324 Jagerrecht
Jäger-recht, 1) der Antheil, welchender Jäger, in dessen Revier ein StückWild erlegt ist, von demselben bekommt;bei den Hirschen gehört dazu Kopf, Hals,die ersten 8 Rippen, der Mehrbratcn undso viel Feist, als ohne Messer herausge-nommen werden kann; bei den wildenSchweinen gehören die Wammen dazu undaußerdem, wie bei allem erlegten Wllde,der Aufbruch (s. d.). 2) Die Strafe, welcheauf einen Verstoß gegen die Jägersprache u.Jägergebräuche gesetzt ist; der Schuldigewird hierbei zwischen das Geweih eineserlegten Hirsches gelegt u. erhält 3 Schlägemit dem Waidmesser von dem vornehmstenForstbeamten oder meist dem Jagdjunkerauf den Hintern, wobei dieser den Waid-spruch spricht Ju Ju Ju, das ist für mei-nen Fürsten und gnädigsten Herrn Ju JuJu, das ist für Reiter, Reisige und Knecht,Ju Ju Ju, das ist für das edle Jäger-recht. Alle Anwesende wiederholen hierbei,indem sie den H/rfckssänqer lüften, den Jä-gerruf Ju Ju Ju. Diese scherzhafte Strafegereicht übrigen« Niemandem zum Präju-diz. (l'r/i. u. 7V.)
Jagersburg (Geogr.), 1> Lust- undJagdschloß auf der dänischen Insel See-land; 2) desgl. in der Grafschaft Katzen-elnbogen (Großherzogthum Hessen), mitThiergarten.
Jägersdorf(Groß-J.). Dorfin Ost-Preußen zwischen Wehlau und Insterburg;30,000 M., unter den Feldmarschall Leb-wald, griffen hier am 30. August 1757IM,000 M. Russen, unter dem Feldmar-schall Apraxin, in ihren Verschanzungen an,nahmen mehrere Kanonen u. brachten einenLbeil der russischen Reiterei u. den rechtenFlügel desselben zum Weichen. Unterdessensteckten die Russen 2 Dörfer in Brand, diePreußen wurden durch den Rauch desFeuerS irre geführt, überflügelt und muß-ten sich zurückziehn, die Russen verfolgtennicht, sondern zogen sich ebenfalls nachPohlen zurück. Verlust der Russen 7000,der Preußen 57M M. (IV.)
Jäger-spieß, so v. w. Jagdspieß.
Jäger-spin nen (Zool.), I) diejenigenSpinnen, die kein Netz zum Fangen desRaub« machen , sonder» im Sprunge ihreBeute erhaschen. Dahin gehören die Gat-tungen: Wolfs-, Lauf-, Lu-Hslpknne. 2)J'troniiee» venatoriue. Vgl. fl'Iroiriigus.
Jäger-sprache, die iämmtlichen Aus-drücke, welche bei den Jägern gewöhnlichsind, um die beim Jagdwesen vorkom,menden Dinge zu bezeichnen, ,. B. stattSchwanz Blume, statt Blut Schweiß re.Vgl. Jägerrecht 2).
Jägcr-stock, 1) (Jagdw.), ein 3 — 4Ellen langer Stock, an beiden Seiten miteisernen Stacheln zur Vertheidigung; 2)(Schiffs.), so v. w. Jagcrstock, s. unt. Ja-ger. J.-tasche, so v. w. Jagdtasche.
JämtlandSlän
I.-trompete (Musik), alte Benennungdes Waldhorns (s. d.). I. - vogel (Zool.),so v. w. Nashornvogel. I.-zehrung,d e Verpflegung und der Unterhalt, dendie Unkerrhanen an einigen Orten den Jä-gern , wenn sie auf der Jagd sind, gebenmüssen. J.<zeug man unterscheidet da«einfache I., wozu Hornfeffel und Kuppel,und das Kreuzzeug, wozu Hornfeffel,Webrg-Hänge und Hirschfänger gehören.
Jährig, 1) was ein Jahr alt ist, be-sonders von Thieren; 2) was vor einemJahre geschehen ist; 3) was ein Jahrdauert oder gilt; 4) was alle Jahre einMal geschieht.
Jährige Pflanze (plsnra snnua,Bor.), Pflanze, die nur einen Sommerdauert. Zeichen dafür: (>). Gegensatz pe-rennirende Pflanze (s. d.).
Jähriges Vermächtniß( Rechts«.),
s. QeAarum »niruurn.
Jährling (Thierw-), ein Thier, dasein Jahr alt ist, besonders von Schafen.Gemeiniglich werden die Lämmer schon umMartini so genannt.
Jährlings - Hammel (Schafz.), s.unrer Hammel.
Jäh-zorn (Psychol.), s. unter Zorn.
Jael (bibl. Gesch.), eine Israeli-tin, Hebers Gattin, welche den Heerfüh.rer Siffera in ihr Haus lockte und imSchlafe ermordete (Nicht. 4, 17. 5 24 ff.).
Jämen (Bot.), in Oken« nakürl Pflan-zeniysteme die 7. Zunft seiner 3. KI. derDroßler (s. d.), auch als Samendroßlerausgestellt, kleine Wasserpflanzen befassend.
I ä m k e n (Geogr.), s. unter Lämt-lands'än.
Jämtländifches Leder (Hdlgsw.),wird in Jämtland in Schweden von Kalb-,Ziegen- und Schaffellen bereitet; es läßtkeine Nisse durch und ist zu Schuhen sehrbrauchbar.
Jamtlandslän (Jämtland,Geogr.), Provinz in Nord - Schweden, be-stehend aus den ehemaligen Provinzen Jämt-land und Herjeadalen, hat fast 857 QM.,32.000 Ew.; ist gebirgig durch Zweigedes Kiölengebirgs (Spitzen: Sylfgall, 6652schweb. Fuß; Areskutan, 4708 Fuß), wosich mehrere Pässe finden; wird bewässertvom Jndalself, Angermann-An, Husna,Hand-An u. a., so wie von mehrerenSeen. Der Ackerbau ist gering und bringtnur graue Erbsen, etwas Hafer u Flachs;bedeutender ist die Viehzucht und die Jagd(Elcnn- u. Rennthiere, Bäre, Füchse u. s.w.), so wie auch die Fischerei und Wald-benntzung. Von Mineralien gibt es Ku-pfer, Eisen, Topfsteine; andere Nahrungs-zweige sind Gerberei, Weben, Spinnen.Die Ew. sind theil« Jämten (unruhig,rechtlich, tbätig). theils Herjedalen, theilsLappen. Hauptstadt Oestersund, (i^r.)
Jaen