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2 (1835) Universal-Lexikon oder vollständiges encyclopädisches Wörterbuch : . 2 / Ap bis Barret
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727
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Barometerbeobachtungen

eintreten (hierüber eine interessante gra-phische Darstellung in Göthe's Schr.: ZurNaturwiffensch. u. s. w. 2. B. 1. St.).Höchste und niedrigste Barometerstände tre-ten überall nur selten ein. Ein unerhör-ter tiefer Barometerstand war in ganzEuropa der vom 24. und 25. Dec. 1821(zu Paris 26 Zoll 4,12 Lin. zu London 26Zoll 1,2S5 Lin.), ein ihm ziemlich gleicher,ja an manchen Orten ihn noch übertreffen-der der vom 2. Febr. 1823. Jenem war den7. Febr. 1821 ein ungewöhnlich hoher Ba-rometerstand vorhergegangm (zu Paris 23Zoll 10,13 L., hiernach ergab sich deck. ein:Differenz von 2 Zoll 6 Linien). — Für dieBeobachtung des Barometerstandes ist einevöllig lothrechte Stellung des B. erforder-lich; vor der Beobachtung schlägt man et-chas an die Röhre, um dem etwan anhän-gcnden Quecksilber die ungehemmte Freiheitzu geben. Das Auge muß völlig in Hori-zontallinie mit der zu beobachtenden Ober-fläche der Quecksilbersäule stehen; manbringt hierzu mit Bortheil einen Diopterin mancherlei Art an dem Rande derScale an; die Höhe der (oberwärtsconvexen) Quecksilbersäule wird nach ihrerMitte, nicht nach dem Rande bestimmt. Dadas Quecksilber durch wechselnde Tem-peratur sich immer etwas (wenn auch inder fweiterns Barometerröhre nicht, wiein der sengenf Thermometerröhre, in dieAugen fallend) 'ausdehnt und sich zusammen-zieht; so muß für sehr genaue Barometec-beobachtungen dies immer in Anschlag ge-bracht werden. Nach de Luc ändert dieVerschiedenheit der Temperatur vom Eis-bis zum Siedepunkte den Barometerstandvon 27 par. Zoll um 6 Linien. Hiernachsind nun nach Berechnungen die wirklichen(gleichzeitig mit den Graden der Tempera-tur an einem dem B. nahen Thermometer),beobachteten Barometerstände zu reduciren,wofür entweder der Eispunkt oder (ge-wöhnlicher) der mittlere Tempcraturgradvon -s- 10 Reaum. als Normalgrad ange-nommen wird. Für fortgesetzte (auch ver-gleichende) barometrische Beobachtungenwerden sich gleich bleibende Zeiten, gewöhn-lich eine Morgenstunde, die Mittagszeit u.eine Abendstunde gewählt. Am anschaulich-sten, besonders bei Vergleichungen, werdendie wechselnden Barometerstände, wennman solche (nach Muschenbroeks Vorschlag)in dafür, durch Einteilung in gleichmä-ßige Quadrate, vorbereitete Tabellengraphisch einträgt, nämlich durch eineschlängelnd durch diese Quadrate sich sort-ziehende Linie, indem man über die Fächerdie Tage und die Zeiten der täglichen Be-obachtung, zur Seite der Fächer in ihrerhorizontalen Nebeneinanderstellung aber dieBarometerhöhe nach Linien bemerkt. — Diebarometrischen Beobachtungen haben nicht

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nur für den Physiker und in meteorologi-scher Hinsicht, sondern auch, wegen des Ein-flusses des wechselnden Luftdrucks auf dieGesundheit, für Ärzte und öffentliche Ge-sundheirsbeamtc Interesse; sie müssen aber,wenn sie von wirklichem Vortheil sein sol-len, immer in Verbindung mit therinome-trischen und hygrometrischcn Beobachtungen,so wie unter Beachtung des Windcszuzsund der Windesstärke, der Bewölkung desHimmels, von Luftclektricitätsandeutungenu. s. w. «»gestellt werden. Vgl. Meteoro-logische Beobachtungen. (7>i.)

Barometer-messungen, richtigerbarometrische Höhenmessungen,beruhen auf der Abnahme des Drucks derAtmosphäre in dem Berhältniß, als mansich in selbiger erhebt, indem diese durcheinen dieser Erhebung entsprechenden Standdes Barometers (s. d.) angedcutet wird.Auf letzteres wurde, sogleich, nach Erfindungdes Barometers durch Torricelli, Pascalgeleitet, dessen Schwager Perrier (1648)fand, daß das Quecksilber in der Torricelli-schen Röhre auf dem Gipfel eines 500 Toi-sen hohen Bergs über 3 Zoll tiefer stand,als am Fuße desselben. Etwa 20 Jahrespäter ward durch Boyle und Mariottedas nach letzterem benannte Gesetz entdeckt,daß sich die Dichtigkeit der Luft, wie derDruck, den sie selbst durch die höher lie-gende Luftmasse erfährt, verhalte. Nachdemselben Gesetze bilden, während die Zah-len , nach denen die Höhe eines Standortsbestimmt wird, in einer arithmetischenReihe zunchmcn, die durch die Gradean der Barometerscale sich andeutcndenVerminderungen des Luftdrucks in derselbenHöhe, von einem untern Standpunkte nacheinem obern zu, eine abnehmende geome-trische Reihe. Es verhalten sich also (nachHalley) die senkrechten Abstände, wie di«Unterschiede der Logarithmen der Barome-terstände. Zu erforderlicher Genauigkeitfür die zu gewinnenden Resultate hat be-sonders de Luc in neuerer Zeit die erstenSchritte gethan. Es kommt hierbei nichtnur auf sehr sorgfältig bereitete (Heber-)Barometer an, sondern auch auf Eorrectio-nen, bei denen man zunächst die Temperaturder Lust, dann auch die Abnahme derSchwere überhaupt, bei Zunahme der Ent-fernung von dem Erdmittelpunkt, unterBerücksichtigung der Abplattung der Erdenach den Polen zu, und mehrerer Verhältnissein Anschlag bringt. Alles dies ist durch diesorgfältigsten Bemühungen neuerer Physi-ker (Oltmann, v. Lindenau, Bist, Engle-field, Horner, Benzenberg u. a.) zu einemhohen Grad von Bestimmtheit gebrachtworden, so daß man, nach darnach entwor-fenen Tafeln aus der durch das Barometergefundenen Abnahme des Luftdrucks in ei-ner höher» Gegend, in Vergleich mit dem