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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
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715
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Kanzleisprache

turschrift; die Buchstaben sind höher, dieGrundstriche nicht massiv, sondern hohl undmit Verzierungen versehen, oder in derMitte mit einem Absatz, welcher bisweilendurch einen Streifen noch mehr herausgeho-ben wird. Sie kommt jetzt fast nur nochauf gestochenen Büchertiteln u. in Lehrbrie-fen u ähnlichen Ausfertigungen vor. (F«K.)

Kanzlei.spräche 1) (Staats»,.), diein Kanzleien für Ausfertigungen gewöhn-liche Art sich auszudrücken. K.-stun-den oder Lage, die Zeit, zu wel-cher eine Kanzlei in dem betreffenden Lo-cal anwesend sein muß. K.-styl, s. unt.Geschäftsstyl. K.-taxe, die Kosten fürdie in einer Kanzlei geschehenen Ausferti-gung. K.-Verwalter, sonst der Vor-steher der Kammergerichtskanzlei. K.-ver-wandte, diejenigen Personen, welche beiKanzleien angestellt sind. K.-wachs,Siegelwachs, welches bei Urkunden ge-braucht wird.

Kanzler ( c-nasll-rius, Staaisw.),1) im Mittelalter derjenige Hofbeamte, derdie königlichen Urkunden ausfertigte undmit Unterzeichnete und sonst auch den Po-sten eines Ministers versah; 2) währendder teulschea Neichsverfaffung so v. w. Erz-kanzler, s. unter Erzämler.; 3) obersterVorgesetzter einerKanzlei, des. in dem Sin-ne von Kanzler 2), daher 4) erster Beam-ter der Gerichtspflege in einem Staat, soS) in manchen Staaten Titel eines Regie-rungspräsidenten, vgl. Staatskanzler; 6)in Stiftern, Klöstern und auf Universitäten,der erste Vorgesetzte, der die Gesetze fürdieselben entwirft, die höchsten akademi-schen Würden ertheilt, welche Stelle ge-wöhnlich von dem Bischof oder Domprobstder Diöces bekleidet wird. In Sachsenwird daS Kanzleramt der Universität Leip-zig, das eigentlich dem Landesherrn zu-kommt, von jeder Facultät abwechselnd durcheinen der ordentl. Professoren unter dem Na-men eines ProkairzlerS verwaltet, derauch für Aufrechterhaltung der Privilegien,für Ankündigungen, Anordnungen der Pro-motionen u.s. w. Sorge zu tragen hat; 7)in England K. der Schatzkammer s. u.Großbritannien; 8) bei einem Ritterordender erste weltliche Beamte und Siegelbe-wahrer desselben; S) in der Türkei, so v.w. Reis-E endi (s. d.). (,;/</.)

Kanzler (der), wie Adelung in seinenMagazin (Bd.2. Heft Z.S. 80) vermnthet,Heinrich von Klingenberg, der Kai-ser Rudolphs Kanzler und 1392 Bischof zuKostnitz wurde. Die Manessische Samm-lung (Bd.2. S.237 u. f ), enthält von die-sem Minnesänger 77 Strophen, zum Theilmoralischen Inhalts. (/-».)

Kanzlist, ein Beamter in einerKanz-lei (s. d.), welcher die Ausfertigungen indas Reine schreibt, auch wohl solche Arbei-

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ten besorgt, zu welchen bloS Kenntniß derForm nöthig ist.

Kao (Geogr.), s. unt. Ketu.

Käoli (Geogr.), so v. w. Korea.Kaolin. (Mineral.), Lhonart, bei Leon-hard Act des Feldspaths, bei Oken unterden Luftthonen; kommt alS derbe Massevor, die aus matten, staubartigen, mehroder weniger fest verbundenen Theilen be-steht; ist von Farbe weiß, ins Graue oderRöthliche fallend; findet sich bei Aue inSachsen, in Oestreich (Passau), Ungarn,England, Irland, Finland, China, Ja-pan, besteht wahrscheinlich au« verwitter-tem Feldspath, gibt das Porcellan. (7^>.)

Kao-tang-scheng, chinesischer Gelehr-ter, der zu Anfänge der Dynastie Hanums Jahr 1100 v. Ehr. lebte. Er ver-faßte das B-li und da« Po-sche-li,welche in 17 Bänden von den Tugendender 3 ersten Dynastien Hia, Schang undTscheu handeln; auch enthalten sie eine ge-naue Auseinandersetzung der Gebräuche undCeremonien, welche von Vao und Schün(2222 v. Ehr. Geb.) bis auf die Zeitender Han Statt gefunden haben, und sindein würdiges Gegenstück zum Lscheu-lk; siegehören zu den kleinern King der Chinesen.Tai-tsong, der 2. Kaiser aus der DynastieTang, ließ den Namen des K. in dieMiao des Kong-fu-tse setzen; Tscheng-tsong,der 3. Kaiser des Hauses Song erkheilteihm den Titel eines Fürsten von Lai-u,und Schi-tsong, der 12. Kaiser der Ming,gab ihm den Beinamen Siemju-kao-tang-tse, d. i. Kenner der Lehre des Alter,thums.

Kaö-ti (chin. Gesch.), s. unt. China(Geich.).

Kao-tscheu-fü (Geogr.), Stabt inder chinesischen Provinz Kanton, liegt amSingihr; bat ansehnlichen Handel, G-richts.barkeit, über 5 Städte. In den Wäldernder Umgegend sind viele Pfauen.

Kao-tßong (chin. Gesch.), s. unt. Chi-na (Gesch.).

Kao-yeu (K.-Hu, Geogr.), See inder chinesischen Provinz Kiannan; darandie Stadt Kao-yeu-tscheu.

Käpaneus (Myth.), Sohn von Hip-ponoos und Astynome (Saodike), einer der7Helden gegen Theben; äußerte trotzig, erwerde die Mauern der Stadt stürzen, möch-ten es die Götter wollen oder nicht. Als erdie Mauer wirklich erstiegen, traf ihnZeus Blitz, oder n. And. wurde er ve n ei-nem Steinhagel erschlagen. Seine Ge mah-lin Euadne stürrte sich aus Liebe in dieFlammen keines Scheiterhaufens. Nach Ei-nigen brachte ihn Asklepios wieder in6 Le-ben. Sein Sohn war Slhcnelos, der mirDiomedes gegen Troja zog. (A. -k.)

Kapanidscha (türk. Gebr.), ein kost-barer Ehrenpclz von Marder, Hermelin

oder