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8 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 8 / G bis Hältiges Gestein
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704
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Eypsarbelter

men. Zum Schmelzen bringt man ihn blosvor dem Löthrobre, mittelst Sauerstoffgases.3) (Technol,). Der G. ist, als gebrannter,seit den ältesten Zeiten, zum Bauen undFormen benutzt morden. Die Alten bedien-ten sich des G.s zur Stukkaturarbcit undBasreliefs (übrig u. a, in Zimmern derVilla Hsäriani zu Tivoli, in den Ruinende« kaiserl. Palastes auf dem palakinisckenBerg, in den Bädern des Tilus, in Ge-bäuden zu Pompeji). Erst zu Alexandersdes Gr. Zeit kam der Gypsguß auf. AISErfinder (vielleicht Vervollkommne,:) wirddes Lysippos Bruder , Lysistratos, genannt.Nach Er'orderyiß wird jetzt der G. mit mehroder weniger Wasser alsGypsbrei vorbe-reiret und gibt dann bei dem VerdunstenGypsmörtel, der ohne Sand (der derWohlfeilheit wegen wohl auch zuge'ügtwird) am besten bindet, daher*, wo es ausFest-gkeit des Bindemittels ankommt, demKalke vorqezogen wird. Noch mehr Hal-tung gewährt er, wenn er mit Eisenfeile,Hammerschlag oder Traß (f. d.) verletztund mit Essig angerührt wird, insbeson-dere als Zusatz, um dadurch eiserne Klam-mern und Angelhaken in Steinen zu befe-stigen. Besonders wird er auch (als GypS-bcwurf) zum Ueberziehen an Wänden imInnern der Gebäude (die keiner Feuchtig-keit ausgesetzl sinkt benutzt, die man glattund fest haben will, desgleichen zu Stuk-kalurarbeiten (f. d.), zu Gesimsen und er-habenen Figuren; er kann dann auch durchBeimischung von vegetabilischen und mine-ralischen Färbestoffen alle Arten von Far-ben erhallen. Even so dient er zu Estri-chen, ingleichen zum Modelliren und Be-reiten von Figuren und Bildern allerleiArt (s. Gypsarbeiken), auch zu Formen fürPorzellan- u. Steingutfabriken u. a. (vgl.Gypsmarmor). Ueber den Gebrauch desgemeinen G.s auf Feldern (Gypsdün-ger) s Gypken Sonst dient er auch zumPutzen von Metallen, Edelsteinen, Perlenu. a., zur Bereitung von Capellen (s. d. 7)zum Silberablreiben u. m. (77Ü-. u, 7>-'.)

Gyps-arbeitcr (Techn.), freie Künst-ler, welche aus Gyps allerlei Gegenständeverkertigen; sie verrichten dies entweder ausfreier Hand, wie zum Theil die Bossireru. Stukkaturarbeiter, oder indem sie einenGypsbrci in Formen ziehen, wovon sieGypsgießer heißen, welche sonst zünftigwaren. Sie verfertigen Gypsbilder inRelief, Gypsfiguren und Gvpsp Up-pen, welche grdßientbeil« hohl sind. Vgl.Biidformer und Bildgießer. (7--/,.)

Güpsara (a. G°ogr.), Stadt ».Hafenin dir irssuritania iüavsai-ienüi», zwischend>!> Vorgebirgen Mignum und Syra.

Gyps- bewurs (Bank.), s. u. Gyps 3).

Gyps-bilder, s. unter-Nypsarbeiker.

Epps-bilder-firniß sHandlgsw.),

«ineBereitung aus Seife u. weißem Wachs,mit Wasser aufgelöst, um die Gypsbilderdamit zu überziehen.

Gyps-braun (Mineral.), Art Gyps-spath vom Montmartre, von brauner Far-be; wird gern von den Goldschlägern ge-braucht. G.-brei, s- unt. Gyps 3).

Gyp s-brenn en (Techn.), wird, wennman gebrannten Gyps in geringer Menge er-hallen will, in einem Kessel bewirkt, unterwelchem Freier angemacht wird; eine grö-ßere Menge brenni man im gewöhnlichenBackofen. Nachdem der O'en gut erhitzt ist,werden die Kohlen herausgenommen, derGyps eingesetzt, die Thürc vermauert undder Gyps ungefähr 30 40 Stunden imOfen gelassen. Beim Gypsbrennen imGroßen braucht man den Gypsofen,welcher in Gestalt eines abgestutzken Kegel«gewöhnlich an e'nem Abhange von Ziegel-steinen so eingebaut wird, daß die obererunde Oeffnung des Ofens mit der Erdober-fläche horizontal ist und man unten leichtzu dem 2 Fuß breiten 3 Fuß hohen Schür-loch gelangen kann. Der Ofen ist 1214Fuß tief und hat IO12 Fuß im Durch-messer. An der freistehenden Seite desOfens wird eine starke Mauer von gleicherHöhe mit demselben errichtet, in welchere'n Zugang «um Schürloch gelassen wird.Bor dieser Mauer ist zugleich eine Tennevon Lehm oder Thon, auf welcher der ge-brannte Gyps ganz klar geschlagen wird,und über das Ganze eine Hütte erbaut.Beim Einsetzen des Gypses in den Ofennimmt inan die härtesten Steine zu unterstund baut von denselben ein Gewölbe, wel-ches vom Schürloch an durch den ganzenBoden des Ofens hindurchgeht. Hieraufwerden abwechselnd Holz- und Gypsschick,-ten in den Ofen gebracht u. auf der Oess-nung desselben ein hoher Hauken von kleinenGypssteinen gemacht Die Feuerung durchdas Schürlvch dauert 1218 Stunden.Beim Kla-schlagen des gebrannten Gypsesmit Stampfen und Britschen auf der Len-ne oder in einem hölzernen Kasten mit böl-zernen Hämmern entsteht ein für die Ar-beiter sehr lästiger Staub, daher wird eraus Gvpsmüblen klar gemahlen, sie ha-ben größere Steine als die gewöhnlich-"»Madlmüblen und kein Beutelwerk. (7-ä.)

GypS-decke (Baut.), s. unt. Decke S).

Gyps-drusen (Miner.), angeuäutteKrystalle von Gyps auf einer gemeinschaft-lichen Mutter.

Gyp S nger(Oekon.), s. unt. GypS3) und Gypsen. 2) (Landw.), s. Gypsen I).

o^xselrrs (Aool.), so v. w.lus, j. Segler.

Gypsen (Landw.), 1) gemaklenen Gypsauf Fetter u. Wiesen streuen, um sie da-durch zu düngen; man rechnet dabei auf 1Scheffel Land auch 1 Scheffel rohen oder

L Scheffel