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Zweiter Teil. Disposition.
die Zeitfolge und Ordnung des Findens gleichfalls eine zu-fällige ist, ja nicht selten zu der nachherigen Anwendung imumgekehrten Verhältnisse steht.
125. Wie erklärt sich letzteres?
Letzteres erklärt sich daraus, daß wir, wenn wir einThema zuerst zur Hand nehmen, zuvörderst an die wesent-lichsten Seiten desselben uns erinnert sehen, also auch daraufzuerst unsere Invention richten, während diese wesentlichsteBeziehung unseres Themas eben als schließliches Resultatbei der Ausarbeitung oft zuletzt, mithin am Ende unsererArbeit, dargelegt wird.
Hier zeigt sich die Verschiedenheit in der Ausarbeitung einesschriftlichen Aufsatzes und in der Aufführung eines Baues; dennder Baumeister weiß von Anfang an, was zum Fundamente undzum Dache seines Gebäudes gehört, und wird daher die Ornamentedes Daches in der Regel nicht zuerst heransahren lassen.
126. Welche besondere Aufgabe bleibt stets für die äußerlicheDisposition übrig?
Auch der sorgsamsten Disposition, d. h. dem am besteneingerichteten Merkbuche gegenüber muß, bevor die inner-liche Disposition und daran anknüpfend die Abfassung be-ginnen kann, der gesammelte Stoff insoweit äußerlich ge-regelt werden, daß man seine Einheit und seine Vielheit,d. h. seine Zusammengehörigkeit und die Vielseitigkeit seinerBeziehungen, übersieht.
127. Wie wird eine solche Ucbersicht des gesammelten Stoffesgewonnen?
Dadurch, daß man mit Hilfe des alphabetischen Registers(s. Fr. 68) alles dasjenige wiederum im Gedächtnisse auf-frischt, was man während des Verlaufs der Invention alseinzelnes im Merkbuche sammelte. Dabei liegt es auf derHand, daß, je fleißiger die Invention war, je länger sie mit-hin gedauert hat, diese wesentliche Aufgabe der äußerlichenDisposition desto notwendiger erscheint.
Wer über die richtige Anwendung der auf die äußerliche Ein-richtung seines Merkbuches verwandten Zeit etwa noch zweifelhaft