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zu dem Grad anhäuft, daß das B. sichnicht mehr völlig auf feiner vorigen mitt-ler» Höhe behauptet; so bedarf jedes B.für genaue Beobachtungen von Zeit zu Zeiteiner neuen Kochung des Quecksilbers. —Auf dem Bretc, worauf die Scale an-gebracht ist, muß die Barometcrröhreso tief in eine angebrachte Rinne oderHöhlung eingelassen sein, daß die Ab-theilungsstriche der Scale genau an derRöhre anliegen. Die Scale wird vomStand des Quecksilbers in dem untern Be-hälter aus gemessen und gewöhnlich nachpariser Zollen, und jeder wieder in 10 od.12Linien eingetheilt, am besten aus Messing,jedoch gewöhnlich nur vom 25. — SO. Zoll be-merkt. Zur Bestimmung der Zehntel oderZwölftel der Linien wird die Scale miteinem Vernier (f. d.) versehen. — Eineeigne Erscheinung ist das Leuchten der mei-sten Barometer in dem ober» luftleerenRaume, wenn sie im Finstern geschüttelt wer-ben; cs ist dies wahrscheinlich ein elektrischesLicht, durch das Reiben des Quecksilbers andem Glase veranlaßt; dis Ursachen, warumdies jedoch nicht immer geschieht, sind nochproblematisch. (I. F. Luz vollst. Handbuchod. Beschreibung von allen Barometern,Nürnb. u. Lcipz. 1784, u. F. W. Boigtskrit. Nachträge und Zusätze dazu, Leipzig1802.) 3) Ungehörig wird, weil der Ba-rometerstand, unter Umständen, Witterungs-andeutungeu gibt (s. folg. Art.), auch Alles,was auf andere Weise in gleicher Hinsichtdient, B. genannt; so werden Blutigel,wegen ihrer lebhaften Bewegung bei bevor-stehendem Regenwelter, lebendige Barome-ter genannt; Personen, die an Wundnar-ben oder sonst an ihrem Körper Witte-rungsveränderungen wahrnehmen, nennensich selbst so u. s. w. 4) (Statistisches B.),s, Manometer. (7V.)
Barometer-beobachtungen. IhrZweck ist ein doppelter: a) den Wechselder Schwere oder des Drucks der At-mosphäre an einem und demselben Orteauszumitteln; b) die mehrere oder min-dere Schwere der Luft nach Verschieden-heit der mindern oder mehrern Höhe einesStandpunktes zu ersehen, in wie fern sic näm-lich von wechselnden Einflüssen unabhängig ist.Über letzteres s. den Art.: Barometermes-sungcn. Ersterer wird besonders um des-willen beachtet, weil in der wechselndenSchwer« der Luft ein Moment zu Bestim-mung meteorologischer Zustände liegt, dajene Luftwechsel häufig auffallenden Wit-terungswechseln vorhcrgehen und daher ge-wöhnlich als eine Vorherdcutung für soge-nanntes gutes und schlechtes Wetter be-trachtet werden; daher also die gemeine Be-zeichnung eines Barometers als Wetter-glas. Diese Veränderungen des atmosphäri-schen Drucks, zu Folge innerer Vorgänge
Barometerbeobachtungen
in der Atmosphäre selbst, sind aber inner»halb gewisser Grenzen befaßt. In dentropischen Erdgegenden bat gewöhnlich füreinen bestimmten Ort fast gar kein Wechseldes Barometerstandes Statt; auf der Seeunter der Linie beträgt er kaum 2 Linien,zu Quito nur 1j Linie; in den gemäßig-ten Zonen nimmt dieser Wechsel eines nie-driger» und höhern Standes bedeutend zu;'in unfern Gegenden beträgt er jedoch, mitnur seltnen Ausnahmen, nicht mehr als 1Zoll 3,6 Linien; in nördlicheren Gegendenaber, wie z. B. in St. Petersburg, steigtder Unterschied bis gegen 3 Zoll und inseltnen Fällen auch darüber; in den Po-largegenden wird er wieder geringer, biszu 1 Zoll. Hieraus ergibt sich ein mitt-lerer Barometerstand für einzelne Gegen-den. Einen regelmäßigen Einfluß auf die-sen Wechsel hat der Stand der Sonne, in-dem sowohl gegen Mittag als gegen Mit-ternacht das B. sich etwas zum Fallenneigt; doch wird diese Beständigkeit meistdurch anderweitige Einflüsse, die von grö-ßerem Einfluß auf den Varometerwechselsind, versteckt; weniger ausgcmittelt ist derEinfluß des Monds auf das B. So un-bestreitbar aber auch das Steigen und Fal-len des B. mit Witterungsveränderungenin Beziehung steht, und so vielfache Re-geln man auch aufgestellt hat, um Grund-sätze für die Meteorologie (s. d.) darausabzuleiten; so sind doch die hierbei ein-tretenden Verhältnisse viel zu complicirt,als daß 'der Ausnahmen von der Regelnicht ziemlich eben sv viele sein sollten, alsder darunter befaßten Fälle. Der allge-meine Satz ist der: bei zunehmender Luft-schwere, durch hohen Barometerstand angc-deutet, tritt trockene Witterung ein, undder Himmel bleibt ungetrübt; bei Mittlern»Barometerstände wechselt die Witterungund der Himmel wird wolkig; bei tiefemwird die Witterung regnerisch und stür-misch. Nach Potoni wurden aber in Paduain 12 Jahren unter 1175 Regen nur 758durch Fallen des B. vorher verkündigt,und nach van Swinden in Franeker wareni. 2. 1773 unter allen Barometerverkündi-gungen eben so viele falsch als wahr. Dochscheint schnelles Fallen oder Steigen ziem-lich wahrscheinlich auf einen bevorstehendenWitterungswechsel hinzudcutcn. — Unterden vielen versuchten Erklärungen über dienächste Ursache des Wechsels des atmosphä-rischen Drucks ist keine befriedigend; dieErscheinung ist vielmehr für ein noch un-aufgelöstes Problem zu erachten. Bemer-kungswcrth ist, daß das Steigen und Fal-len des Barometers auch an entfernten Or-ten,^aber doch in denselben Breitengraden»ziemlich gleichzeitig oder doch kurz nach ein-ander eintritt, die Wechsel aber in höherliegenden schneller, in nieder» allmühlig. ein«