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Leopold Friedrich Franz (Herzog von Dessau)
und Baiern und durch seinen meisterhaften Rückzug nach dem nördlinger Walde Styrum'sHeer vom Untergange. Im nächsten Jahre zum General von der Infanterie ernannt,führte er Eugen 12000 M. Preußen zu, gab in der neuern Schlacht bei Höchstädt im I.
1704 durch seine und seiner Truppen Tapferkeit den Ausschlag zu dem vollständigsten Siegeund eroberte zuleht durch einen eigenmächtigen, aber von Eugen insgeheim genehmigtenblutigen Angriff die Festung Landau. Im I. >706 nahm er mit 8060 M. an Eugen'sFeldzug in Italien Theil, überschritt siegreich den Oglio, kämpfte tapfer bei Caffano, halfdurch seinen Heldenmuth die Schlacht bei Turin und diese Stadt selbst gewinnen undwohnte den Eroberungen von Novara, Mailand und Pizzighetone thätig bei. Nach Berlinzurückgekehrt, hatte er Anfangs Mühe, die aus Neid über seinen Kriegsruhm gegen ihn an-gesponnenen Ränke und Umtriebe zu vernichten, und den König, der über die immer wider-kehrenden großen Truppenverluste unwillig war, zu versöhnen. Doch gelang ihm diesglücklich und er eilte >707 aufs neue nach Italien, nahm an Eugen's Einfall in die Pro-vence Antheil, half Toulon berennen und eroberte Susa, kehrte aber, über die Lauheit, mitwelcher derHerzog vonSavoyen die Führung des Kriegs betrieb, unwillig nach Deutschlandzurück. Im I. i 70!) machte er als Freiwilliger mit dem Kronprinzen den Feldzug in denNiederlanden mit, verkehrte dort täglich mit Eugen und Marlborough, erhielt bald hernach,auf Eugen's Fürsprache, den Oberbefehl über die in engl, und holländ. Solde stehendenpreuß. Truppen, eroberte mit denselben Douay und Aire und nahm 171 l an Marlbo-rough's glücklichen Manoeuvres bei Arras gegen Villars Antheil. Hieraufwurde er im Dcc.>712 Feldmarschall und wirklicher Geh. Kriegsrath. Unterdessen war Friedrich Wilhelm I.zur Regierung gelangt, der noch mehr als sein Vorgänger sein ganzes Vertrauen in allenKriegsangelegenheiten auf L. stellte. Als Karl's XII. Starrsinn 1715 einen Krieg mitPreußen wegen Pommern veranlaßte, empfing L. den Oberbefehl über 25000 M. Preußenund 8000 Sachsen; er eroberte erst Rügen, dann Stralsund und bereitete auf diese Weiseseinem König einen vortheilhaften Frieden vor. Nach dem Tode seines königlichen Freundesschenkte ihm zwar Friedrich II. nicht gleiche Gunst, benutzte aber gern und oft seine Er-fahrung und Einsicht. Er übertrug ihm, während er seinen ersten Feldzug unternahm,die Deckung der brandenburg. Lande wider einen befürchteten, jedoch nicht erfolgten EinfallHannovers, und 17-12 das Commando in Oberschlesien. Im Jan. >745 schlug er dieAstreicher bei Neustadt in Schlesien, dann bei Jägerndorf zurück und erfocht dann mit34000 M. den blutigen Sieg bei Kesselsdorf über die mit den Östreichern verbündetenSachsen, worauf Dresden in preuß. Hände fiel und der Krieg durch den dresdner Friedenbeendigt wurde. Kurz zuvor war seine Gemahlin, mit der er neun Kinder erzeugt hatte,gestorben. Tiefgebeugt durch diesen Verlust, zog er sich in seine Residenz Dessau zurück,einzig mit der Sorge um sein Land und mit derJagd, die er leidenschaftlich liebte, beschäftigt,und starb daselbst am 7. Apr. 1747. Seine Sitten waren sehr rauh, aber bei der biedernAufrichtigkeit und heitern Leutseligkeit und Herablassung seines Charakters war er trotzseiner gebieterische» Strenge bei seinen Unterthancn wie bei seinem Heere äußerst beliebt.Vgl. über sein Leben Varnhagen von Ense's „Biographische Denkmale" (Bd. 2, 2. Aust.,Bzrl. 1845). Ihm folgte in der Negierung sein Sohn Leopold Maximilian, gcb.1700, gest.1751, und diesem sein Sohn Leopold Friedrich Franz (s.d.).
Leopold Friedrich Franz, Herzog von Dessau l75l—>817, der Enkel desVorigen, geb. am 10. Aug. >740, ein Sohn des Fürsten Leopold Maximilian, diente inden ersten Jahren des Siebenjährigen Krieges in der preuß. Armee, nahm aber, bewogendurch Kränklichkeit seinesOheims, des Prinzen Dietrich, der während seiner Minderjährigkeitseit 1751 das Land regierte, seinen Abschied und trat, nachdem er vom Kaiser für volljährigerklärt worden war, am 20. Oct. 1758 die Regierung selbst an. Um sein durch die Kriegs-lasten hart bedrücktes Land zu unterstützen, verkaufte er sein Silbergeschirr und bezahltedie aufgelegte Kriegsstcuer aus eignem Vermögen. Nach hergestelltem Frieden bereiste erwiederholt Italien, die Schweiz, Frankreich, Holland, England, Schottland und Irland,wo er überall mit Gelehrten und Künstlern in ein enges Freundschaftsbündnis trat. Treff-lich gebildet, mit Erfahrung und Menschenkenntnis bereichert, kehrte er zurück, vermähltesich 1767 mit Luise Henriette Wilhelmine von Brandenburg-Schwedt, einer durch Geistes-