Huß (Johann), geb. den 6. Jul. 1373zu Hussinecz in Böhmen, war der Sohn einesLandmanns; studirle in Prag, ward 1400 Pre-diger an der Kirche Bethlehem eben da, derKönigin Beichtvater u. Prof, an der Prä-ger Universität. Ausgerüstet mit gründl ü erSpraebgelehrsamkeil, besonders der hebräi-schen Sprache kundig forschte ec fleißig inder Schrift, ward mit W'.klefs Schriftenbekannt und gewann, da ihm Beredlsnm-keit eigen war, bald großen Beifall. D edamalige Zerrüttung der Kirche, durch strei-tige Popstwahlen noch vermehr!, vcran-laßtc ihn, in feinen Predigten gegen die herr-schenden Laster der Geistlichkeit insbeson-dere, so wie gegen andere Mißbräuche zueifern und auch in Schriften so sich auszu-fprechen. Dazu gab ihm seine günstigeStellung zum König Wenzel noch mehrMulh; denn dieser achtete ihn sehr, u H.war es, der denselben vermochte, die Ein-richtungen zu treffen, welche die Bödmenvor den Teutschen begünstigten und so 1409die Auswanderung sehr vieler teutscher Leh-rer und Studenten herbeiführten und dieStiftung der Leipziger Universität zur Fol,ge hakten. Der Erzbischof Sbynko suchrenun H. auf Befehl des Papstes feine Kirchezu entreißen, verbot ihm zu predigen undverbrannte Wiklefs Schriften, die H. über-setzt hatte. H. kehrte sich indessen nichthieran, predigte ruhig fort und veranstal-tete als Rceior der Universität eine feierli-che akademische Handlung an, worin er zubeweisen strebte, daß Wcklef kein Ketzer ge-wesen sei Durch Verschiedenes noch mebr ge-gereizt eiferte H. gegen einen eben ausgeschrie-benen Ablaß, nannte den Papst «inen Anti-christ, läugnete überhaupt die Notbwendig-keit eines einz'gen Oberhaupts der Kirche,bestritt Zehnten, Ohrenbeichrc, Bilderanbe-tung und Fasten und tadelte die Entziehungde« Kelche« im Abendmahl, als der StiftungChristi zuwider. Papst Johann XXIII. for-derte ihn 1410 nach Rom; er erschien abernicht. Al« nun sein Freund Hieronymus v.Prag (s. d.). einer der eifrigsten Anhänger desH,, eine päpstlicheAblaß^ullc zu Prag unterdem Galgen öffentlich mit Füßen trat u, ver-brannte, da belegte der Papst H. 1412mit dem Bann und Prag seinetwegen mitdem Jnterdict. Jetzt verließ H. Prag,lehrte aber zu Hussinecz, Krakowitch undan andern Orten in Predigten und Schrif.te» ferner noch dieselben Sätze. Auf dasSncpclopäb. Wörterbuch. Zehnter Band.
eben berufene Ccncilium zu Eostnitz citkrk,das viel schon über eine nöthige Reform«,tion verbandelt halte, ging er mit Ver-trauen und einem Geleitsbriefe deS Kö-nig« Siegmund, der ihm auch sichere Rück-kehr vcrlprach. Er kam am 3, Nov. 1414an, ward aber, weil er in den Wirkhs-Häusern die Wiklefischen Lehren verbreiteteoder man die« znm Vorwand nahm, schon amS. Decbr. kn« Gefängniß gelegt. Vergeben«eiferte der König Sigismund» der noch nichtin Costnitz war hiergegen, man wußte ihnaber endlich seine Einwilligung zu H.« Ge«fängniß abzugewinnen. Der ungesunde Kel-ler, worein man H. warf, nagte sehr anseiner Gesundheit, Hieronymus von Prageilte herbei, abndcte aber für sich selbstGekobr und wollte zurück, um die Böhmenzum Schutze desselben anzurufen, ward aberauch e'ngckerkert. Am 4, Mai 1415 kam H.zum Verhör, bekannte sich zu den ihm vor»gelegten Schriften, ward jedoch deS ent-standenen Lärms wegen auf den 7. Jun. wie-der vorbcschieden. Er vertbeidigte sich kurz,verweigerte bei einer nachmaliges» Vorla-dung fest den ihm zugemutheten Widerruf,so lange man ihm nicht den Jrrthum Nach-weise; der Kaiser ward beredet, einem Ke-tzer sei kein Wort zu halten, und H. wur-de am 6. Juli I4t5 zum Feuer verdammtund das Unheil den Tag darauf auf einerkleinen Insel im Rhein wirklich vollzogen.Muthig bestieg er den Scheiterhaufen. DirSage von seiner Prophezeiung einer Refor-mation nach 100Jahren (er soll, als erdenScheiterhaufen bestieg, gesagt haben: Jetztbratet ihr eine Gans (Huß, böhmisch» so v.w, Gans), hoch w bundertJahren wirdeinSchwan kommen (Luther, böhmisch, so v.w, Schwan), den werdet ihr ungebratenlan), ist Fabel; das an ihm verübte Un-recht ward Veranlassung zum Hussitenkriege.S. Hussiken. Seine Schriften sind zugleichmit denen des Hieronymus von Prag zuNürnberg 1558 u. 1715 erschienen, liebersein Leben vgl. Seyfried: llisc. <le ssoli.Hu»», orku, vit» et morre, Jena 1729,4. Gilpins Biogr. der Reform., Franks.u.Lcipz. 1769, S. 151; v. Tischer: Lebend!« Johann Huß, Leipz. 1798. (Xk.)
Hussa, so v. w. Hurra.
Hussa (Geogr), so v. w. Hauffs.
Hussäius (Abr. Ric.), s. Awelot dela Houffaye.
Huß Sau (Jagdw.), ein Zuruf, womitA man