Gyn-Görmez
Gyn-GLrmez (türk. Staatsw.), dasOberhaupt derjenigen Leute, welche in derNähe von Constantinopel, jenfeit Skutark,auf den Gebirgen den Mond beobachtenmüssen, um genau den Eintritt des Neu-mondes zu wissen, nach welchem sich ver-schiedene türkische Feste richten. Sie sind,zur Belohnung für diese Mühe, von dengewöhnlichen jährlichen Abgaben u. Steuernfrei. (7i^-.)
t-^ilostsAirrnl (bot.Nomencl.), Ge-schlechkshülle, die Umgebungen der wesent-lichen Befruchtungsorgane einer Blüthe,also: Kelch, Blumenkrone, Neklarien (fd. a.).
Gvöngyös (Geogr.), Markts! in derGespannschaft Heves (Oder-Ungarn), amFlusse gleich. Nam.; hat 8000 Ew.» an-sehnliche Fabriken, Weinbau u. s. w. Gyö r,so v. w. Raab. György, Szent,Marktfl. und Taxalort des Szekler-Husa-renregiments, aus der siebcnbürgischen Mi-litärgrenze; liegt am Alt, hat 2 Mine-ralquellen. Györgyö, I) Bezirk imcsiker Stuhl, Land der Czekler (Sieben-bürgen); hat 13 Ortschaften, u. 2)(Gyor-giö St. MikloS), Marktfl. darin, meistvon Armeniern bewohnt; Hauptort des csi-ker Stuhls, mit Normalschule. GyörVärmegye, so v. Raaber Gespannschaft.
Gyp (Schiffb.), ein Flaschenzug mit 2Kloben.
6z-z>a§lu« (Zool.), s. Geieradler.
bei Vieillot Gattung aus derFamilie der Geier. s.
Stelzengeier.
Gyps (§^x,uin), 1) (Miner.), zurGruppe Calcium, bei Leonhard gehörig;enthält 3 — 4 Kalk, 4—5 Schwefelsäure,2 Wasser, hat zum Krystallkern eine schieferechteckige Säule, kn vielfachen (bei Leon-hard 32) Nachgestalten-, ist härter als Talk,weicher als Kalkspath, etwas biegsam,wiegt etwas über 2; findet sich als Flötz-gebirge, selten im Urgebirge. Leonhard hatfolgende Arten: Gypsspath, mit meistetwas convexen Krystallen, zu mehr oderminder durchsichtigen Blättchen spaltbar(Fraueneis, FrauenglaS genannt,wenn die Blätter wie Glastafeln brechen),hat Perlglanz, oft blätterige oder strahligeTextur (StrahlgypS, Gypsrosen),wasserhelle, weiße oder ins Graue fallendeFarbe (doch auch gelb, braun, seltner grüngefärbt); findet sich häufig, oft von Stein»»der Quellsalz begleitet; Fasergyps,mit faserigem Gefüge, derb, durchscheinend,perlmutterglänzig, weiß ins Graue undRöthliche; zwischen andern Gyps oder imSteinmergel; Schaumgyps, schuppig,angeflogen und eingesprengt, etwas perl-mutterglänzig, schneeweiß, auch gelblich;Körnergyps (auch Alabaster genannt),derb, mit grob- oder feinkörnerigem Ge-füge, durchscheinend, weiß ins Gelbe, Ro-
Gyps 703
the und Graue übergehend; Gypsstein(auch zum Alabaster gerechnet), derb mitetwas splitterigem Bruch, an den Kantendurchscheinend Weiß ins Graue, Rothe,Braune, gefleckt», gestreift; Gypserde,staubartig, ist weiß, in« Grauliche u. Gelbeübergehend. Einige dieser Arten, zumalGypsspath und Gypsstein enthalten Bitu-men u. heißen dann Stinkgyps. Okenhat mehrere Mineralien mit Gyps bezeich-net, als Neschgyps (so v. w. Schwerspats»),Sterngyps (so v. w. Cölestin) und Kalk-gyps; dieser ist getheilt in Anhydrit (Stink-gypS) und gemeinen KalkgypS (so v. w.Gyps, s. oben) mit den Arten: geform-ter G. (so v. w. Gypsspath), halbge-formter G. (so v. w. Fasergyps), un-g «formt er G. (so v. w. körniger G. u.G.stein) und zerfallener G.; blätte-riger G-, so v. w. Gypsspath; dichterG., so v. w. Gypsstein; erdiger G.,so v. w. GypSerde; faseriger G., sov. w. Fasergyps; körniger u. schup-piger G., so v. w. Körnergyps; Waf-fe r fr e i c r G., so v. w. Anhydrit. 2) (Sele-nit, Chem.). Der G. ist seiner Natur nacheine Verbindung von Schwefelsäure u. Kalk ;wird daher auch durch Vermischung von bei-den (als schwefelsaurer Kalk) künst-lich kiystallinisch dargestcllt, doch nur inunbeträchtlichen Krystallen, wogegen solcheim Fraueneise, als dem reinsten natürlichenG., oft von sehr ansehnlicher Größe sichbilden. Die Verhältnisse der Bestandteilein solchem reinen G. sind 0,32 bi« 0,34Kalkerde, 0,44 bi« 0,46 Schwefelsäure,0.22 Krystallisationswaffer. Diese Krystallesind an der Luft beständig; doch wirkenLuft, Wasser und Wärme nach und nachzerstörend ein; die, vornehmlich von demKrystallisationswaffer abhängige Durchsich-tigkeit verliert sich daher in kurzem, undauch Fraueneis kommt um deswillen vonverschiedenen Graden der Durchscheinbarkeitvor. Er löst sich schwer (bei Siedhttze in470 Theilen) in Wasser auf. In der Hitzeverliert er sein Krystallisationswaffer ganz(in starkem Feuer unter Knistern), wirdunter Aufwallen völlig undurchsichtig, sehrzerreiblich und locker und heißt nun ge-brannter G. (Kz-xsuin usrum); diesersaugt mit Kraft oas mit ihm vermengteWasser (unter einem schwachen, den faulenEiern ähnelnden Geruch) ein, erhärtetdann wieder in Art einer unvollkommenenKrystallisation zu einem steinharten Kör-per und bildet dann (unter Zunahme anGewicht und Volumen) GypSmörtel.Durch zu starkes Brennen gelangt er aberin eine» anfangendcn Zustand von Vergla.sung, verbindet sich dann nicht gehörig mitWasser; man nennt ihn dann todtge-brandt. In sehr heftigen Feuer (imLhontiegcl) verglast sich der G. vollkom-men.