Butter Butterbirn 669
Futter der Kühe, des. von Frühlingskräu-tern, ist die Hauptbedingung. Die Herbst-odcr Stoppelbutter steht zwar anGeschmack der Frühlings- od. GraS-buttcr nach, ist aber dauerhafter und fe-ster. Die Winter- oder Strobbut-t er schmeckt gemeinigl. nach dem Strvh-oder Rübenfutter. Auch von Kühen, dielang« gemolken worden sind, wird die B.zäher und schlechter, was jedoch durch et-was dem Rahm vor dem Buttern zugesetz-tes Salz vermindert wird. Durch Aufbe-wahrer», bes. in der Wärme, wird jede B.schon nach wenig Tagen allmähl. ranzig, indemsie Sauerstoff aus der Luft anniinmt. Manerhält daher die B., bes. im Winter,auf längere Zeit durch Einlegen in großeirdene Gefäße (als Topfbutter), oder' indem man durch Schmelzen der B. beigelindem Feuer, mehrmaliges Sieden, bis siesich läutert und ölhell wird, Wegnchmendes obenauf schwimmenden Schaumes undDurch'cigen des Lauteren, Schmelzbut-ter bereitet. Übrigens wird die B., nachLandcssitte, nach der Bereitung für sich(ungesalzen), oder mit einer QuantitätKüchensalz als gesalzene B. zubereitetund ausbewahrt; letztere kann durch Wa-schen leicht vom Salze befreit werden. AmFeuer ändert sich die B., wie jedes Fett,wesentlich, bräunt sich (wird zu braunerB.), bekommt einen brenzlichen Geruch u.Geschmack, dient aber in diesem Zustandehäufig zu Speisebereiiungen. Bgl. diemit Butter zusammengesetzten Artikel, bes.Buttern, Butterrolle u. s. w. 2) (Gesch.).Won der Butterbereilung findet sich imAlter-rhum zuerst in der Naturgeschichte desPli-nius eine genaue Nachricht, der der B.aber nur als einer unter den Barbaren ge-wöhn!. Speise gedenkt. Die Römer so we-nig, wie die spätern Griechen, bedientensich ihrer dazu, sondern wendeten sie nurarzneilich an; auch jetzt ist sie in Griechen-land, Italien, auch Spanien nur wenig,desto häufiger aber bei den nördlichen Ra-tionen in Gebrauch. Ln den Übersetzungenalttestamentarischer Schriften (1. B. Mos.
> 18, 8., Jos. 7, 15, 22) bedeutet B.
blos dicke Milch, s) (Med.)I FrischeButter ist die mildeste aller zurSpeise dienenden Fcttarten, daher auchi als Zusatz zu andern Nahrungsmitteln inSubstanz oder in Suppen, in Gemüsen,Bäckereien u. dgl. . ausgenommen, selbstPersonen von geschwächter Verdauungskrastzuträglich; weniger ist dies der Fall inBereitungen, wo die B. die gedachte brenz-liche Natur angenommen hat, obgleich sieauch hier bei mäßigein Genuß in diätetischerHinsicht nicht geradezu verwerflich ist, dagemeiniglich die andere Zuthat hei derSpeisebereitung, Zucker, Gewürz u. dgl.,die ranzige Schärfe derselben mäßigt.
Außer zur Speise, dient die B. auch zuAllem, wozu ein mildes, fettes Öl vonNutzen ist, bes. auch arzneilich zu Salben,in Klystieren und zu ähnlichen Zwecken.Ehemals vermischte man auch in ApothekenButter mit Abkochungen von Kräutern u.erhielt so grüne Butter, oder bereitetedurch einen Aufguß von Alkannawurzel mitWein «ine rvthe Butter (bnrzernrn ».nnAirenrnm potabilo virifls et rubrum).
8) (Waarenk.). B. kommt im Kleinen,wie auch im Großen in Tonnen und beiganzen Schiffsladungen zum Handel. Mantheilt sie in frische, gesalzene,Sch in elzbutter und schmierigeButter, welche letztere aber nur Aus-schuß ist. Besonders kommt viel B. ausIrland, Holland, Seeland, Ost-Friesland,Flandern, Frankreich, Holstein, Däne-mark rc. nach Hamburg» Lübeck und Bre-men. Sonst versorgen butterreiche Gegen-den ferne Landstriche mit B., wie z. B.das Altenburgische die umliegende Gegendbis Magdeburg u. s. w. 4) (Pflanzend.).Stoffe aus Pflanzen von butterartigerConsistenz, die in der Wärme leicht schmel-zen und viel fettes Öl enthalten. Es ge-hören besonder» dahin die Cacaobutter, dieCocosbutter (s-b.), Gucyeniadou (s. d.); di«Butter von Bam buck, die nach Mun-go Park in Afrika aus den Kernen derFrucht eines Bau,ns, der deswegen denNamen Butterbaum erhält, durchAuskochen gewonnen wird, die ButtervonGatam, in Afrika aus den mandel-artigen Früchten von .«Isis ^uinenoi,erhalten, der Stoff, der aus dem Samen.von bassia bat^raver /,'n-cü. in Ost-Jn-^ien auf den Höhen von Almora gewonnenwird, u. a. Auch führt die dicke» fettigeSubstanz, welche bei der Destillation desWachses und der Benzoe übersteigt, denNamen B. (Wachsbuttcr, Benzoebuttcr,s. b.). 5) Auch animalische Stoffe butteri-ger Evnsistcnz, vgl. Augenbutter. 6) Ehe-mals auch einige Salze, die sich dickflüssig(butterig) darstellen; dahin gehören dieSpießglanzbutter, die Arsenik-, Aink-,^.Zinnbuttcr (s. d. a.) u. a. (?-.)
Butter-ampfer, so v. w. Buch-ampfec (s. d.), auch rnnrex obrusikolini,vgl. Rumer. B. - baum, s. unter Butter4), vgl. Elais.
Butter-birn (Pomol.), mehrere Bir-nenarten führen diesen Namen, sämmtlich vonzartem, wohlschmeckendem Fleisch, als: 1)die -englische B. (Sommerbutterbkrn), mit-telmäßig groß, länglich eiförmig; hat einenetwas gebogenen Stiel, flachlicgende Blu-me, glatte, grüne, auf der Sonnenseitedunkclrothe, punktirte Schale; reift imSeptember und October. 2) EnglischeWinterbutterbirn, hat eine flach-liegende Blume, grünlieiz gelbe Schale;
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