Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition.
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Aussatzes zu empfehlen sei, so tritt die Uebereinstimmungzwischen Unterschrift und Ueberschrift eines Briefes nochbestimmter hervor. Wie im vertrauten Verhältnisse zwischenBriefschreiber und Briefempfänger die Ueberschrift eine dieLiebe bezeugende Anrede ist, so wird die Namensunterschrifthinzufügt mit einer die Liebe bezeugenden Empfehlung oderVersicherung; wenn dagegen nicht ein vertrautes Verhältniszwischen beiden Personen sich findet, so ist die Anfügung derNamensunterschrift, ebenso wie die Ueberschrift mit einerhergebrachten Titulatur geschieht, mit einer entsprechendenFormel versehen.
Es giebt so viele „Briefsteller" und Briessammlungen, daß dienötigen Beispiele und Anweisungen leicht zur Hand sind. Indeswird derjenige, welcher in seinem Briese nicht nur eine „Wieder-erzählung", sondern einen „freien Aussatz" zu liefern wünscht, sichnicht den Worten, wenn auch dem Sinne nach an die hergebrachtenFormulare binden.
520. Was gehört endlich noch neben der Namensunterschriftin den Brief hinein?
Wie die Namensunterschrift in einem Briefe dazu dienensoll, die fehlende persönliche Erscheinung zu ersetzen, so wirdderselben noch zur Vervollständigung der Angabe derPersönlichkeit Zeit (Datum) und Ort hinzugefügt als dienotwendigen Formen jedes einzelnen Thuns (s. Sprach!.Fr. 407, 408). Es findet daher auch Ort und Zeit seinennatürlichen Platz links unter dem Briefe, während dieNamensunterschrift rechts steht.
Hin und wider gilt es für erlaubt, ja für etwas „Vornehmes",die Namensunterschrift flüchtig und unleserlich zu schreiben. DieseUnsitte mag sich zum Teil aus dem Wunsche von Geschäftsmännernerklären, ihren Namenszug in solcher Weise zu bilden, daß derselbenicht leicht fälschlich nachzumachen ist, er stammt aber noch, mehraus der verborgenen großen Meinung von der eignen Persönlich-keit, als sei dieselbe auch ohne deutliche Angabe sofort zu erkennen.Es hat diese Unsitte jedoch zugleich eine kölnische Seite, wenn mannach der Bedeutung der Namensunterschrist fragt und man sich nundie persönliche Erscheinung des Betreffenden in entsprechender Weisevorstellt (s. Fr. 26).