(11) Négwird dem Visitator desto weniger nicht freystehen, die notificirteVisitation fortzusetzen, ferner sollen die Cathol. Geistlichen nacherlangter Præsentation von ihrer Geistl. Obrigkeit, die Institu-tion, Investitur der Catholischen Ordnung und Gebrauch nach,gesinnen, und sich also zu den Beneficiis qualificiren, und ohnesolche vorgehende Qualification kein Catholischer Geistlicher vondem Lands-Herren admittiret, wie nicht weniger die Evangeli-sche Prediger bey ihrer Kirchen=Ordnung, Statuten, Gebräuchen,Gewonheiten, Ceremonien und Disciplin, auch Besuchung derordentlichen Conventen, sonderlich bißhero gewöhnlicher Gene-ral, Provincial, Synodal, Classical und Praesbyterial-Versamb-lung ungehindert gelassen, sonsten auch niemand an andere beyseiner Religion nit gewöhnliche Kirchliche Ceremonien und Sta-tuten, als die Evangelische, bey der Catholischen ProcessionenGraß zu streuen oder Meyen zu setzen, Glocken zu ziehen, mitdem Gewehr auffzuwarten, und dergleichen Ceremonien widerseinen Willen gebunden seyn, noch auch damit umb denselben bey-zuwohnen, beschwert werden, gleichwohl sollen die Evangelischein den Gülich- und Bergischen Landen bey der Catholischen Pro-cessionen, und wan die Heil. Sacramenta zu den Krancken auß-getragen werden, keine Aergernüß und Scandal, würcklich geben,und da sie den Catholischen bey den Processionen oder Außtra-gung der Heil. Sacramenten begegnen, sich aller Bescheidenheitgebrauchen, und deine ihnen mit entdecktem Haupt zu Gemüth-kommenden Priester, und Catholischen, gleichfals mit entdecktemHaupt, Ehr beweisen, oder biß daran dieselbe vorüber, in ihrenHäusern verbleiben, oder auff die Seite, oder in ein ander Haußgehen. Und weilen die Unterthanen sich billig des Lands=FürstenEexempel zu bequemen, und dahero (ob sie gleich EvangelischerReligion, bey denen einfallenden Catholischen Feyr-Tagen welche,wie gebräuchlich in der Catholischen Kirchen, als gebottene Feyr-Tagen, von der Cantzel verkündiget werden, Ihrer Lands-Obrig-keit zu unterthänigstem Respect, auch Gleichheit mit ihren Be-nach-B 2
Druckschrift
Neben-Recess Zwischen Dem Durchleuchtigsten Fürsten und Herren, Herren, Friederich Wilhelmen, Mraggraffen zu Brandenburg, des H. Röm. Reichs Ertz-Cämmerern, und Churfürsten in Preussen, zu Magdeburg, Gülich, Cleve, Berge, Stettin, Pommern der Cassuben und Wenden, auch in Schlesien, zu Crossen und Jägerndorff Hertzogen, Burggraffen zu Nürnberg, Fürsten zu Halberstatt, Minden und Camin, Graffen zu der Marck und Ravensberg, Herren zu Ravenstein, und der Lande Lawenburg und Butau. Und Dem Durchleuchtigsten Fürsten und Herren, Herren, Philipp Wilhelmen, Pfaltz-Graffen bey Rhein, in Bayern, zu Gülich, Cleve und Berge Hertzogen, Graffen zu Veldentz, Sponheim, der Marck, Ravensberg, und Mörß, Herren zu Ravenstein. Uber den Punctum Religionis und andere Geistl. Sachen, in denen Gülich-Clevischen und angehörigen Landen : Nach dem Exemplar vom Jahr Christi 1666
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