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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
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Zök

Zum

Zürich, der erste, und, nach Bern, der größte und volkreich,sie Caiiton in der Schweiz, liegt im nördlichen Theilr von Helve-tica, dal treffliche fruchtbare Berge, Thäler, Seen, sehr gutes Ge-treide , Obst u. s. w. Die Einwohner, welche sich zur ReformirtenReligion bekennen, beschäftigen sich mit Viehzucht, Ackerbau und ver,schiebend Fabriken. — In den neuern Zeiten fehlte es bei ihrer ari-stokratischen Verfassung nicht an Streitigkeiten zwischen der Regierungund den Unterthanen, die erst dadurch be'gelegt wurden, daß man dieLeibeigenschaft aufhob, und den Landleuren, wie den Stadtbewohnerngleiche Rechte crkheilte. Die neuesten Schicksale des Landes gehörenin die der Schweiz, auf welchen Artikel wir die Leser verweisenmüssen. — Die Hauptstadt dieses Canlons ist

Zürich (Lat. 1 >r;urjum), eine große, wohlgebaute, in einerschönen, fruchtbaren Gegend gelegene Stadt am Züricher See (auswelchem die Limmat herausstießt, und die Stadt in zwei ungleicheTheile theilt), mit ungefähr iZ,ooo Einwohnern, welche hauptsächlichmit wichtigen,, sowohl Silber - und Golddraht-, als auch Sanunet-Seiden - Flor- Zeug - und Strumpf-FabrikeN, so wie auch mit einemstarken und einträglichen Handel (worunter die in der Schweiz befind-lichen Kräuter, Blumen und Gesäme nicht den letzten Platz einneh-mcn) sich beschäftigen. — Uebrigens ist der Nähme deS berühmtenZwingli, der hier lebte, und die Reformation in der Schweiz an.fing, nicht minder der Nähme eines La vater, der hier ebenfalls sichaufhielt, keine kleine Zierde, deren sich diese Stadt erfreut.

Zütphen, eine Holländische Stadt in Geldern, am rechtenUfer der Issel, enthält 1260 Häuser.

Johann Rudolph Zumsteeg — ein Tonkünstler, der gewißschon jedem gefühlvollen Gesang' Liebhaber so manchen stillen Dankfür die genußreichsten Stunden, die er ihm durch den Zauber der Mu-sik schuf, abgelockt hat — war Concertmeister zu Stuttgard, und zuSachsenflur im Odenwalde 176a geboren. Sein Vater, herzogl.Würtembergischer Kammerlakai, hakte ihn zum Bildhauer bestimmt,iu welcher Kunst er auch schon ziemlich Fortschritte machte; allein seinmusikalisches Talent erhielt daS Uebergewicht. Auf der herzogl. Aka-demie genoß er seine erste Bildung, und — waS gewiß die Achtungfür ihn sehr erhöhen muß — den innigen Umgang mit dem großenSchiller. Die Kunst, der er sich nun so ganz hingab, studirte erunter Boreni, Pole rc. widmete unaufhörlich seinen Ficiß den theoreti-schen Werken eines Matthesoii, Marpurg, nahm sich die MusterhaftenCompositionen eines Bach, Benda, Jomelli rc. späterhin des großenMozart zu seinen Hauptmustern, und gelangte immer mehr zu demGrad der Vollkommenheit, der seine Compositionen zum größten Theilstempelte. Als Herzogs. Hofmusikus zeichnete er sich vorzüglich alsVioloncellist aus; besonders aber gewannen seine Compositionen fürden Gesang einen solchen Beifall, daß er auch nach Poli'S Abgangsogleich zum Concertmeister ernannt wurde. Leider! sollte er nicht lan-ge den entzückenden Genuß seiner Harmonieen empfinden. Unerwartet»und schon im 4rken Jahre seines Lebens, wurde er plötzlich von ei-nem Stick - und Tchlagstuffe überfallen , und binnen wenig Stunden