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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
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Seite
326
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Z26 Jagadeva

wird durch Reiben zweier Hölzer entzün-det und mit neunerlei Arten von Holzgenährt, dann ein fehlerloser Widder er-drosselt, tsse Leber herausgenommen und inButter gebraten, das übrige des Opfersmit wohlriechendem RLucherwerk verbrannt,dann die Leber mit Brodstückchen unter dieanwesenden Brahminen vcrtheilt. Äon demOpferfeuer muß der Vorsteher des Opfers(Jagnaman, spr. Dsch....) etwa«mit nach Hause nehmen und es /ein ganzesLeben durch sorgfältig unterhalten, damit. sein Scheiterhaufen damit angezündet werdeund er. so ganz entsündigt ohne weitereWanderung in Brahma's Wohnung ein-gehen könne. Priester, welche dies Opfereinmal verrichtet haben, werden besondershoch geschätzt und als vorzügliche Lehrerverehrt. (kr. D.)

*Jagadrva (spr. Dsch..... ind. Liter.),berühmter lyrischer Dichter Indiens aus älte-ster, fast mythischer Zeit. Sein berühmtestesGedicht ist Gita Gowinda, «in Idyll.Krischna erscheint unter den Hirtinnen(Gopis), die schönste unter ihnen, Rad-h a, glaubt sich zurückgesetzt durch die Liebe,die er andern erwies. Eine Freundinübernimmt die Vermittelung, versöhnt dieLiebenden und diese feiern nun die My-sterien der Liebe.

«Jagära-zucker (sprich Dfch....,Nahrungsm.), wird in Ost-Indien ausdem Palmwein (s. d.) durch Einkochen undZuthat von Kalk gewonnen; er ist vonröthlich-brauner Farbe, kann aber durchnoch mehreren Zusatz von Kalk und andereWortheile auch weiß erhalten werden.

»Jagarnat (Jagrenat, Jangar-nat, spr. Dsch....; richtiger Olren» A»-naste, d. b. röche Erde), Stadt am Hur-chand im Distrikt Khoordah der vorderindi-schen Prov. Orissa, bei den Ausflüssen desGanges. Sie verdankt ihren Ruhm drei gro-ßen Pagoden des Krischna, die aus ganz In-dien von unzähligen Pilgern, des. zur Zeitdes Wagcnfestes, besucht werden. Die Indierhalten den Haüpttempel daselbst für denältesten von allen, erbauet nach der Sagezur Zeit des ersten Königs von Orira, desParikschitu, vor beinahe 5000 Jahren. DaSBild des Krsschna, seines Bruders und sei-ner Schwester befinden sich zu I., mit ei.nem Mantel von Goldbrokat, die Augen sind2 D amanten u. der ganze Körper ist mitden kostbarsten Edelsteinen geschmückt. DieEinkünfte des Tempels sind so groß, daßtäglich wohl 20,000 Pilger umsonst ge-speist und eine zahlreiche Priesterschaft er-halten werden können. Alle Indier, die Pa-rias ausgenommen, haben freien Zutrittzu den Pagoden. Der Castenunterschiedhört auf und Alle können mit einanderessen. Jeder Wischnuanbeter muß wcsti'g-stens einmal -in seinem Leben nach I. wall-

Jagd

führten und man rechnet jährlich 1,000,000Pilger. Die Pagoden liegen in einem unge-heuer» Viereck, das 1122 F. lang, 696 breitist. Die Umfassungsmauer, von 24 F. Höheu. 88 F. Breite, ist aus schwarzen Stei-nen von ungeheurer Größe ohne Mörtelaufgeführt. Die Form der Pagoden istdie pyramidaliscbe, die Höhe der Haupt-pyramide 844 Fuß. Unter den Steinbli-cken findet man in einer Höhe von I5oFuß mehrere, die IO bis 12,000 Cubr'fußenthalten, und doch sind die Steinbrüche,woraus sie genommen, 84 teutsche Meilenentfernt. Gewölbe kommen hier, so wieüberhaupt an allen alten indischen Bauen,nicht vor. ' (7i. /).)

Jagllth (a. Geogr.), Ortschaft in derafrikanischen Landschaft iVlsurirsriia rinAi-t-ir»; soll das heutige Tetuan sein.

*JLgathey (Geogr.), so v. w. Dschag-gatai.

*Jagathnätha (Geogr.), so v. w.Jagarnat.

Jagd, 1)(Jagdw.), das Geschäft, wildeLhiere zu fangen od. zu tödten, so wie dieKenntniß davon u. die Geschicklichkeit darin.In den frühesten Zeiten wurden die Men'chenzu Betreibung der I. veranlaßt, rhcils um sichvor wilden Thieren zu schützen, theils umsich Nahrung und Kleidung zu erwerben.Die ersten dabei gebrauchten Waffen wa-ren die Keule, der Spieß, die Schleuder,die Schlinge der Bogen. Für viele Völkerwar u. ist dic J. die vorzüglichste Erwerbsartdes Unterhalts, so war sie es vorzüglich beiden altenTeutschen, ».noch jetzt ist sie es beivielen nordasiatischen und nordamerikani-schen Völkerstämmen, welche die I. vor-züglich zu Erlangung des Pelzwerks u. derNahrung betreiben. Bei den Griechen gehörtedie I., besonders bei den Spartanern, zuden gymnastischen Uebungen der Jugend,und sie wurde auch häufig von griechi-schen Bürgern betrieben. Die gewöhnlicheJagdkleidung und Jagddewaffnung warein leichtes Kleid, Schwert und Wurf-spieß. Bei den Hebräern blieb die vonden nomadischen Hebräern schon geübte I.«ine gewöhnliche Beschäftigung. Man be-diente sich dabei insbesondere des Bogens,der Lanze, des Wurfspießes, der Netze (die-ser auch für größere Thiere), der Schlingenund der Fallgruben, letztere besonders fürLöwen, lieber die I. haben unter ^denGriechen Tenvphvn und Arrianos (s. b.)geschrieben. Gewaltige Jäger, denen diedankbaren Zeitgenossen die Erlegung vielergefährlicher Raubthiere nachrühmlcn, warenbei den Alten Nimrod, Simson, Hercules,Theseus u. m. a. Schwerlich kannte manschon damals die Jagdreviere (s. weiter un-ten), wohl aber kamen dieselben im Mit-telalter vor. Sie entstanden um so leich-ter, da die Besitzer von Lehngütern die

Herrn

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