Zweites Kapitel. Innerliches Zurcchtlcgen des gesammelten Stoffes. 59
163. In welcher Weise ist danach die zweckmäßige Ordnungoder Folge der Teile eines Aussatzes zu regeln?
Es ist dabei ein Dreifaches festzuhalten, indem eine zweck-mäßige Ordnung oder Folge der Teile eines Aufsatzes natur-gemäß, d. h. dem natürlichen Verhältnisse der Teile ent-sprechend, logisch richtig, d. h. nach dem wesentlichenInhalte der Teile geregelt, psychologisch angemessen,d. h. dem beabsichtigten Eindrücke auf den Leser angepaßtsein muß (s. Fr. 241 ff.).
164. Wie verhalten sich diese drei Merkmale einer zweck-mäßigen Ordnung der Teile zu einander?
Sie müssen alle drei stets festgehalten werden, obwohlbei den einzelnen Aufsätzen bald der eine, bald der anderevorzugsweise in Frage kommt. Das allgemeine Verhältnisder drei Merkmale zu einander ist in ihrer Reihenfolgegegeben, also fragt man zuerst, ob eine beziehliche Folge derTeile naturgemäß, dann, ob sie logisch richtig, endlich, ob siepsychologisch angemessen ist.
165. Wie zeigt sich solches bei einem historischen Thema?
Bei einem historischen Thema giebt die Zeitfolge der
einzelnen Ereignisse im allgemeinen die naturgemäße, folglichauch zweckmäßige Folge der Teile; aber in einzelnen Fällenkann es psychologisch angemessener sein, diese naturgemäßeFolge aufzugeben und einem einzelnen Faktum einen früherenPlatz anzuweisen, als ihm der Zeitfolge nach zukommt.
Es liegt z. B. das historische Thema: „Folgen der Schlachtvon Hastings sür England"' vor uns. Dabei kann es richtig sein,die schließliche Folge den vorhergehenden Folgen im Aussatze voran-zuschicken, damit der Leser von Anfang an zum rechten Verständnisseder einzelnen auseinander hervorgehenden Folgen das endliche Zielvor Augen habe, denn das klare Verständnis des Endziels war derHauptzweck.
166. Wie zeigt sich solches bei einem logischen Thema?
Bei einem logischen Thema giebt das synthetische Ver-hältnis der einzelnen Teile, d. h. wie einer sich aus dem