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Katechismus der Gedächtniskunst oder Mnemotechnik
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Zweiter Abschnitt.

Meistenteils namentlich bei einiger Übung wirdman auf Zwischenglieder verzichten können und nur in Aus-nahmefällen wird man das Bedürfnis haben, mehr als einZwischenglied einzuschalten.

32. In welchen Fällen macht man insbesondere von demEinschieben eines Zwischengliedes Gebrauch?

In solchen Fällen wird das Einschieben eines Zwischen-gliedes kaum zu umgehen sein, in denen man es mit einemWorte zu thun hat, das nicht unserer deutschen Spracheangehört.

33. In welcher Weise wählt man in einem solchen Falle inder Regel das Zwischenglied?

In der Weise, daß man ein dem betreffenden Wort ähnlichklingendes deutsches Wort aufsucht. So z. B. kann man sich,daßder Tod" im Französischenla, mort" heißt, sehrleicht durch die Kette

la mort Mord der Todeinprägen. Ebenso leicht ist es, sich zu merken, daß derTod" im Lateinischen ,.mors" heißt, indem man dasähnlich klingende deutsche Wortmorsch" als Zwischengliedbenutzt, also die Kette

mors morsch der Tod

herstellt.

34. Wird durch das Merken von Gedankcnbriicken nicht eineMehrbelastung des Gedächtnisses herbeigcsiihrt?

Nein, durchaus nicht, und besonders dann nicht, wennman zur Verbindung von Wörtern nicht einfach die in einemLeitfaden angegebenen Gedankenfäden ohne weiteres verwertet,sondern solche selbst aufsucht. Vielmehr steht fest, daßzwei Wörter als zusammengehörig sich mit Hilfe einerGedankenbrücke bedeutend leichter als ohne eine solchemerken lassen, auch selbst dann, wenn der Bindesatz rechtkomisch und recht gesucht zu sein scheint. Die Erfahrung