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Russisch-deutscher Krieg
aufstcllen. Napoleon hatte eine Art Landsturm aufgebotcn; allein diese Maßregel, die in derRevolution Wunder thak, wirkte diesmal sehr wenig, da das Elend und der Haß gegen ihndas Gefühl der Nationalchrc betäubten. Erst später, als die Ausschweifungen des erbitter-ten Feindes dazu Veranlassung gaben, zeigten sich davon einige Spuren. Die Verbündetennahmen beim weitern Verrücken die Saar, die Mosel, die Ardennenpässe fast ohne Schwert-streich. Nirgend harte ein franz. Feldherr Kräfte genug, die wichtigsten Punkte zu halten,und man hoffte in der Mitte des Febr. sicher in Paris einzurücken, als Napoleon, der dieHauptstadt am 25. Jan. verließ und zu dem an der Aubc gesammelten Heere ging, vom27. Jan. an bis zuM3. Febr. eine Reihe Gefechte lieferte, die mit der Schlacht bei Brienne(s. d.) am I. Febr. ein Ganzes ausmachten. Napoleon verlor diese Schlacht, nachdem sein76666M. starkes Heer den vcrzweiflungsvollstenWidcrstand geleistet hatte, und ließ76Ka-nvncn und 6666 Gefangene zurück, um sich, wie cs schien, über Troyes zurückzuziehcn.
Jndeß veranlaßte die Eile, mit der man von diesem ersten Siege aufFrankrcichs Grundund Boden Früchte ziehen wollte, eine Trennung derStreitkräfte, welche Napoleon klug undkühn benutzte. Er hatte auf Wagen neue Truppen von der span. Armee bekommen und sichrasch von der Seine nach der Untermarne gezogen, längs welcher das Blücher schc Heer inlanger Ausdehnung sorglos nach Paris hinzog. Napoleon durchbrach es in der Mitte undvernichtete bei Champcaubcrt, am 16. Febr., die Colonne des Generals Olsusicw. Ein glei-ches Geschick hätte am folgenden Tage, ohne die Unterstützung des Generals Aorck, der Gene-ral Sacken bei Montmirail gehabt, und ebenso schlug Napoleon dic Colonnen, welche Blücherselbst hcrbeiführke, bei Vauchamp und Ekoges am I -I. Febr. mit bedeutendem Verluste zurück.Nur durch große Anstrengung gelang die Vereinigung mit Blücher's Reserven. Schwarzen-berg und Wrcde (s.d.)standen damals mit den Württemberg.und andern deutschen Truppenjcnseit der Seine; man hakte nämlich Napoleon für geschwächt genug gehalten, thcils längsderselben, theils längs der Marne in zwei großen Colonnen nach Paris rücken zu können.Zuni Theil hatte auch der Mangel der ohnedies unfruchtbaren Champagne diese Trennungveranlaßt; daher stand jetzt Napoleon's Heer zwischen beiden innerhalb des großen DreiecksdcrScine und Marne. Um cine Seitenbcwcgung zu machen, mußte man erst über die Seinekommen, wo man nur zwei Übcrgangspunkte, bei Nogcnt, stark befestigt, und bei Bray, ohneBrücke, aber im Angesicht eines schwachen franz.Beobachrungscorps fand. Napoleon hofftejetzt gegen das Schwarzenberg'schc Heer ebenso große Vvrthcile zu erkämpfen. Wrede unvdas Wittgcnstein'sche Corps mußten am i 7. Febr. wieder über die Seine zurück; Napoleongriff am >8. die Würtcmberger bei Montcreau am Zusammenflüsse dcrAonne und Seinean; dennoch zogen sie sich, obwol mit Verlust, auf daS linke Ufer der Seine. Schwarzenbergeilte nun schnell zurück und ging durch Troyes über die Seine, um wieder mir Blücher inVerbindung zu kommen. Immer gedrängt, mußten die Verbündeten sich weiter zurückzicheu,und die Lage der Dinge war so mißlich, daß im Hauptquartier der Monarchen selbst ver-schiedene Ansichten entstanden, die auf den Fricdcnscongreß in Chatillon (s. d.) Einflußbatten. Aber gerade in dieser Krisis, die Napoleon so mulhig machte, daß er seine Foderun-gen in Cbatillon höher spannte als zuvor seit der leipziger Scblacht, trat aufs neue einWendepunkt ein. Die Verbündeten schlossen de» Tracrat von Cbaumon t (s. d.). Nachdem unentschiedenen Treffen bei Bar sur Aube am 27. Febr. zog Napoleon gegen Blücher,welcher sich der Nordarmcc näherte, deren Vorhut bereits Soissons genommen, aber wiederverloren harte. Doch im rechten Augenblicke eapiculirte Soissons am 2. März, und Blüchervereinigte sich mit der Nordarmcc, die unter Bülow (s. d.) bisher in den Niederlanden undin der Picardie mehre feste Plätze, namentlich Lafere am 26. Febr., mir einer Menge Vor-räche, durch den General Thümen genommen batte und durch den Herzog Bernhard (s. d.)von Sachsen-Weimar, der mit 36666 Sachsen und andern Truppen anlangtc, die nichteroberten Plätze einschlicßen lassen konnte. Auch auf dem äußersten linken Flügel der ver-bündeten Heere, von Genf aus, waren die entschiedensten Vvrthcile errungen worden. DerGraf von Bub na (s.d.) hatte hier bis gegen den 25. Febr. ebenfalls mit Widerwärtigkeitenaller Art zu kämvfen. Der Marschall Augercau erhielt Verstärkungen aus Spanien undsollte auf dieser Seite die linke Flanke der Verbündeten zurückwerfen. Schon gingen alleöstr. Verwundete nach Bern, und Genf wurde für verloren geachtet. Doch der Prinz Lud-