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ihn dahin, 1793 seinen Abschied zu nehmen, worauf er, ohne Beihülfe eines Landmessers,eine Fläche von 26 UlM. des Erzgebirgs und mehre Rittergüter aufnahm. Der Mangelan Instrumenten sowol als an geeigneter Hülfsleistung führte ihn auf die Erfindung einerzweckmäßigem Einrichtung des Meßtisches und ließ ihn zugleich eine Menge von prakti-schcn Erfahrungen und Vortheilcn beim Gebrauche dieses Apparats finden. Diese Ersah»rungen gab nach seinem Tode Fischer und nachher Becker unter dem Titel „Das Aufneh-men mit dem Meßtische im Sinne der L.'schen Lehrart" (neue Aust-, Dresd. 1825) heraus.Dieses Werk enthält zugleich die Theorie der L.'schen Methode, Berge so in die Pläne zuzrichnen, daß man im Stande ist, nach der Zeichnung die Böschungen derselben, ihre Flach,heit oder Steilheit zu bestimmen. Früher zeichnete man mit geschwungenen Strichen, dieman enger und weiter, dicker und dünner machte, oft noch jene nach der Steilheit mit Kreuz-schraffirungen versah, die Berge dergestalt ein, daß man nur ei» oberflächliches Bild davonerhielt. L. führte ein rationelles Zeichnen ein, indem er von dem Grundsätze ausging, daßeine Böschung, je steiler sie sei, um so weniger von den auffallenden Lichtstrahlen erleuchtetwerden könnte, daß also die steilsten Partien am dunkelsten, die flachsten am hellsten gehal-ten werden müßten. Eine Böschung über -15° nannte er unzugängig und nahm dafürschwarz an, während er für die Ebene weiß annahm und nun die Zwischengradation von5 zu 5° so schraffirte, daß der mit Schwärze bedeckte Raum zu dem weißen in dem für jeneGradation paffenden Verhältnisse stand. Außerdem stellte L. seine Bergsiriche stets in derRichtung des WafferzugS, indem er von dem Grundsätze ausging, daß das Wasser, wennes von einer Böschung abläuft, stets den kürzesten Weg sucht, also sich der senkrechten Rich-tung möglichst nähert. Er dachte sich also einen Berg durch horizontale Ebenen, weiche er,je nach dem schnellen Wechsel der Böschung und der wechselnden Form des Bergs, engeroder weiter legte, in Schichten geschnitten, zeichnete die Projektion dieser Schichten in denGrundplan des Bergs und legte nun seine Bergstriche senkrecht auf diese Horizontalen.Später wurde L. Straßenaufseher im wittenbcrgschen Kreise und l798 Offizier und Leh-rer an der Nitterakademie in Dresden. Im I. l806 kam er zum sächs. Quarticrmeister-stabe, wo er sich bei Jena durch seine Terrainkenntniß und seinen militairischen Scharfblickauszeichnete, 1807 als Hauptmann und Ouarticrmeister zurBelagrcung von Danzig undspäter zur Blockade von Graudenz, wo er auch den Grund zu seinem Tode legte. VonGraudenz ging er mit dem Gcneralstabe nach Warschau. Seine Kränklichkeit führte ihn1809 nach Dresden, wo er als Major und Director der Plankammer am 6. Sept. 1811starb. Von seinen Plänen sind die berühmtesten die Pläne von Warschau und Dresdenund das topographische Blatt der Umgegend von Dresden.
Lehn, Lehnrecht und Lehnsystem, s. Lehen.
Lehnsatz oder Lemma nennt man einen Satz, den man aus einem andern Gebieteder Untersuchung als Glied des Beweises für einen Satz entlehnt, also als schon bewiesenoder wenigstens als Ausdruck einer Thatsache voraussetzt. Was in der einen Wissenschaftals Lehnsatz vorkommt, wird also in einer andern Lehrsatz (s. d.) sein. So bedient sichz. B. die Mechanik der Lehrsätze der Geometrie, die analytische Geometrie der Lehrsätze derAlgebra, die Psychologie der Lehrsätze der Metaphysik u. s. w. als Lehnsätze. Lemmata un-terscheiden sich daher von willkürlichen oder versuchsweise gemachten Annahmen oder Hy-pothesen (s.d.). Ebenso ist ein Lemma nicht zu verwechseln mit einem Dilemma (s.d.).
Lehon (Charl., Graf von), belg. Staatsmann, geb. 1790 in Lüttich aus einer bür-gerlichen Familie, stlldirte die Rechtswissenschaften und gewann als Advocat durch seinegründlichen Kenntnisse wie seine Gewandtheit in den gerichtlichen Verhandlungen bald sol-chen Einfluß, daß er 1825 zum Mitgliede der zweiten Kammer der Generalstaaten des da-maligen Königreichs der Niederlande gewählt wurde. In dieser Stellung schloß er sich im-mer entschiedener den Gegnern der damaligen Regierung an, ohne jedoch an der belg. Re-volution von 1830 unmittelbaren Antheil zu nehmen. Noch in demselben Jahre zum Mit-gliede des Kongresses erwählt, gehörte er in demselben zu der mit dem Namen der Doctri-naireS bezeichneten gemäßigten Partei, deren Werk die Constituirung des neuen König-reichs Belgien nach innen wie nach außen war. Nachdem er Mitglied der Deputation ge-wesen, die dem Herzog von Nemours dir belg. Krone antragen sollte, wurde er zum Ge«