S82 Byzantinische Schule
Ende bcS byzantinischen Reichs. ZonaraS,Niketas Akominatos Choniates, Nikepho-ros GregoraS, Laonikos (s. d.), derenSchriften eine fortlaufende, sich ergänzendeGeschichte des Reichs enthalten, sind diewichtigsten von ihnen. Bon den übrigen,welche mehr einzelne Partien dieser Ge.schichte beschrieben, verdienen bemerkt zuwerden: Procopius, Agathias, Lheophi-laktos, Nikephoros, Johannes SkylizeS,Unna Comnena» Georg. Akropolita, Georg.Pachymercs, Jo. Kantakuzenos, Georg.Kodinos, Constantin. Porphyr., Dukas,Anselmus Banduriu«, Pet. Gillius, Zo-simos, Georg. Phranzes u. s. w. (s. d.).Außer den Ausgaben einzelner Werke der-selben, oder ganzer Autoren, z. B. vonHLschel, Reinhard, Leich, Reiske, Alter,Reitenificr U. A. besitzen wir eine ziemlichvollständige Ausgabe ihrer sämmtl. Werkein dem öorpus b/raurinuiu, gr. lat. 27(oder auch als 23 gerechnete) Bände, Fol.Prächtiger und correclcr ist die große pa-riser Ausgabe: Bz-LLulinse Icisr. scrip-rores, 1643—1812, gr. Fol. Die Zahlder Bände u. die Anordnung ist sich nichtgleich. Ein Ex. in der dresdner Biblioth.enthält 47 Bde. Vollständige Ex. worun-ter 83 Schriftsteller besaßt sind, sind sehrselten.
Byzantinische Schule, s. Byzan-tinische Kunst.
Byzantinisches Reich (Oströmi-sches Reich, Griechisches Kaiserthum,Gesch.), Durch die Lheilung des rö-mischen Reichs nach Theodostus I. entstanddas west- und oströmische Kqiserthum, de-ren jedes seine besondere Geschichte u. fort-laufende Regentenreihe hat. Das oströmi-fche Reich hieß wegen der Residenz seinerKaiser auch da« byzantinische Reich. DieGeschichte desselben umfaßt einen Zeitraumvon 1058 Jahren (ZSS—1453) und hatihre eignen Chronisten (s. ByzantinischeSchriftsteller). Sie ist in ihrem Detailvielleicht die ekelhafteste und langweiligsteauf unserer Erde seil der Schöpfung. DieMenge ihrer Begebenheiten, die zum größ-ten Theil unangenehm u. widrig sind, leidetkeine ausführliche Erzählung ; denn sie inter-cssiren weder als Ursache noch als Wirkung,und die handelnden Personen bleiben unseben so gleichgültig wie ihre Handlungen.—Seitdem Constantin das Christenthum zurStaatsreligion erklärt und seine Hofhal-tung nach Byzanz verlegt hatte, also über1000 Jahre, arbeitete das elende Pfaffen-rcich zu Constw.tinopel an seinem Unter-gang. Gleich Anfangs halte das b. N. keinRegent.:,Haus mehr, eben to war durch keinGrundgesetz das Wahlrecht bestimmt; da-her,stiegen Leute von Lex niedrigsten Her-kunft und Kaisermörder aus de» Thron u.siele» eben so leicht wieder herab. Der
Byzantlum
Aberglaube hakte hier in der Regierungselbst seinen Sitz und ihr einen Marasmuszugezogen, der mit der fanatischen Thätig-keit des gleichzeitigen Khalifats lächerlichcontrastirte. Bischöfe präsidirten im Kriegs-ratbe und entschieden durch Träume undGesichter, ob das Heer marschiren sollte;für eine Reliquie hoben Generale eineBelagerung auf. Mönche saßen am Staats-ruder, und die Kaiser studirten Polemikoder despotisirten durch Glaubensedicte.Gleichwohl erhielt sich das Reich aus Ur-sachen, die hier schwerer zu ergründen sind,als bei andern Staaten, die Ursachen ihresFalls. Epochen machen in der byzantini-schen Geschichte! X. Arcadius (3S5) bi»Justinian (565), 170 I. Das Reich
zeigte sich noch in einigem Glanze und gab,zumal unter der Regierung des Letzter«, beivielem falschen Schimmer auch einen Blickvon Stärke, die es aber nicht dem Kaiser,sondern der Personalgröße seiner Generale»Belisar u. Narses, u. der inncrn Schwächeder abendländischen Feinde zu danken hatte.L. Justinian bis Iren«, 240 I. Lan-gobarden, Avaren, Araber und Bulgarenverwüsteten und zertrümmerten daS Reich,dessen Hauptstadt Lurch das griechischeFeuer gegen die arabischen Flotten (seit672) gerettet ward, wo aber die Bildcr-streitigkeitcn (s. d.) blutige Auftritte er-zeugten (seit 7L6) und über ein Jahrhun-dert lang Länder und Völker empörten.<3. Irene (802) bis Balduin (1204), nn400 I. Araber, Russen, Petschenegcr,Machen, Kumancr, seldschukische Türkenund Kreuzfahrer ängstigten das Reich vonallen Seiten, und «in Heer der letzter»,unter Anführung Balduins, Grafen vonFlandern, eroberte Constantinopel. O.Balduin bis Constantin XI. (1453),
250 I. Während sich die abendländischenChristen (Lateiner), der Hauptstadt, sowie größtcntdecls aller europäischen Länderdes ariechischen Reichs bemächtigt hatten,herrschten die morgenländischen Kaiser zuNicäa über die kleinasiatischen Provinzenbis zur Wiedereroberung von Constantino-pcl (126l), unter fortdauernden innern Un-ruben und auswärtigen Kriegen mit denoSmanischen Türken, gegen deren Über-macht Constantin XI. endlich sein kleinesReich verlor. Das Übrige der Geschichtedes b. R.s s. unter den Namen der einzel-nen Kaiser. (71»-)
Byzantinisch -römischer Bau-styl, s. unter Bausiyl und ByzantinischeKunst.
Byzantinm (Byzanz), 1) (o.Geogr.), S radk in Thrakien auf einer Halbin-sel am PropontiS, wo der Bosporus tlirs-cia»s uuSlänst. B. war schon zu der GriechenZeit höchst blühend durch Handel und Ge-werhe, wozu sie so vorthcilhaft gelegen