Ga'cke
empfing durch die ausströmenden Bluts«tropfen und gebar darauf die Erinnyen,Giranten und melischen Nymphen, spätervon ihrem Sohn Pontes den Nereus,LhaumaS, Phorkys, die Keto und Eury-bia. Unzufrieden wieder mit Kronos, derseine Kinder verschlang, veranstaltete siedie heimliche Erziehung des jüngsten, Zeus.Als dieser erwachsen war, half sie ihm aufde- Kronos Thron. Später kommt Gäain der olympischen Götterdynastie nicht wei-ter vor; sie hatte jedoch noch einige Orte,wo sie verehrt wurde, so auf der Akropo-lis in Athen; auch Orakel hatte sie; selbstDelphi soll sie früher allein oder gemein-scha'tlich mit Poseidon besessen, dann anThemis abgetreten haben, von der es Apol-lon empfing. (7t. ^.)
Gäckc ^Zool.), so v. w. Dohle.
Oasäeroprrs (Zool.), s. unt. Laza-rusklappe.
Gädicke (J»h. Christian), geb. 17S3zu Berlin; war Affocie des Jndustriccom-toirs zu Weimar; ist seit 1.798 weimarischcrCommisstonsrath und seit 1804 Buchhänd-ler zu Berlin. Er schrieb u. a. Fabriken-Lerikon von Teutschland, 2 Bde., Weimar1798 und 1799; der Buchhandel, Weimar1803; Lexicon von Berlin und Umgegend;Berlin 1806; Kurze Beschreibung von Ber-lin, «bend. 1813; Freimaurcrlexicon, Ber-lin 1818. Wegen des letztern ist er viel-fach angefeindet worden (7>-.)
Gädhüll, bei den Mongolen und Kal-mücken eia DiakonuS oder Gchülfe einetwirklich geweihten Priesters der LamaischcnReligion Sie machen die 2. unter den 3Niedern Klaffen der Geistlichkeit aus, wer-den auch vom obersten Lama geweiht undwohnen theils bei diesem, theils zerstreut,um den Kalmücken geistliche Hülfe zu lei-sten. S^e müssen alle Pflichten des Prie-sterstandes erfüllen, dürfen sich nicht vcr-heirathen, keinen Segen ertheilen u., außerdem Untergewande, der rokhen Schärpeund der spitzen Mütze, nichts vom geistlichenOrnat tragen. Beim Gottesdienste sindsie Vorsänger und Borspieler. (7t. O.)
Gäkocho« (gr-, Myrh.), so v. w.Geuchos, s. unter Asphaliäos.
Gägler (Zool.), so v. w. Bergfink.
Gähnen (Physiol.) wird gewöhnlichals eine eigne Art des Lthemholens be-trachtet. Obgleich aber immer ein tieferesEinathmen und also auch längeres Ausath-men damit verbunden ist, so ist solchesdoch nur begleitend und nicht die Haupt-sache beim G. In ihm wird nämlich, nacheiner instinctmäßigen Naturfordcrung, einZustand fühlbarer Ermattung dadurch be-seitigt, daß durch Einziehen fri'cher Luftin der kiefern Rachenhöhle, in der Gegendder Eustachischen Röhre, eine wohlthucndeAnregung bewirkt wird. Um deswillen ist
Gährstangen 9
zu gehörigem und wirksamem G. das Her-abziehen des Unterkiefers und weite Oeffnendes Mundes Hauptbedingung. Man gähntdann in einem oder mehrern tiefen Athem-zügcn; am anregendsten und besriedigend,sten ist aber immer G. nur dann, wenndie Luft, unter Erweiterung des knorplichenTheils der Eustachischen Röhre in dieseselbst und durch sie bis in die Paukenhöhledes Ohr- gelangt, was sich besonders durchein eigne« Summen im Ohr andeutet. Gc-wöhnliw tritt G. zugleich mit dem Schlaf»bedürfniß ein, wenn man sich des Schlafsnoch erwehren will, eben so wenn man,ohne noch zu voller Munterkeit gelangt zusein, ans dem Schlafe erwacht; es ist dannmit dem Bedürfniß von Strecken der Glie-der und Reiben der Augenlider verbunden,welches eben so Anregungsmittel für dieMuskel- und Nerventhärigkeit ist. DerTrieb dazu erwacht zugleich mit dem Alh-mensbedürfniß selbst. Schoo neugeborneKinder gähnen, auch Thiere mit Lungen,besonders beim Schläfrigwerden und beimErwachen. Aber auch in andern Zuständenvon Lebensermattung entsteht Neigung zumG., so beim Hunger, besonders in kalterLuft, eben so vor Eintritt von Fieberfrost,Krämpfen oder Ohnmächten u. f. w. Auchist G. der gewöhnliche Begleiter der Lange-weile, die eine Ermattung des Vorstellungs-lebens ist. Ja schon die lebhafte Vorstel-lung vom G. erregt es selbst; daherist auch G.gleichsam ansteckend. Ein schlaftrunkenerBedienter auf dem Theater regt gähnendin allen Zuschauenden den Trieb zum Mit-gähnen auf, wenn ihnen auch das Spielselbst unterhaltend ist. (7>,.)
Gähn-muscheln (Zool.), so v. w.Gienmuscheln.
Gähr-bäder (Med.), Bäder in Flüs-sigkeiten, in denen Stoffe einer weinigen Gäh«rung unterliegen; wegen der sich entbinden-den Kohlensäure als Hautreizung von man-cherlei Nutzen.
Gähr-bottich (Brauw.), ein großerBottich, in welchem dem Biere die Hefengegeben werden. In manchen Brauereiensteht er in einem besondern Zimmer, derGähr-kammer; bisweilen gebraucht manauch den Bierbottich statt desselben. Vgl.Bicrbrauen.
Gähren, 1) in Währung (s. d.) sichbefinden; 2) (Bäcker), s. unter Brod, Bä-cker und Backen; 3) (Brauer), s. Bier-brauen; 4) (Gerber), von den Fellen, durchda« Beitzen (s. d. 9 und 10) aufgelockertwerden. Bei den Weißgerbern geschiehtdies in einer Tonne, dem Gährungs-gefäße;5) (Kohlenbr.), so v. w. Durch-eimern.
Gähr.stanzen (Bäcker), Stangen,welche nahe an der D-cke der Backstubeangebracht sind, um Breler mit Teich dar-auf