Babylon
Mittelmeer, dem Tauros, Medien undArabien belegen war. Die Einwohner Ba-bylons (die Babylosnier) stammten wahr-scheinlich aus Indien und Arabien; sie werdenoft Chaldäer genannt u. als erfahren in Wis-senschaften u. Künsten (bef. inderAstronomieund Baukunst), überh. als für die damaligeZeit hoch cultivirt geschildert. Berühmtsind die babylonischen prächtig gefärbtenWebereien (vgl. Babylonische Gewänder),eben so die geschnittenen Steine dieser Ge-gend. Die Schifffahrt auf dem Euphrat,Tigris und persischen Meerbusen begünstigteden Handel und erstreckte sich bis Ceylon.Kunststraßen führten nach Baktrien, Me-dien, Persien, Indien, Armenien, Vordcr-Asien und Arabien, unzählige Fremde ström-ten in der Hauptstadt zusammen. IhreReligion war Sabäismus; sie verehrtenbesonders Sonne, Mond und Sterne, dochauch diese und andere Gottheiten in Bildern.Baal und BaaltiS waren die Hauptgott-heiten; außerdem erzeigte man dem Mel-karth und Adonis, den Kabiren und denFischgottheilen Oannes, Dagon und Derketots. d. alle) göttliche Verehrung; Fische undTauben waren das Symbol der Liebesgöt-tin, mit der auch die babylonische Semk-ramis (s. d.) verwandt ist. Jede Fraumußte einmal im Leben sich im Tempel derweiblichen Gottheit einem Fremden über-lassen. Die Priester waren ein eignerStamm; Daniel (2, 2.) gibt 5 Klaffenderselben an. Sie wurden bei religiösenwie bei politischen Angelegenheiten zu Ra>the gezogen und besaßen die wichtigstenStellen im Reiche. Berosus erzählt voneiner eigenen babylonischen Kosmogonie.Nach ihr beherrschte die Göttin Homorkadas Chaos; Baal theiltc dies in Himmelund Erde, schied Licht und Finsterniß, er-zeugte Ordnung; er ließ sich das Hauptabschlagen, und aus seinem Blut, mit Erdegemischt, entstand alles Lebende. Den nochrohen Menschen brachte der in Fischgestaltaus dem erythräischen Meere kommendeOannes Gesetze, Künste und Wissenschaftenbei.' Die Regierung war despotisch, derKönig war in seinem Palast unzugänglichund durch eine Menge Hofbeamter umgeben.Statthalter beherrschten die verschiedenenProvinzen. Gerechtigkeit ward streng ge-hegt, und im glühenden Ofen verbrannt,in Stücken gehauen oder wilden Lhicrcnvorgeworfen zu werden, waren gewöhnlicheStrafen. Die Sprache der Babylonier warein Zweig der semitischen und wahrscheinlichidentisch mit der chaldäischen. Z) Stadt inÄgypten auf der Ostseite deS Nil, wo jetztAlt-Kahiro steht; sie war von Persern an-gelegt, die unter Kambyses nach Ägyptenkamen und die Feueranbetungdahin brachten ;jetzt ist selbst ihre Spur verschwunden. 4)Stadt in Phonikien, durch einen guten Wein,Eacycloxjd. Wörterb. Zweiter Band.
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PolnpoditeS genannt, der dort gewannenward, bekannt. (11/. u. 1?./).)
Babylon (Geschichte). Der Ursprungdes altbabylonischcn Reichs verliert sich indas Dunkel der Sage. Ursprünglich wei-deten wahrscheinlich semitische Stämme amEuphrat; der fruchtbare Boden und dieLeichtigkeit, ihn zu bewässern, machte siebald zu Ackerbauern, und ihre Lage zuKaufleuten und Künstlern. Nach der Bibelvereinigte sie Nimrod, ein Chamit, einige100 Jahre nach der Noahschen Fluth, zuderselben Zeit, als das assyrische Reich <s. d.)gestiftet ward, zu einem Staate (1. Mos.10, 8—II). Die Profanschriftsteller nennendagegen Belus (s. d.) als Stifter des Reichs.Noch früher und als kurz nach der Sündfluthgebaut, wird in der Bibel der babyl. Thurm(s.d.) erwähnt, und also schon zu jener Zeit einStaatsverein in dem Flußgebiete des Eu-phrat vorausfetzt. Die nachherigen Schick-sale Babylons sind bis zur Vereinigungmit Groß-Assyrien durch Ninus unbekannt.Alte Schriftsteller nennen zwar in dieserZeit mehrere Könige (so Berosus 10 ein-heimische, 7 chaldäifche und 6 arabische);indessen sind ihre Angaben durch nichts be-glaubigt. Durch Ninus, oder durch seineGemahlin Semiramis, ward Babylon amEuphrat vergrößert. Die Empörung einesStatthalters, Belcsys, löste das Band die-ser Verbindung unter Sardanapal auf; al-lein erst später durch Nabonassar ward Ba-bylonien ein eignes Königreich (747—5Z3v. Chr.). Nabonassars Thronbesteigung (d.26. Febr. 747 v. Chr.) ist zugleich chrono-logisch wichtig, weil mit ihr eine neue,von den, Chronographen gebrauchte Zeitrech-nung (Ära) beginnt. Schon vor Nabonas-sar (nach And. nach ihm) waren die Chal-däer, ein muthiges Bergvolk, in Babylo-nien eingefallen, hatten sich der Herrschaftbemächtigt, waren aber bald mit den Un-terjochten verschmolzen worden, daher ihreGeschichte mit der babylonischen zusammen-fällt und oft verwechselt wird. Nabonassar«nächster-Nachfolger konnte Babylons Sou-verainität nicht behaupten, sondern dieseward erst um 625 v. Chr , mit Beihülfe d«Smedischen Königs Kyararcs l., von Nabo-palasar durch die Eroberung Assyriens undden Sieg bei Kirkesion über Pharao Nechoerrungen. Sein Sohn Nebukadnezar (606bis 562) brachte das ncubabylonische Reichauf den höchsten Gipfel seiner Größe. Ereroberte Phönikien, Lyros und Palästina,führte die Juden ins Exil (s. BabylonischeGefangenschaft) und siel selbst in Ägyptenein. Schon unter seinem Sohne Eoilme-rodap (562—60) verfiel das Reich, undNerigloffar ward 556 von den Medo Per-ser» unter Kyros geschlagen und getödtet,und unter dessen zweitem Nachfolger Nabo-nideS (Belsazer) 533 v. Chr. das babylo-L l Nische