Hussitenkriege
Ihm für dar Land und die husfltische Lehresehr günstige Bedingungen vor, die er auch1436 zu Jglau beschwor. Die Böhmen wur-den hierauf, da auch die katholische Kircheihnen, nach Annahme der Compactaten (s.d.), Len Kelch im Abendmahl und meh-rere andre Freiheiten zugestand, vomKirchenbann feierlich losgesprochen und hul-digten dem Kaiser. Dieser hielt indessensein Versprechen nicht, sondern setzte diesemzuwider einen katholischen Erzbischof zu Pragein und that alles Mögliche, um den katho-lischenGlauben wieder in Böhmen einzufüh-ren. Dies erregte neue Unruhen u. diese währ-ten fort bis an Sigismunds Tod 1437. UnterAlbrecht H., der nach Sigismund zum Königgewählt ward, war ziemliche Ruhe u. ebenso nach dessen Tode 1439. Während der Un-mündigkeit seines Sohne« Ladislaus verwal-tete Böhmen eine aus H. bestehende Regent-schaft, und der letzte von diesen, Georg Po,diebrad, ward, als Ladislaus jung starb,1458 zum König gewählt. Er war Calix-tiner, und unter ihm genoß daher seine Re-ligionspartci vollständige Religionsfreiheit.Unter seiner Vormundschaft, um 1453, ent-standen aus den strenggläubigen Laboriten,die im schmalkaldifchen Kriege aus Böh-men verwiesen wurden, böhmische Brüder(s. d.). Unter den Nachfolgern Podiedradsgenossen die Ealiriiner ziemliche Religions-freiheit, bis 16lS, wo sie unter Kaiser Ma-thias beschränkt wurden. Fortgesetzte Be-drückungen derselben 1617 unter Kaiser Ru-dolf, gaben den ersten Anlaß zun, 30jährigenKriege. Während und rach demselben ver-schmolzen sie mit den böhmischen Brüdern,Reform,rten und Lutheraner», und erhiel-ten erst unter Joseph II. als solche Er-laubniß zu Ausübung ihrer Religion. —An der Taktik der H. ist bcsondees die Wa-genburg merkwürdig, in der sie den Anfallmächtiger Heere aufhielten und die ihnenalso als Ncrschanzmig dienle. Hatten, siedagegen die Uebermacht, fo verfuhren sieangreifend und stürmend.
Hussitcn-kriege, s. unt Husssten.
Hußty de Roßynya (Zackax. Lhcc-phil, Edler von), gcb. zu Rust in Ungarn1754, Arzt zu Pr-sburg, st. daselbst IL03;bekannt durch seinen DiscourS über diemedicinische Polizei, 2 Bde.. Presb. 178b;Krit Commentar über die Lstrekcbische Pro-vinziatpharmacopöe, PreSb. 17SZ u. m.ähnliche Schriften.
Husten (r,i8,is, Meb.) wird gewöhnlichals eine eigne Art des Albmens (s. d.) be-trachtet und ist auch ein« solche, indemderselbe in einem starken Einathmen ».ebenso in eurem energischen Ausatbmen (oderauch medrcrn kurz nach einander folgendenAuSdrängungen der Luft au« den Lungen) be-steht, nur mit dem Unterschied, daß demAusathmen dabei eine momentane Verschlie-
Husten S
ßung der Stimmritze vvrauSgeht, die jedochnicht so stark ist, daß sie durch die auf da»Ausathmen gerichtete MuSkelthätigkeit (wo-bei das Zwerchfell ss. d j das Hauptorganist) nicht mechanisch besiegt werden sollte.Indem nun durch die gedrängte Luft dieStimmritze sich gleichsam mit Gewalt öffnet,entsteht der bekannte erplodircnde Laut, derden H, andeutet. Durch die Erschütterung,welche die Lungen hierbei erleiden, werdennun nicht nur Absonderungsstoffe in denVerzweigungen der Luftröhre, in gesundemZustande Lungenschleim, gelöst nnd be-weglich, sondern eS werden auch, wennStoffe aller Art in diesem Raume beweg-lich sind, diese mit der «xplodirenden Luftdurch die Stimmritze selbst durchgepreßt.Durch die zusammenwirkende Thätigkeit derzu Bewegung des Luftröhrenkopfs und Zun-genbeins (s. b.) dienenden Muskeln wirdder Luftröhrcnkopf zugleich während jenerExplosion nicht vlir so sixirt, daß die Stimm-ritze mit mehr Kraft verschlossen und alsoauch die nachfolgende Explosion mit mehrEnergie geschehen kann, sondern eS wirdauch zugleich dem Luströhrenkopf eins solcheRichtung gegeben, daß die LuSwurfsstoffenicht in die Nase, sondern in die HintereMundhöhle kommen, von wo au« sic dannentweder ansgeworfen oder auch niederge-schluckt werden können. Bei starker u. an-haltender Anstrengung der vorder» Hals-muskeln bei dem H. wird auch wohl derRückfluß des Bluts durch die Droffel-adern aufgehaltenz das Gesicht röthet sichdann und wird aufgetrieben; der Kopf wirdbetäubt und schmerzt; es treten Anomaliendes Gesichts- u. Gehörsinn» ein u. s. w.—Der H. gehört unter die willkührliche» Tä-tigkeiten, und keine krankhafte Affection istleichter täuschend darzustellen, als die de»einfachen H.s ;, dieselbe tritt aber unwill-kührlich auch während des Zustandes unge-trübter Gesundheit ein, wenn etwas Fremd-artiges die empfindliche Haut des Luftröh«rcnkopfes, am mehrstcn hier in der Stimm-ritze selbst, und der Luftröhre in ihren Ver-zweigungen reizt. Alle reizende Dämpfe,so wie scharfer Staub, oder irgend einreizender, fcster oder flüssiger Körper, dervon außen in die Stimmritze, oder durchdiese in die Luströhre (in die sogenannteunrecht« Kehle) gelangt, schon ein Schluckreines Wasser, erregen unwillkühtlich H.,und dieser dauert so lange fort, bi« derReiz durch den zufließenden Schleim abge-stumpft u. mit demselben entfernt ist. DerH. wirkt hier als wvhlthätige Naturbülfe,indem in den Fällen, wo kein Ausstößendes fremden Körpers möglich ist, wie beimErsticken in irrespiradeln Suftarten, oderbeim Ertrinken in Wasser sogleich «in tödt-licher Lungenkrampf eintritt- Als unwill«kührllche und instinctmäßige Lhäugkeit sin-