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5 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 5 / Cardinal bis Creditwesen
Entstehung
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Crammer

Pianoforte. 10) (Joh. Fried r. Hein-rich), geb. zu Dahlen bei Oschatz 1754;ward 1788 Diakvnus zu Neustadt bei Stol-pen, 1787 Diakonus in der Krcutzkirche zuDresden, 1809 Archidiakonus, 1815 Stadt-prediger u. st. 1820. Von seinen Schrif-ten wurden mit Beifall aufaenommen:Über die Nachahmung Jesu, ein Erbauungs-buch für Christen, Dresden 1791, 5. Aufl,1808; Beicht- und Communkonbuch fürgebildete Christen, ebend. 1794, 13. Aufl.18L2; Predigten über die Sonn- u. Fest-tagsevangelien des ganzen Jahres, 2 Bde.,ebend. 1818, 2. Aufl. 1820. 11) (KarlGottlob), geb. 1758 zu Pödelist beiFreiburg an der Unstrut; stndirte in Pforteund Leipzig, lebte 1795 in Naumburg unddann privatisirend zu Meinungen und starb1817 als hcrzogl. sachsen - meinungenscherForstrath und Lehrer an der Forstakademiein Dreißigacker. Er begann seine schrift-stellerische Laufbahn mit dem Roman: KarlSaatfeld oder Geschichte eines relcgirtenStudenten, 1782, und endigte sic mit denLeiden und Freuden des edeln Baron JustFriedrich auf der Semmelburg, 2 Thetle,Leipzig 1817. Unter der sehr großen Zahlseiner Romane (größtentheils anonym) ha-ben besonders sein Erasmus Schleicher, 4Lheile, Leipzig 1789 — 91, 4. Aufl. 18<z9;der deutsche Alcibiades, 3 Theile, Weißen-fels 1790 — 91; Hermann von Norden-schild, 2 Bde., ebend. 1792; Adolph derKühne, Raugraf von Dassel. 2 Bde., das.1798; Zoar, der Auserwählte, Berlin1800, 3. Aufl. 1822; Leben und Tbatende» edlen Herrn Kix vonKarburg, 2Bde.,Leipzig 1802; der Glückspilz, 2 Bde.,eben» 1808 , 2. Aufl 1819; Bekenntnissedes ErministerS Hirkus, ebend. 1806; daseiserne Kreuz, ei» kriegerischerHalbroman,3 Bde., Hamburg 1815, Be'fall erhalten.Fast sämmtlichc genannte Werke sind zwarnicht ohne Talent, aber höchst gemein undflüchtig geschrieben.

Crammer (Cranmer, Thomas), geb.1489 zu Aslacton in Rottiughainshue; stu-dirte zu Cambridge, Heirarhele daselbst,setzte aber nach dem bald erfolgten Todseiner Frau die Studien fort und wardProfessor der Lheolvq'e. Von Heinrich VIII.ward er bei dessen Scheidung von Katha-rina von Aragonien um Rath gefragt und,da er für dieselbe stimmte, als Gesandternach Rom geschickt, wo er mit vielerKlugheit sich benahm und zum Großpöni-tentiarius des heil. Stuhls in Englandernannt ward. Von da ging er nachTeuischland, immer die Ehescheidungssacheseines Herrn vertheidigend, und knüpftedaselbst Verbindungen mit den Häupternder Kirchenreformation an. Hier bewieser seine Anhänglichkeit an die Reformatio»auch durch seine Hcirath mit Oslanders

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Nichte zu Nürnberg. Dies nicht wissendernannte ihn Heinrich VIII. 1552 zumErzbischof von Canterbury, und er erhielt,als verschiedene Mittel, der gefährlichenWahl sich zu entziehen, mißlangen, diepäpstlich« Bestätigung. C. trat nun offenals Beförderer der Reformation au'. Erbestätigte (noch im Namen des Papstes u.sich für seinen Legaten ausgebend) dieScheidung des Königs und dessen schon ge-schehene Hciralh mit Anna Boley«, griffdie Macht des Papstes offen km Parlementan, sagte flch ganz von demselben los,sprach 1536 die Ehescheidung der Anna Bo-ieyn aus, vermochte aber nicht Heinrich VIII.ganz zum Abfall vom Katholicismus zubewegen; vielmehr mußte er 6 dem Par-lement vorgelegte, gegen Luther streitendeArtikel anerkennen und, da unter diesen ei-ner war, der die Pricsterehe verbot, seineGattin nach Teutschland zurückschicken. NachHeinrichs VIII. Tode gelang es endlich C.,die Reformation völlig einzuführen. Einneues Gebetbuch ward angcordnet, eineCommission durchreiste die Provinzen undverjagte die Priester, die sich nicht in dineue Form fügen wollten, ja ließ sie sogareinkerkern. Au« Teuischland wurden An-hänger der Reformation berufe», um dieLehrstühle mit ihnen zu besetzen. DieThronbesteigung der Königin Maria än-derte Alles. C. ward verhaftet und desHochvecraths und der Ketzerei angeklagt.Er flehte die königliche Gnade an, u. dies«ward ihm bewilligt, wenn er ein Glau-bensbckenntntß, das die Anerkennung derLranssubstantiation u. des Meßopfers ent-hielt, unterzeichnen wollte, zugleich ver-dammte ihn die vorgelegte Formel als Ke-tzer und als Verl-tzcr des Cölibats. Erweigerte sich dessen, und die Acten wurdennun nach Nom geschickt, wo er vom Papstin conkuinoeiam verurthcilt ward, ob-gleich man ihm in England die Freiheitversagte, sich nach Rom zu begeben undsich zu verthcidigen. Ec wurde seiner geist-lichen Würden entsetzt, dem weltlichen Ge-richt übergeben und von diesem zum Feuer-tods verdammt. Aus Furcht vor diesemließ er sich zum Widerruf seiner Meinun-gen bewegen, kehrte aber, als er sah, daßman ihn verderben wollte, wieder zu den-selben zurück. Öffentlich auf einem Gerüstin der Kirche zu Oxford ausgestellt er-klärte er nochmals laut und öffentlich sei-nen Widerruf als ihm abgedrungen undaus Furcht vor dem Tode erzeugt und st.de» 20. März 1556 de» Feuertod mit selt-ner Standhaftigkeit. Seine zahlreichenSchriften handeln sämmtlich über religiöseStreitgegenstände der damaligen Zeit. MitRecht sieht ihn die anglikanische Kirche alsihren Stifter an- (k><.)

LrLmo 1«1 (fr.), s. Karmesin.

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