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Zur Geschichte eines lateinischen Teufelsspruchs
(Carm. Bur. Nr. 55).Von
Alfons Hilka.
Vorgelegt in der Sitzung am 20. Januar 1934.
In den (/'arm ina Burana (neue Ausgabe Hilka-Schumann)liest man als Nr. 55 folgenden unverständlichen Zauberspruch:Amara tanta tyri pastos sycalos sycaliriEllivoU scarras polili posylique lyvarras.Ich entledige mich hier des im Kommentar (1930), S. 118 gegebenenVersprechens, über diesen stark entstellten Ausschnitt aus einem„Teufelsspruch" an diesem Orte zu handeln. Das Sammeln derTexte hat viel Mühe gekostet, doch hoffe ich, über Ursprung undInterpretation alles gefunden zu haben, was das bisherige Dunkelaufzuhellen vermag.
Die Leser Wilhelm Raab es erinnern sich gewiß an fol-gende Stelle seiner historischen Erzählung „Der heilige Born"(Sämti. Werke 13, Berlin 1913, S. 167, Kap. 11):
Ein Papier mit seltsamen Charakteren bemalt und beschrieben mit dendrolligen Worten:
Amarathonta, tiros, posthos, cicalos, cicattri, eliapoli, starras, polen, solemque,linarrasque, edipos, edulpe mala, diaphanus, ulphanus, trax, caput orontisjacel hoc in virtute montis —
hatte Simon der blinde Magier auf das schöne Haupt Faustas gelegt, undden schönen Leib der Tedesca hatte der böse Feind ärgerlich und wider-strebend verlassen, um . . . von Herrn Philipp von Spiegelberg, Grafen zuPyrmont, Besitz zu ergreifen. Und dasselbe geheimnisvolle Papier wollte aufdem wirren Lockenkopfe des jungen Grafen ... durchaus nicht wirken.
Raabe hat wohl folgenden Druck benützt: Jodocus Hockerius,Pfarrherr zu Lemgow, Der Teuffei selbst / Das ist / Von denTeuff'eln / oder bösen Geistern. . . Nachmals continuirt durchH. Herman Hamelman / der H. Schrifft Licentiat. Franckfurt
Oes. d. Wiss. Nachrichten. Phll.-Hlst. Kl. Fachgr. IV. N. F. Bd. 1. 1