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8 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 8 / G bis Hältiges Gestein
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698
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698 Gyges

meneS, Mutter des Lmolos, Mesthles undAntlphos, welche die Lydier den Troern zuHülfe führten.

Gyges, 1) (Myth.), Handstarker, einHekatoncheir oder Centimane (s. d.). 2)

Ein Lydier, Liebling des Königs Kandau.leö, der ihm, um ihn zu überzeugen, daßer die schönste Frau habe, den Anblick sei-ner nackten Gemahlin verschaffte, die, überdiesen Schimpf erbittert, den G. zur Er-mordung des Königs ermunterte und sichihm, 728 v. Ehr., mit dem Reich schenk-te, wodurch die zweite Dynastie Lydiens,die der Herakliden, sich schloß und die derMermnaden begann, deren letzterer Krö-sos war. Gegen einen Aufruhr des Volks be-hauptete er sich durch einen Ausspruch desdelphischen Orakels, dem er dafür sehrgroße Geschenke (s. Herodot 1, 8) sandte.Er fing Eroberungskriege an u. nahmKolo-phonien, begann auch einen Krieg mit Smyrnau. Milet, welchen letztem sein Sohn ArdyS(689 v. Ehr.) glücklich fortsetzte (vgl. Arselis).Die Fabel (Platon äs repb-, B. 2, Ci-cero äs olko. III.) läßt ihn, einen Hir-ten , eine Oessnung in der Erde, darin einehernes Pferd, mit einer Thüre an derSeile, in diesem einen Leichnam und andessen Finger einen Ring (Gyges Ringsdahcr sprüchwörllich: G. Ring finden,so v. w. überaus glücklich sein, zugleichaber auch: wankelmüthig, boshaft u. listigseinj, vgl. Daktyliomanteia) finden, der,einwärts gedreht, unsichtbar machte. Durchihn fand ec den Weg zum Herzen u. zumSchlafgemach der Königin und wurde, nachErmordung des Kandaules, deren Gemahlund König. (5-7,.)

Gyges (See des, a. Geogr.), so v.w. Gygäa.

Gygi (Gyge, nvrd. Myth.), eine Rie-sin; wohnte östlich von Widgard, im WaldJarnvidr (Etsenwald); gebahr viele Söh-ne, die Riesen waren, alle in Wolfsge-stalt; vorzüglich war sie Mutter von Skoll(s. d.), Halt (f. d.) u. Managarmur (s.d.).

Gygr (nord. Myt.h.), so v. w. Gygi.

Gyies (Mych.), so v. w. Gyges 1).

G yl d enste in (Geogr.), Grafschaft imdänischen Stifte Fühnen.

Gy.l'Ev?«sue-(Weinh.), ein geringerBurgunder vierter Klaffe.

Gylfe (nord. Myth.), Göte's Sohn,Oberkönig von Schweden zu Upsala, einkluger und weiser Mann; reiste, um zu er-forschen, ob das Asenvolk, nach dessen Wil-len Alle« geschah, aus eigner Kraft odervermittelst der Götter, die es verehrte,so gewaltig wäre, unbekannt in Gestalteines alten Mannes nach Aasgard; aberdie klugen Äsen, zuvor von seiner Ankunftunterrichtet, täuschten ihn durch Zauberei.G. fragte Odin aus, und dieser trug die

Gyllookpa

Asalehre vor. Dieses ist der vorzüglichsteTheil der jünger» Edda u. heißt Gylfa,ginning (G.s Täuschung). G., der keineSöhne hatte, nahm Odin, als er nachSchweden kam, zum Mitregenten an. Ersoll 160 v. Che. gelebt haben. (^ä.)

Gylion (gr. Ant.), langes, schmales,geflochtene« Soldatenränzchen.

Gylrppo« (a. Gesch.), de« Kleandri«das Sohn, etn Lakedämonier, durch Tapfer-keit ausgezeichnet; führte den SyrakusieruHülfe zu, als der Athenäer Nikia« Syra-kus 415 v. Ehr. belagerte. Er entsetztediese Stadt (s. Syraku«, Schlacht bei),wurde darauf von dem durch eine neueFlotte unterstützten Nikias zur See geschla-gen, griff aber die Verschanzungen der aufder Küste versammelten, dem Seetreffenzuschauenden Belagerungsarmee plötzlich anund rächte seine Niederlage blutig an die-sen. Auf dem Rückzuge der die Belagerungaufgebenden Athenäer schlug er diese noch2 Mal, nahm Nikias und dessen College»Demosthenes gefangen, deren Armee er auf-rieb; verdunkelte aber seinen Ruhm durchEntwendung der in Athen gemachten Beute,wofür schimpfliches Exil ihn strafte. (SoL.)

Gyllenborg, 1)(Karl, Graf von),geb. 1679; begleitete Karl XII. auf seinenersten Feldzügen u. ward, nachdem er Le-gationssecretär gewesen, schwedischer Ge-sandter in England, wo er aber 1717 ver-haftet wurde, weil man ihn beschuldigte,an den Planen des Freiherrn Görz gegenLaß Haus Hannover Theil genommen zuhaben. Nach 3 Monaten erhielt er jedochseine Freiheit wieder, wurde nach KarlsTode zu mehrern Würden befördert undst. 1746, als Reichsrath und Kanzler derUniversität von Upsala. 2) (GustavFriedrich, Graf von), schwedischerStaatsmann und Dichter, geb. 1729; st.1809 und hinterließ: Satyren, Oden, Fa-beln und andere Gedichte, unter denenman besonder« den Winter und Frühlingschätzt. (1-e.)

Gyllenhielm (Karl), so v. w. Gul-denhelm.

Gylliönes (a. Geogr.), kleiner ger-manischer Volksstamm, dessen Sitze bis indie Laririsriu Luropse», an den Guttalus,vorgeschoben waren.

Gyllöökpa (Lam. Rel.), eine von denbeiden religiösen Sorten, in welche sich dieAnhänger der Lamaischen Religion Hei-len. Sie unterscheiden sich von der an-dern Secte, der Rolhmützen (Shammar),durch die gelbe Farbe der'Kopfbedeckungund heißen daher Gelbmützen. An ihrerSpitze stehen 3 Lama's, der Dalai Lama,Teschoolama und Taranautlama. Sie istgegenwärtig die herrschende in Tibet undwird für die orthodoxeste gehalten. IhreHerrschaft erlangten sie durch einen glückli-