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nische Reich vollends zerstört. Babylonienthcitte nun das Schicksal des medisch - per-sischen Reichs, suchte zwar einige Mal dieUnabhängigkeit wieder zu erringen, wardaber stets in die Knechtschaft zurückgedrückt,und die Stadt Babnlcn bei dem Ausstandunter Dareios Hydaspcs durch Riederreißenihrer Mauern bestraft; cS kam nach demSturz des persischen Reichs unter Alexan-ders Herrschaft, ward nach dessen Tode zudem syrischen Reiche geschlagen, kam nachdessen Untergang kurze Zeit in die Händeder Römer, machte dann einen Lheil desparthischen Reichs aus und ward endlichdurch die Eroberungen der Osmanen, inderen Gewalt es noch schmachtet, verschlun-gen. (t/o. u. 6r.)
Babylon, 1) (Babylonia, Babylonis,Myth.), nach spaterer griechischer Sage einsNymphe, durch Apollon Mutter des Erfin-ders der Arzneien, Arabo« (s. d.). 2) (Nu.mism.), s. ^erciain Lali^Ioneiri.
LLli^lonnävs, s. Neu Babylon.
L all zrlöni oiirr (so. straAirlurrr»Lab^Ionioa roxra), babylonische,prächtig gewebte oder gestickte Decke, Ta,Pete, Teppich, vorzüglich aber eine Art sei-dener und baumwollener Zeuge, die in al-ten Zeiten einzig aus Babylon kamen undin Rom sehr gesucht waren. In verschiede-nen Gattungen wurden sie zu den präch-tigsten Gewändern, aber auch zu Pferdedeckenund Schiffsflaggen angewendet. Wahr-scheinlich stammen die Worte Pavillon(Flagge und Zelt), so wie Baldachin da-von her.
Babylonien und Babylonier(Geogr.), s. Babylon (Geogr., 2).
iiärneri (Hör. Ost.I.II. 2.), astrol.Rechnungen, Wieste beidenBabyloniern und Chaldäern gebräuchlichwaren. Aus Rom wurde» solche Rechen-künstler verbannt.
BabylbnischeBrücke, s.Babylon 1).B. Decke, f. Dabz-Ionioum.
Babylonische Felle, in der Heral-dik so v. w. Hecmclinfelle.
Babylonische Gefangenschaft derLuden. Zufolge eines schon sonst von An-dern geübten politischen Kunstgriffs führteNebukadnezar einen und zwar den reichernTheil der besiegten Luden nach Babylonienund gab ihnen daselbst Wohnsitze. Eigent-lich fanden 6 Wegführungen Statt: 2 unterKönig Jojakim, eine unter Zechonia, 2 unterZedekia (wovon die zweite den größten Theildes Volks und den König selbst traf) und dieletzte nach Ermordung des babylonischenStatthalters Gedania; diese traf den Theildes Volks, der sich während des Kriegesgeflüchtet halte und später zurückgekehrtwar. Ais Zeit dieses Exils werden ge-wöhnlich nach der Weissagung Jcremia's(25, 1l. IZ, 10.) 70 Lahre angenommen;
Babylonischer Thurm
es bauerte aber nur 52 Jahre, von 588 —536 v. Ehr. Der Perser KyroS entließdie gefangenen Juden, weil er eine der derbesiegten Babylonier entgegengesetzte Politikbefolgte. Der Haß, de» die Juden ausdieser Gefangenschaft gegen Babylon mit-gebracht, so wie die Erfahrung, dis sieüber die dortigen üppigen Sitten gemachthatten, ließen, sie Babylon als das Extremdes Stolzer, Übermuths, der Gottlosigkeitund des Sittenverfalls betrachten, als de-ren Sinnbild Babel in der Bibel und nachihr in vielen späteren Schriften betrachtetwird. Hieraus laßt sich auch der Ausdruck:Babylonische Hure, in der Apokalypse(Cap. 17.) erklären, welcher wahrschein-lich die Abgötterei, ober auch die Feindedes Christenthums bezeichnet. Die Waldenserim 12. u. 1s. Jahrh. u. a. spätere Wider-facher des päpstlichen Stuhls haben in über-triebnem Eifer oft diesen mit jenem Na-men belegt.
Babylonische Gewänder, s. La-yz-lonicrim.
Babylonisches Gummi, so v. w.Arabisches Gummi. B.-e Kosmogonir,s. unter Babylon 2). B.-e Mauer», s.unterBabylo» 1). B.-es Reich, s. Ba-bylon 2). B.-e Sprachverwirrung,s. Babylonischer Thurm. B.-e Stunden(Chronol.), Stunden, die vom Sonnenauf-gang an gezählt werden; es war dies sonstim Orient sehr gewöhnlich und ist es zumTheil noch. B.-er Talmud, s. Tal-mud. B.°cr Teppich, B.-e Taprte,s. Labplonicum.
Babylonischer Thurm, 1) (bibl.Gesch.). Nach 1. Mos. II, 1 — 9. bautendie Nachkommen Noahs im Lande Sincareinen Thurm von ungeheurer Höbe, dessenSpitze bis zum Himmel reichen sollte; Gottaber, dem dies Unternehmen mißfiel, zer-streuteste, indem er ihre Sprache verwirrte.Abydenus und EupolemoS erzählen dasselbeFactum. Man hat jene Bibetstclle vielfacherklärt; am wahrscheinlichsten ist wohl, daßnach einer allen, Moses bekannten Tradi-tion, Nomadenvölkcr in einer Ebene einenThurm bauten, um sich -äi ihren Hin-und Herzüqen wieder zusammcnzusinden,daß sie hierbei in Streit geriethen und ihrenSkaatsverband lösten, um sich familien-weise nach allen Seiten hin zu begeben,wo durch Zusammenkommen mit anderenStämmen bald verschiedene Sprachen unterihnen entstanden. Der Erzähler dieser Tra-dition halte vielleicht den großen Baalstem-pel zu Babylon, dessen Bau wohl durchUneinigkeit gerade damals unterbrochenwar, wirklich gesehen und die vernommeneSage auf diesen bezogen. 2) (Antiq.). ZuBabylon befand sich, nach der einstimmigenAussage der Alten, wirklich ein ungeheurestyurmähnlichcS Gebäude. Seine viereckige
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