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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
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327
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Jagd

Herrn der Forste waren und daher» als fiedas Jagdregal prätendicten, um so weni-ger Widerstand fanden, und da sie zugleichals die vornehmern Ofsiciers im Heeredes Ueberwinder« einen großen Einfluß aufdie ihnen militärisch Subordinirteri aus-übten und die Besiegten, die ihnen nochmehr untergeben, vielleicht sogar Leibeignewaren, gar nicht um ihre Zustimmungfragten. Ihre Hauptbestimmung war aberder Krieg, die Güter ihnen nur al« einMittel zu ihrem Unterhalt angewiesen, dieI. ist aber ein Bild des Kriegs, u. die Edlenbetrieben daher diese mit größtem Eifer undsahen sie für ihre Hauptbeschäftigung imFrieden an und übten sie, den Forstzu Pferde und zu Fuße, mit dem Bogenund der Armbrust, oder auch wohl nur mitdem kurzen Jagdspieß durchstreifend, mitLeidenschaft. Die hohe I. (s. weiter un-ten) behielten sich die Herzözc, Grafen undhohen mächtigen Barone, auch wohl derKönig des Landes in einzelnen Gegendenoder auch Anfangs im ganzen Lande vorund überließen die niedere I- den geringe,rcn Vasallen. Auch einzelnen Städtenward die I. in ihrer Flur zu Lehn gege-ben, so daß sie die Bürger ausübten. Ineinzelnen Landstrichen, besonders in gebir-gigen Provinzen, wo die I. mehr Müdeund Beschwerden machte, blieb die I. auchwohl dem ganzen Volke überlassen, odererhielt sie in späteren Zeiten durch po-litische Veränderungen od. durch die Gnadedes Landesherrn. So ist die I. in Tyrol,der Schweiz, den Pyrenäen Jedermann er-laubt. In Frankreich stellte man während'«er Revolution den Grundsatz auf, daßpde Gemeinde die ihr gehörige Flur selbstgegen die Angriffe des Wildes schützen,dagegen auch den Vortheil von demFlusch, der Haut desselben Haben müsse,da iS sich von ihnen gehörigen Dingen näh-re, daher steht jetzt jeder Gemeind« inihrer Flur das Recht der I. selbst zu, undsie darf sie selbst benutzen oder verpachten.Noch jetzt gehört bei den meisten Völkerndie I. zu den ritterlichen Beschäftigungen,welche Fürsten und die Vornehmsten desVolkes üben. Indessen ist eine starke Be,völkerun; der größte Feind der I., und eSbedarf daher der größten Aufmerksamkeitin Gegeiden, da wo Leutschland stark be-völkert ist, die I. in dem Stande zu er-halten, d>ß die Jagdlust befriedigt werdenkann. Daier wurde das Jagdwesen in derneuern Zer zu einer eignen Wissenschafterhoben. Liese Jagdwissenschaft zer-fällt aber in folgende Haupttheile:Jagdzool'gie; enthält die Kennlniß derEiniheilung ,nd Benennung der jagdbarenvierfüßigen Lhiere und Vögel, von dem in-ner» und äuß'rn Bau derselben, von ihremAufenthalt, ihrer Nahrung und Fortpflan-

Jagd rr?

zung, von den Eigenthümlichkeiten in ihremLeben u. Benehmen, von ihren Geschlechts-und Altersverschiedenheiten und ihren Spu-ren und Fährten, ferner die Naturgeschichteder verschiedenen, bei der I. nutzbaren, zahmenLhiere, also in Europa des Pferdes, desHundes, des Frettchens,, der verschiedenenArten von Falken. S. Wildzucht, sie be-ruht auf den Kenntnissen von den Umstän-den, die jeder Wildart nachtheilig oder zu-träglich sind, von der jeder Wildart vortheil-haften Gegend, von dem besten VerhältuißjederWildgattung u. des Geschlechts eines je-den Wilds zu dem anderen u. von den Regeln,nach den man Wildstände im Freien "od. inLhiergärten anlegen oder gefunkenen wie-der aufhelfen, und der Weise, wie mandies alles durch künstliche Fütterung, Salz-lecken, Einhegen des Wildes begünstigenkann. 0. Wild schütz; er besteht vorzüg-lich in der Sorge, die Raubthiere (Wölfe,Füchse, Kater, Marder, Iltisse» Wiesel,Raubvögel aller Art) möglichst zu vertil-gen u. in der Aufmerksamkeit gegen Wild-diebe, gegen das zu oft und unzeitige Ja-gen, Verletzung der Schonzeit und gegenunbefugte Benutzung der Wälder. O DieWildjagd oder eigentliche Jagd.Sie, oder die Kunst, auf die zweckmäßigsteWeife jagdbare Lhiere in seine Gewalt zubekommen, und die dazu nötbigen Instru-mente und HüEsmittel, vorzüglich alle Ar-ten Netze und Fallen, so weit dies möglichist, selbst zu verfertigen und im Standezu erhalten, Hunde, Falken,u. Jagdpferdezu dressircn, geht aus den ersten S Zweigender Jagdwissenschaft hervor. Als Hülfswis-scnschaft ist die genaue Kenntniß der Feuer-gewehre zu erwähnen. Man theilt die I. ge-wöhnlich in hohe I., dazu gehören Bä-ren, Hirsche, Dammwild, Luchse, Schwäne,Reiher, Trappen, Kraniche, Auerhühncr,Fasanen; in mittlere I., dazu gehören:Rehe, wilde Schweine, Birkhühner, Hasel-hühner, große Brachvögel; in niedereI., dazu gehören: Hasen, Füchse, Dachse,Biber, Fischottern, Marder, Katzen, Schne-pfen, Rebhühner, wilde Gänse, Enten,Krammetsvögel und anderes kleines Wild;doch sind diese Grenzen nicht in allen Län-dern gleich. Zuweilen kennt man nur hoheund niedere I. und rechnet die Mitteljagdzur ersteren. Das Raubzeug aller Artsollte, wie auch bereits in manchen Län-dern verordnet ist, ohne Rücksicht, ob etzur hohen oder niederen I. gehört, undauch ohne Berücksichtigung der Jagdzeitvon jedem Jagdberechtigten geschossen wer-den dürfen. Das Wild wird auf sehr ver-schiedene Art erlegt, die gewöhnlichsten Ver-fahren sind beim Hochwild das Bürschen,beim niederen Wilde die Suche; bei elfte-ren .führt man gewöhnlich einen Schweiß-hund , bei letzteren einen Hühnerhund mit