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andre Partei glaubte, daß sie nie einen An.sührer, wie Iiska gewesen war, finden kön-nen, ».nannte sich deshalb Orphaniter,d.t. Verwaiste; sie sammelte sich unter meh-reren Führern, unter denen Procopius (s.d.) der Kleine der berühmteste war. Verge-ben« suchte der Kaiser in dieser Zeit, undfrüher mehrmals aufReichstagcn, vonpäpst-lichcn Legaten unterstützt, da« Kreuz gegendie H. zu predigen. Immer kamen hem-mende Umstände dazwischen, und die H. ver-heerten, ungestraft von Böhmen aus kleineScreitzüge nach Sachsen, der Lausitz, Bai-ern, Franken, Oestccich machend, diese Pro-vinzen, stets Böhmen al« das gelobte Land,die Nachbarländer als das Neblet der Kanani-ter und Philister betrachtend, und raubbe-gierigeSchaaren andrer Nationen schloffen sichan dieH. an. AlS ein Zug, den Friedrich derStreitbare mit den Meißner« 1425 nachBöhmen machte, und ein andrer Versuchdesselben, 1426 mir 20,000 M. das bela-gerte Aussig zu entsetzen, gänzlich mißlangund hierbei über die Hälfte seines Heereserschlagen ward, ergriff ein panisches Schre-cken ganz Teutfchland, Dennoch brachteSigmund durch den kardinal Heinrich vonWinchester 1427 einen wohlgeordneten Zuggegen die Böhmen zusammen, der in 4 Ko-lonnen da« Land angretten sollte, allein dieersteColonne, die das Städtchen Mies (s.d.)belagerte, ward beim Anrücke» der H. von ei-nem pan'schen Schrecken befallen, sloh u. rißdi« andern beiden Kolonnen, die ihr entgegcn-kamen, mit sich zur Flucht fort, und 10.000Mann wurden auf derselben von den Böh-men niedcrgemacht. Ein andrer Zug schci.terte wegen der neuen Auflagen die inan da-mal« nicht gewohnt war, u. gleiches Schick-sal hatten Unterhandlungen, die der Kaiser1428 und 1429 mit Procopius d. Gr. an-knüpfte , indem die H. den Kaiser nur dannal« König anerkennen wolle«», wenn erdie huisilitche Lehre annähme. 1429 mach-ten die H. den ersten großen Einfall inMeißen, zogen an beiden Elbufern hinun-ter und ins Magdeburgische, wendeten sichdann in« Brandenburgische und kehrtenmit Beute beladen über die Lausitz nachBöhmen zurück. Ueberall verbrannten siedie unhaltbaren Orte. Im folgenden Jah-re fielen sie 70.000 Mann stark wieder inSachsen ein; sie lheilten sich in mehrereHaufen, eroberten und verbrannten Kolditz,Oschatz, Llteuburg, Krimmitschau, Plauenu. f. w., schlugen ein sächsische« Heer beiGrimma, bekennten auch Naumburg, zogenaber von da unverrichteter Dinge wiederab, wa« in späteren Zeilen Aniaß zu derSage gab, daß das Flehen des von Kin-dern beglcileten Viertelsmeisters Wolf LenProcopius vermocht Hab«, abzuziehn, welcheSag« Kotzebue in seine» H. vor Naumburgbenutzte. Die H. wendeten sich hierauf nach
Hussiten
Franken u. kehrten über Niedcrbaiern nachBöhmen zurück. Aus diesem Zuge hattensie über 100Städte», gegen 1400Flecken u.Dörfer zerstört, u. eine Kolonne der H. warin diesem oder dem vorigen Jahre selbst bis indie Gegend von Danzig vorgedrungen. DieseEinfälle hatten die Reichsfürsten au- ihrerRuhe aufgeschreckt. Hatten sich daher 1429die Rüstungen zu einem Kreuzzug zerschla-gen, so wurden sie nun um so thätiger u.1481 siel ein nach Ein. 80,000, n. And.130,000 M., starkes Heer, bei dem derCardchallegat Julian Cäsarinus, die Kur-fürsten von Kölln und Sachse», einige Her-zöge von Baiei n und mehrere andre Für-sten sich befanden, und das von Fried-rich, Kurfürsten von Brandenburg geführtwurde, in Böhmen ein und lagerte beiTauß, die Diversion erwartend, die derErzherzog v. Oestreich, Albrecht, nach Mäh-ren machen wollte. Kaum war indessen dieNachricht von dem Anrücken der Böhmenerschollen, als das Heer feig auseinanderlief und 11,000 M. erschlagen wurden.Der Kaiser sah endlich, daß Gewalt nicht«ausrichre und begann nun, ernstliche Un-terhandlungen, die vor dem Concil zuBasel gepflogen werden sollten. Mißtrau-isch verweigerten es anfangs die Böhmen,vor diesem Concil «u erscheinen, endlichsendeten sie doch 1432 Gesandte, an derenSpitze Procop der Gr. stand, und welchedie Prager 4 Artikel als Grundlage ihrerLehre aufstelltcn; man strikt sich hin undher, kam jedoch nicht zum Ziele. 1433gingen dagegen Abgeordnete des Concilsnach Prag und wußten, indem sie sich aufdie Seite der gemäßigten, den Friedenherzlich wünschenden Kalixtiner wendeten,auch mehrere husstlische Geistliche durch dasVorgeben, ihnen Pfrügden verschaffen zu wol-len, gewannen, die Spaltung dieser mit denTaboriien u. Orebiken klug zu mehren. End-lich kam e« 1433 den 30. Nov. zum Abschlußeine« Vergleichs der sogenannlen PragerCompactatsn (s. d ), durch den die Kalixti-ner in vielen nachgaben, und besondersauf die beiden letzten Puncke der Pragervier Artikel nicht weiter bestanden. Die Ta-boriten u. Orebitcn widersetzten sich indessen;ein Landtag zu Prag, auf dem die Kalix-tiner den Papst als Oberhaupt anerkann-ten , brachte 1434 den Streit zum offnenAusbruch; es kam zum Kampf, «nid die Ka-lixtiner schlugen vereint mit den böhmischenKatholiken die Taboriten und Orebiken am30. Mai 1434 unter Meinhardt v. Neuhausbei Böhmisch Brod, und beide Procopeblieben. Die Reste der Taboiiken wurdenin den festen Plätzen eingelchloffen, wußtendiese nach und nach, selbst Tabor, überge-ben und sich ruhig verhalten. Die Böhmenerkannte» nun auf einem 2 Landtag zu Prag1435 Sigismund al« König an und legten