Druckschrift 
2 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 2 / Ap bis Barret
Entstehung
Seite
728
Einzelbild herunterladen
 

728 Baromcterpi'M'

in einer tiefer» Gegend ersehenen oder be-kannten Barometerstände/ die wirkliche Er-höhung desselben, wo nicht »ach Fußen,doch nach Leisen zu bestimmen im Standejst. Zur richtigen Schätzung der veränder-lichen Barometerstände des liefern Orts,worauf die Höhen bezogen werden, mußaber der mittlere Barometerstand für jedendurch zahlreiche Vergleichung der höchstenund niedrigsten Stände, unter zufälligen at-mosphärischen Veränderungen, vorher aus-gemittelt sein. Im Allgemeinen nimmt mandie Mecresfläche als den tiefsten Standortan und schätzt den Druck der Atmosphärehier zu 28 Zoll. Er beträgt aber genauerin den Küstengegenden Frankreichs, Ita-liens 28 Zoll 2,2 Lin. bei -s- 10° Rcaum.und 28 A. 1,42 Lin. bei 0° Reaum., ander Meeresfläche unter dem Äquator aberL8 Z. 1,8 L. bei -j- 2l,6° R. „. 28 Z.

l, 02 bei -s- 10° R. Nach tiefem Grund-sätze ist z. B'. über der Meeresfläche erda-ben: Wien 450 par. Fuß bei 27 A. 8 Lin.mittl. Barometerst., München 1658 Fußbei 16 A. 5,3 Lin. m. B., das Hospitaldes St. Bernhards 7650 Fuß bei 21 Z.

m. B., der Montblanc 14,650 F. bei 16

Z. 0,2 L. B., der Chimborasso 20,150 F.bei 12 Z. 10,4 L. B. Auch zu Messungvon Liefen in der Erde kann das Barome-ter auf gleiche Art benutzt werden. NachBaroinetermcssungen liegt der tiefste Schachtzu Anzin bei ValencicnneS 158 Klafter un-ter der Meeresfläche. (Val. BenzenbergsBeschr. eines einfachen Neisebarometers,nebst einer Anleit, zur leichtern Berechn, derBcrghöhen u. s. w. Düsseid. I3l0, u. L.Gorthe's Tabellen für barometrische Höhen-meffungen, Gießen 1817, 16) <7V.)

Barometer-probe (Phys.), Bestim-mung der absoluten Elasticität einer unterder Glocke einer Luftpumpe verdünnten(oder auch verdichteten) Lust, durch eineeigne Vorkehrung, welche entweder selbstein Barometer (von abweichender Form)ist, oder bei der die Wirkung nach densel-ben Gesetzen erfolgt, nach welchen Queck-silber im Barometer steigt oder fallt. S.Elasticitätszeigcr.

B aromcter-th-rmomkter(Phys.), die genannten Instrumente gemein-schaftlich an Einem Brcte verbunden, umdie Barometerbeobachtungen (s. d.) sogleichnach dem Stande des Thermometers berich-tigen zu können.

B a ro m etr og räp h (v. gr., Phys.),eine sinnreich ausgedachte Maschine, durchwelche die barometrischen Veränderungen,mittelst eines an einem als HookschesRad-barometer (s. d.) eingerichtetes Heberbaro-meter angebrachten Uhrwerks) auf einerdazu vorbereiteten Scheibe zu bestimmtenZeiten graphisch bemerkt werden. Sicwurde in England erfunden und v. Chan-

Varon

geur (Ivrirn. <io phg-s. Hic>v. 1780) ver-bessert, ist aber auch in Benutzung neuerervon Rofenthal u. A. gethaner Vorschlägezur Beseitigung ihrer Unvollkommenheiten,zu genauen Beobachtungen praktisch nichtanwendbar.

Bäromez (Borametz, Bot.), eine Po-lypodiumart (xol^x. daroniCT 7..), inder Tartarci, die durch Eigenheit derBildung, sich horizontal verbreitet unddurch 4 — 5 Wurzeln über dem Bodenerhöht gehalten wird, von Goldfarde undmit wolligem Überzüge vergehen ist, einemskytischen iwchaffell gleicht. Hiervon rührt dieFabel, daß in der Latarei ein Geschöpf,halb Pflanze, halb Thier, aus einem kür-bißkernarcigen Samen wachse, dis Gestalteines Lammes bekomme, auf einem Sten-gel (gleichsam der Nabelschnur) stehe, ringsum sich alle Kräuter abfrcffe, und alsdannverhungere.

Baron, eine Art von Pflocken, womitdie Saiten der Harfe auf dem Boden be-festigt werden.

Baron (Karo), 1) (lat.) ein verächt-licher, gemeiner Mensch; 2) im Beginnendes Mittelalters, wahrscheinlich von einerandern, teutschen Wurzel stammend- einDiener im Gefolge eines Großen; Z) etwasspäter ein freier, zuweiten auch 4) ein ver-heiralhetcr Mann; 5) gleichzeitig oder spä-ter ein adliger, nur von dem höchsten Mo-narchen eines Landes, also in Tcntschlandvom Kaiser, in Frankreich und Englandvom König abhängender Grundbesitzer, ingleichem Range Mit den Grafen, spätereine Stufe unter ihnen, ziemlich gleichbe-deutend mit Dynast. Später nahmen dieangcskhenst-n B. den Grafentitel an undverschwanden so als Barone; in Frankreichund England wurden sie durch das überhandnehmende Ansehen der Fürsten verschlungenund verloren ihre Selbstständigkeit; inTeutlchland und Italien wurden einigenach und nach selbst Fürsten, andere vonihren mächtigen Nachbarn besiegt und zucUnterwerfung genöthigt; noch andre be-quemten sich freiwillig hierzu, und die letz-ten wahren B. exrstirren daher nur »och inden reichsunmittelbaren Freiherren des teut-schcn Reichs. Seitdem auch diese nicht mehrbestehen, bezeichnet B. 6) die Klaffe desAdels, welche unter den Grafen und überdem gewöhnlichen, ohne weitern Zusatz blosmit „Herr von" bczeichncten Adel steht, ganzdem Wort Freiherr entspreckend. In denDiplomen des Briefadeis ist ausdrück-lich bemerkt, ob der GeadiAe den Titel'B. erhält; auch sind besonders seir Karl V-sehr viele Familien des »iedern Adels zudieser höhern Würde erhoben worden. DieKosten, geadelt u. baronillrt zu werden,betrugen kurz vyr der Auflösung des teut-schcn Reichs etwas über 2000 Fl. Conv. G.

7) Zt.