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10 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 10 / Huß bis Karkos
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r Hussein

man die wilden Schweine reizt/ wenn mansie will anlaufen lassen.

Hussein (Hussayn, Husseyn),1) der 2. Sohn des Ali und Bruder desHassan, Enkel Muhameds; mußte vonMedina nach Mekka fliehe» vor der Ver-folgung des Khalifen 3ezib. Won denEinwohnern zu Kufa zum Khalifen ausge-rufen wurde er in der Ebene von Kerbel»von Obeidallah überfallen und getödtet,68t n. Chr. Er gilt bei den Aliden kürden vorzüglichsten Märtyrer. 2) H. BenSam, der Stifter der gauridischen Dyna-stie. Nach seinen traurigen und an dasWunderbare grenzenden Schicksalen wurdeer, 1098 n. Chr., Statthalter in der Pro-vinz Gaur, die er bald als Herr beherrschte.S) H. Ben Avis mit dem Beinamen I !-khaui, Nachkomme des Hulagu, Beherr-scher von Bagdad, dem babylonischen Irakund Adherbidschan. Von keinem jüngstenBruder wurde er 1313 n. Chr. der Staa-ten ».desLebens beraubt. 4) H. Soll Han,Fürst von Khoraffan, Nachkomme Dschengis-khans; Tamerlan empörte sich gegen ihnund tödtete ihn 1369 n. Chr.. 5) H. S o>si, Sultan von Khowarcsmien. Von Ta-merlan geschützt überließ er sein Reich sei-nem Sohne Josef Soft, welchen Tamerlanbesiegte u. tidtete. 6) H. Mirza, Nach-komme Tamerlans; eroberte 1470 Khoras-san von Jadigbiar. Er zeichnete sich durchTapferkeit und Kriegsglück, so wie durchLiebe zu den Wissenschaften aus und ft.1505 n. Chr. Von seinen Söhnen warBedi al Zamam unglücklich gegen die Uz-brken.

Hüssenitz (Geogr.) so v. w. Hussinstz.

Hussen-thaler (Num), eine iz Lothschwere Denkmünze auf Johann Huß inmancherlei Geprägen, welche aber erst 1717in Nürnberg geschlagen sein soll.

Hussinetz (Geogr.),1) Dorf (Markts!.)mit 600 Ew., im Kreise Prachin (Böhmen),an der Blanitz, Geburtsort von I. Huß.Die Ilmgegend heißt der goldne Ring. 2)Solonie hussitischer Böhmen im Kreise Streh-len, des preuß. Regierungsbezirks Breslau;hat Baumwollenspinnerei, Leincwebcreienund 692 Ew.

Hussiteo (Gesch. u. Kirchgesch.). Diefreien Lehren von Huß (s.d.) hakten in PragLufsehn gemacht und ihm Anhänger erwor-ben. Mit ihm übereinstimmend dachten des.Hieronymus von Prag, Hieronymus Faul-fisch , Peter Paine und die meisten Böhmen,die seine den Ablaß nichl billigenden, die Aus-schweifung der Geistlichkeit anklagendcn,den Gütcrbesitz derselben tadelnden, diegeistlichen Orden verwerfenden und den Kelchin Abendmahl« verlangenden (doch wurdedieser Satz erst von Jakobellu« v. Mies um1414 ausgestellt) Lehren vom Katheter herabvorkrugen. Gegner von H. waren der Erz-

Husstteii

bischof v.Prag, Sbynko u. des. die Teutschen,gegen die Huß beim König Wenzel thätiggewesen war und bewirkt hatte, daß ihnen1409 mehrere Rechte genommen wurden,weshalb sie fast sämmtlich die Prager Uni-versität verließen. Die Anhänger von Hußließen sich selbst nicht 1412 durch den päpst-lichen Bannstrahl gegen Huß von seiner Leh-re abwendig machen, doch blieben sie damalsnoch ruhig. AlS aber Huß 1415 zu Cost-nitz verbrannt worden war, da sahen diesdie böhmischen Großen, die vergebens sichbestrebt hatten, den Kaiser Sigismund zumHalten des Huß gegebenen Geleitsbricss zuvermögen, und das böhmische und mährischeVolk dessen Tod als ein« Ngtionalbeleidi-gung, und al« eine Wirkung des Hassesder Leulschen hegen die Böhmen an. Manantwortete den Schriften des Costnitzer Con,ciliums. das den Tod von Huß anzeigte, in denstärksten Ausdrücken, wollte den König Wen-zel zwingen, einige Kirchen zu Ausübung deshussttftchen Gottesdienstes, der besonders inEmpfang des Abendmahls unler beiderlei Ge,statt bestand, einzuräumen, u. 4M der vor-nehmsten Böhmen erschienen, als das Con-cil sie vorfordcrte, nicht. Au offnen Flam-men brach aber der Aufruhr aus, als mandie Hinrichtung Hieronymus v. Prag er-fuhr. Schon früher halte man Len BergHrad ist in im Bechivcr Kreise, wo H»ßeinst auf freiem Felde gepredigt hatte, zumMittelpunkt des Aufstands gemacht, ihn befe-stigt u. Labor (f. d.) (daher die H. auch L a-horiten heißen) genannt. Oft kamen hier40.000 Menschen zusammen, um die neueLehre zu hören und das Abendmahl unterbeiderlei Gestalten zu empfangen. Huisi-netz, einer der Anführer der H., wagte cSsogar hier, den Vorschlag zu machen, denKönig Wenzel zu entsetzen, was jedoch aufden Rath Andrer nicht geschah. Von Ta-bor aus ward die neue Lehre so verbrei-tet, daß man cs sogar wagte, in Prag feier-liche hussitische Processionen mit dem Kelchzu halten. Bei einer derselben (Z0. Juli1439) traf ein Stein, von dem Rakbhauseher geworfen, einen husfttischen Priester;wüthend stürmte das Volk das Rathhausund stürzte 13 Rathsherrn zum Fensterhinaus, die man unten mit Spießen auf-fing. Als König Wenzel di« Nachricht hier-von erhielt, gerielh er in solchen Zorn,daß er am Schlage st. Die H., unter de-nen Johann Siska (s. d.) von Lrocznownach Hussinecz der vornehmste Anführerwar hatten nach dem Aufruhr sich Prag«bemächtigt und die kaiserliche Besatzung indas dastge Schloß zurückgedrängt, und ver-übten nun durch Beraubung und Zerstörungv'eler Klöster mancherlei Greuel, die durchähnliche von Seiten der gereizten Katholi-ken gerächt wurde». Sigismund war dernatürliche Erbe Wenzels, allein die H. er-kannten