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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
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den besonders durch Einführung der Rentcnkaufe, wenn der Besitzer einesGrundstücks Geld benölhtget war: es wurde dabei festgesetzt, ob dcrDarle-hcr eines solchen CupitalS, ober ein solcher Rentenverkäuser das Capitalwieder fordern sollte; dann hießen die zu entrichtenden Zinsen ab lös li-eh e (e rea mibiles), oder ob er sie nicht wieder fordern sollte — un-ab lösliche (irreciimibiles). Oesters liehen Kirchen und anderefroir.we Stiftungen den Hausbesitzern Capitale gegen solche unoblösli-che Zinsen, woraus sogenannte eiserne Capitale ensianden, d.h. selche, die nicht wieder zurückbezahlt werden könne, wenn nichtdie frrwwc Stiftung die Rückzahlung bewilliget. Um den Zinspflich-tigen desto wthr zur Bezahlung anzuhalten, wurden an vielen Orkendie sogenannten N u tsch erzin sen , selbst durch Gesetze gebilligct.(s. d. Art.) - Uebrigens können die Zinsen, welche von einem Zins-gute gegeben werten, entweder in barem Gelbe bestehen — trokeneZin len — oder auch in Getreide, Kruchten, Dikhe rc. Vorzüglich»st das Zinsgerrcidr und Zinshühner sehr gewöhnlich.

L «colaus Ludwig Graf von Z i nze n d orf, geb. d. 26 Mai1700 zu Dikkden, verlor schon 6 Wochen nach seiner Eebnrt seinenBaker, khursächsischer geheimer S,alh und Kcwwcihcrr, und einD ann ccn großen Verbiet sten war, Den seiner mütterlichen Groß-mutter, dergeb. Räkhin Gersdorf in Groshennersdorf, bis ins roteJahr erzogen, kam er nach Halle ins Pädagogium, bezog dann die Uni-versität Halle (wo er schon als Vesörterer religiöser Gesellschaftenm hrere t ergleichen stiftete, unter andern auch de» Scnfkernorden :c.),und 1716 auch- Wittenberg. Hier gab er sich schon mehr mit geistli-chen Wissenschaften ab, und, wenn gleich für die Rcchtsgelehrsamkeitbenimmt, widmete er sich doch mehr dm, geistlichen Studium. Im Jahre1710 ging er auf Reisen; und bei seiner Zuniükunft mußte er, aufbeständiges A, treiben seiner Großmutter, eine weltliche Bedienungals Hof- und Justiz - Rath zu Dresden (1721) annehmen. Allein erwar immerfort den geistlichen Uebungci,, dem Predigen rc. ergeben.Endlich, der weltlichen Geschäfte überdrüßig, nahm er Urlaub, undging auf sein Gut Bkrthelsdorf in der Obrrlausitz, wo er sich nunversetzte, die alte Böhmische Kirchenordnung und evangelische Leh-re zu erneuern. Er machte sich, nachdem er seine völlige Dimissionam Dresdner Hofe genommen hatte, 1732 näher mit dem MährischenBrüdern bekannt, und trat zur Mährischen Brüdergemeinde, nachdemer vorher bei der Tübingischcn Kaculial erst darüber ein Responsumeingeholt batte. Jetzt hatte er nun mit nichts alS mit seiner Her.nhuti-schen Anstalt zu lhun; überall suchte er diese in der ganzen Welt aus-zubreiten. Ja, er ging , da ein Kaufmann aus Stralsund einen In-formator verlangte, und der Graf keinen fand, selbst als solcher unterdem Nahmen Freydeck dahin, predigte auch hier als Candidat, undging dann >'34 nach Tübingen, wo er ebenfalls predigte, und sichgewöhnlich von seinem Heiducken in und aus der Kirche begleiten ließ.Allerdings m ckiten diese und noch weit mehrere Sonderbarkeiten gro-ßes Aufsehen : vom Dresdner Hose bekam er (.756) das Looeiliumi»h«-»neli aus allen Chvrsachsischen Landen. Erging nun noch Berlin,um sich ordiniren zu lassen, unterwarf sich auch dem deßhalb erfordere