilsstumm, was H (Akka) im Italienischen fastohne Ausnahme ist; 2) als Zahlzeichen:») im Lateinischen II200; I>- in derRubricirung achten»; 3) als Abkürzung») in römischen Inschriften, Handschriftenund aus Münzen: Honesta», Ilio, Haa-res, Iloino, Hader, Hora, Ilona»,Ilastrisnns ero.; d) auf Currentrechnun-gen: Haben, d. i. Guthaben, so v.w. Cre-dit (s. d.); o) auf dem Revers neuererMünzen: aa) französischer: Rochelle, bb)ehemaliger östreichischer: Günzburg; ri) sonstnoch so v. w. Heiliger, Heilige, Herr, sowieh.: heißt. 4)(Musik), die 7. Stuke inder diatonischen oder die 12. in der chroma-tischen Leiter, in der Solmisakion irini ge-nannt gibt von o die große S pkime, von odie reine Quinte und von A die große Terz.In der ältern Musik bezeichnet« man unserjetziges ir mit einem t>. Später, als manunsrem jetzigend diesen Namen gab, bezeich-net« man beide Saiten mit der Form nach ver-

schiedcnen-d; für unser jetziges d schrieb man ^

(d gnaürat oder d äur), für das jetzige debenfalls d (d moll oder d ronfl). 5) (Me-dicin), auf Recepten: ») dar» (Stunde),d) dsrda (Kraut). (.bo/i.)

Haag (Geogr.), 1) Schloß im Landge-richte Moosburg des Isarkreise« (Baiern).2) Marktflecken im Landgerichte Wasserburg(ebend.); hat Schloß, 8(X)Ew., ist Haupt-ort einer ehemal. Grafschaft gleich. Nam.;8) einige Ortschaften '» Oestreich. 4) Be-zirk im Gouvernement Südholland, Pro-vinz Holland, König», der Niederlande; hat4 Cantone, 70,000 Ew. 5) (Eigentlich

Haagleitncr 707

Grafenhaag), Hauptstadt darin und desGouvernements, Hauptresidenz deS Königsder Niederlande; hat 4 Friebensgerichte,Ccntralbehörden, Handelsgericht, Fingnz-dof. ist erste Residenz des Königs, regel-mäßig gebaut, von Kanälen durchschnitten,hat scköne Alleen und Spatziergänge, Palä-ste (königlicher oder alter Hof mit Biblio-thek und Kunstsammlungen. Ralhhaus),mehrere schöne Kirchen, Getangenpoot (wod e Gebrüder van Witt umgeb, acht wurden),Gesellschaften für Naturgeschichte, Malerei,Berlheidigung der christlichen Religion,wenig Industrie und 44 000 Ew. In derNähe der Haa gische Busch, Lustwaldmit dem Lusthause Oranicnsaal, mit Ge-mäldegallerie. 6) (Gesch.). H war ehe-dem nur ein Jagdschloß der Grafen vonHolland, und kommt als solches-1097 inUrkunden vor. 1248 nahm Wilhelm vonHolland, zugleich teutscher Kaiser, dort ine,nem neugebaulen Palast seine Residenz.1291 verlegte GrafFlorcns V seine Residenzvon dem unweit gelegenen Grafcnsand hie-her. 1370 war H. unter Atbrecht vonBaiern ein 'großes Dorf. 1527 wares schon Sitz des höchsten Gerichtshofs vonHolland und ward von den Geldcrern ge-plündert. Unter Moritz von Nassau wardes Residenz des Stadtbaltcrt der Ge-neralstaaten und der fremden Gesandten.1609 ward hier mit Spanien ein I2jähri-ger Waffenstillstand geschloffen. 1672 wardH. der Schauplatz der Ermordung desRathspensionärs de Witt (s. d.) und seine«Bruders. Unter Wilhelm III. war H. derMittelpunkt der europäischen Diplomatikund wuchs von da an zusehends; doch sankes nach der Revolution von 1795 bedeu,tend, da Ludwig Napoleon d'e Residenznach Amsterdam verlegte. 1807 wardH. Hauptstadt des Departements Maas-land, 181014 des Departem Maat>mün-dungen. Die Rückkehr des Prinzen vonOranien und seine Ernennung zum Königder Niederlande gaben ihm den alten Glanzwieder. (^,. u />-.)

Haag (Georg Märtel), geb. 1652 zuBopsing-n, Maler; studirte in Rom undVenedig (1674) vorzüglich nach Paolo Ve-ronese; kehrte nach Bopsingen zurück u. st.dort 1719.

Haag« (Geogr.), 1) Marktflecken imFürstenthum Ostfriesland (Königr. Hanno-ver); hat Schloß, 840 Ew.; 2) so v. w.Hage.

Haagen (Geogr.), so v. w. Hagen.

Haagen, so v. w. Hakon.

Haa gisch er Busch (Geogr.), sov.w.Busch. Vgl. Haag 5).

Hilllgleitner (Kaspar), junger Geist-licher zu Hopfgarten «m tyroler Brircn-thal; behauptete, man habe nicht nöthig,die unter Napoleons Regierung eingesetz-B y 2 ten