Ladenberg (Ioh. Pet. von) 4SI
durch eigenen Fleiß seine durch die östern Versetzungen seines Vaters unterbrochene Schul-bildung ergänzen, bis er dieselbe von I8>0—> 3 auf dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasiumin Berlin fortsetzen konnte. Eine Abkürzung dieser Schulzeit veranlaßte der Aufruf desKönigs von Preußen im I, l 813. Nach rasch bestandenem Abiturientenexamen trat L. alsFreiwilliger in das Gardedragonerregiment, machte in demselben den Feldzug mit und schiederst l 815 als Secondelieutenant aus. Hierauf studirte er in Berlin, Heidelberg und Göt-tingen die Rechte und Kameralwissenschaften und trat > 818 als Auscultator in den preuß.Staatsdienst. Nach verschiedenen Anstellungen wurde er >82-1 Regierungsrath und Zu-stitiarius in Köln, und bekleidete dann von 183« an dir Stelle eines Oberregierungsrathserst in Königsberg, nachher in Merseburg, bis er 1831 als Präsident der Regierung nachTrier kam. Im I. 183« wurde er auf den besonder» Wunsch des Ministers von Altensteinzum Director in dessen Ministerium berufen, zum Wirklichen Geh. Oberregierungsrath be-fördert und auch gleich darauf zum Mitgliede des Staatsraths ernannt. Nach Altenstein'sTode verwaltete er das Ministerium desselben vom >1. Mai—22. Oct. >840, wo dasselbean den Minister Eichhorn überging. Seitdem dirigirt er die Ministerialabtheilungen fürdie evangelisch-geistlichen, Unterrichts - und Medicinalangelegenheiten im Eichhorn'schenMinisterium und verbindet damit seit 1841 die Stelle eines außerordentlichen Regierungs-bevollmächtigten bei der Universität zu Berlin, wo er mit besonderm Geschick alle Partei-! Interessen dem allgemeinen Besten unterzuordnen versteht. Zn seinen Amtsverhältniffenhat sich L. stets als einen Mann von großer Diensttreue und Hingebung für die Ehre despreuß. Staats bewährt; er ist ein achtbarer Vertreter wahrhaft wissenschaftlicher Interes-sen und ein kenntnißreicher Freund des Schönen in der Natur wie in der Kunst, im Um-gänge sehr liebenswürdig und human. Als Schriftsteller hat er, jedoch ohne seinen Namen,während seiner dienstlichen Stellung in den preuß. Rheinprovinzen zwei brauchbare Bücher,die „Übersicht der preuß. und franz. Hypothekenverfassung" (Köln 1829) und „Preußensgerichtliches Verfahren in Civil- und Criminalsachen" (3. Aust-, Köln 1842), verfaßt.
Ladenberg (Joh. Pet. von), preuß. Geh. Staatsminister, geb. am > 5. Aug. 1768zu Magdeburg, wo sein Vater Kaufmann war und ihn zuerst für dasselbe Geschäft bestimmthatte, studirte seit 1787 in Halle die Rechte und Kameralwissenschaften und durchlief dannschnell die ersten Dienststufen. Als Kriegs- und Domainenrath in Ansbach, seit I7S5,zeichnete er sich durch besondere Gewandtheit aus und wurde 1806 zum Director der Kam-mer in Bialystock ernannt, >807 in gleicher Eigenschaft nach Marienwerder versetzt und1809 Regierungsdircctor in Potsdam. Im I. >810 berief ihn das Vertrauen des Königszum Director der Section für directe und indirecte Abgaben im Finanzministerium, 18 > 7der neu organisirtemGeneralcontrole und >820 des Schatzministeriums. Zn allen diesen! Verwaltungen verbreitete sich unter ihm derGeist derstrengsten Ordnung und festen Hand-! habung der anerkannten Regierungsgrundsähe, wodurch Einheit in die Verwaltung kam.
1 In Anerkennung dieser Verdienste wurde er, nachdem er bereits 1817 in den Adelstand cr-! hoben worden war, >823 einziger Chef der Oberrechnungskammer, 1825 Wirklicher Geh.Rath und selbständiger Chef der Generalcontrole bis zur Aufhebung dieser Behörde im I.>826, nachdem durch L.'s eiserne Arbeitsamkeit und Thätigkeit ihr Zweck erreicht war.
^ Hierauf wurde er 1835 Chef der gesammten Domainen -, Forst - und Jagdverwaltung,als einer selbständigen Abtheilung des Hausministeriums, und 1837 Geh. Staatsminister.Am 26. Nov. >839 feierte er unter allgemeiner Theilnahme und großen Ehrenbezeigungensein Dienstjubiläum. Auf wiederholtes Ansuchen erhielt er am > 4. Nyv. 1842 seine Ent-lassung und lebt seitdem zu Berlin im Kreise seiner Familie ein behagliches Greisenalter.Gegenwärtig erfreut er sich an Dem, was ihm neben den Acten zu thun nicht vergönntwar, an der Lecture historischer Schriften und an den Meisterwerken deutscher Dichter.Schriftstellerische Arbeiten waren ihm, der während seiner langen Dienstjahre nie Mußegehabt, nicht möglich, doch hat er Materialien zu sehr interessanten staatswirthschaftlichenArbeiten gesammelt. Seinen Namen wird auch die zur Feier seines Jubiläums von denFvrstbeamteirderMonarchie errichtete Ladenderg'sche Stiftung in dankbarem An-Conv.-Lex. Neunte Ausl. Vlll. 31