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6 (1813) Neues Zeitungs- und Conversations-Lexikon : oder Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung vorkommenden Gegenstände, mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der ältern bis auf die neuesten Zeiten. 6 / [T - Z]
Entstehung
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mahl dem Ziele feiner Hoffnungen und Bestrebungen näher brachte;er trat 1754 förmlich zur katholischen Kirche über, verließ die Dien-ste deS Grafen Bünau, und bereitete sich zur Reise nach Rom vor,die sich gegen ein Jahr lang verzögerte. Die erste Frucht seines freienNachdenkens war die Schrift: über die Nachahmung derGriechi,chen Kunstwerke: sie erregte großes Aufsehen» undwurde in mehrere Sprachen übersetzt. Um die Wirkung dieser Schriftnoch bedeutender zu machen, verfaßte er selbst eine Widerlegung, undnachher auch wieder eine Vertheidigung derselben. Endlich im Jahrr?L5 reiste er mit einer Pension von aoo Ducatcn vom Kön'g von Poh-len (u. Churf. v. Sachsen) nach Rom. Er fand bald Gönner, Beschü-tzer und Freunde; besonders wohlthätig war ihm der Umgang mitMengs , mit dem er gemeinschaftlich ein Werk über die Kunstzu schreiben beschloß. Er machte auch, und zwar durch Briefwechsel,die Bekanntschaft des Barons von Stosch, der ihn an den Cardinal Al-ban! empfahl, welcher ihn bald schätzte, liebte und beförderte. Win-kelmann war jetzt ganzen seinem Elemente, umfaßte mit glühenderLiebe und Begeisterung alle Schätze des classischen Alker thums, und vor-züglich der Kunst; mehrere kleine Reisen in Italien unternahm er zudiesem Zwecke, schrieb auch mehrere kleine Schriften und Abhandlun-gen, ward Mitglied verschiedener Akademien und Societäte» , erhieltvon verschiedenen Orken Deutschlands Anträge zu Aemtern » die jedochstets vereitelt wurden. Im Jahr 176z aber erhielt er zu Rom dasAmt eines Oberaufsehers aller Alkerthümer in und umRom; daher beschloß er auch für immer hier zu bleiben. Er vehlendete in diesim Jahr sein berühmtes Werk klonumenti jnerUri,und das Jahr darauferschicn seine unsterbliche Geschichte derKuust;das vorgenannte Werk aber erschien wegen der vielen Kuvferwerke sehrspat in seiner gänzlichen Vollendung. Im Jahre 1768 den 10. Apriltrat er mit dem Bildhauer Cavaceppi eine Reise nach Deutschland an,um seine vielen Freunde, und vorzüglich den Erbprinzen Earl WilhelmFerdinand von Braunschwcig und den Fürsten von Dessau, deren Füh-rer er in Rom gewesen mar und die er innig hatte ehren und liebenlernen, zu besuchen. Aber kaum hatte er Deutschlands Grenze betre-ten, als ihn seine Heiterkeit verließ, und er sich, in düstre Schwer-muth versunken, nach Rom zurück sehnte. Sein Begleiter that alles,ihn aufzuheitern ; aber vergebens: in Regensburg kehrte er um, gingvon da nach Wien, wo er die ausgezeichnetste Aufnahme fand, undverließ es mit Geschenken und Ehrenbezeugungen überhäuft, zu An-fang des Juni 1768, um zurück nach Italien zu wandern. Unterwegsgesellte sich zu ihm ein gewisser Arlangeli , dessen Schlauheit undHeuchelei es gelang, das unbefangene und arglose Gcmüth Winkel-manns so einzunehmen, daß er ihm alle seine Geheimnisse entdeck-te, und seine glänzenden Geschenke, und Kostbarkeiten zeigte. Die-se reihten die Habsucht des verrückten Menschen, und brachten ihnzu dem entsetzlichen Entschlüsse, Winkelmann zu ermorden, den erauch am 8- Juni zu Triest in einem Wirthshause ausführte. Winkel-mann starb nach den erhaltenen Dolchstichen in sieden Ernnden, nech-dcm er dem Mörder verziehen, sein Testament gemacht, nnd den Car-